Fahrenhorst - ich komme!

24.09.16

Der letzte Tag ist angebrochen. Bevor ich losgefahren bin, haben mich noch meine "Nachbarn" besucht. Die einen kamen aus Bellingwohlde bei Winschoten in Holland, die anderen aus der Nähe von Donauwörth. Die Holländer wollen sich darüber informieren, ob und wie man über den Abschlussdeich mit dem Trecker kommt und mich dann informieren. Die Bayern haben mich eingeladen, um auf ihrem kleinen Bauernhof zu übernachten. So war das eigentlich ein sehr typischer Abschluss meiner Reise.


Wie immer bei einer langen Reise oder einem großen Projekt geht es am Ende sehr schnell. Es waren nur 65 km zu fahren, aber die Zeit flog nur so dahin. Bei Achim-Uesen bin ich über die Weser, dann durch Thedinghausen und schon war ich an der Grenze zum Landkreis Diepholz. Noch ein kurzer Stopp in Okel und dann nur noch die Gemeindegrenze von Stuhr passieren und ...

     

schon war ich wieder in Fahrenhorst.


Hier zum Schluss noch ein paar Zahlen:

Gesamtkilometer:      5.462 km

davon mit MAN:         4.310 km

und mit HANOMAG: 1.152 km

zus. mit dem Fahrrad (bis Niebüll!): 1.392 km

durchschnittliche Tagesleistung an Fahrtagen: 59 km (=3,5 bis 4 Std.)

durchschnittliche km-Leistung pro Std.: 18,3 km

Gesamtfahrzeit: 298,75 Std.

davon mit MAN: 231,75 Std.

und mit HANOMG: 67 Std.

 

Besuchte Campingplätze: 90

Fahrtage: 92

Ruhetage: 79

Sonnentage (kein Regen): 117 Tage

Regentage (bis 50 %): 42

Regentage (über 50 %): 12


An dieser Stelle möchte ich mich bei allen bedanken, die mir unterwegs mit Rat und vor allem Tat unterstützt haben. Ich habe in der Zeit viele nette Menschen auf den Campingplätzen und den Orten kennen gelernt.

Entschuldigen möchte ich mich bei den Autofahrern, für die ich manchmal ein Hindernis war. Ein dank gilt aber all den Auto- und vor allem LKW-Fahrern,die mir über "Daumen-Hoch" neuen Mut gegeben haben. Nicht zu vergessen die vielen Radfahrer, die mir zugewunken haben.

Eine Fahrt durch das Land der Biogasanlagen

23.09.16

 Die Wettervorersage im Radio sprach von "Tröpfeln" im Laufe des Tages. Daraufhin war ich schon um 08.30 Uhr auf der Straße Richtung Heimat, Tagesziel: Zeven. Zunächst war ich ja noch im Land Kehdingen, aber dann kam ich in den Landkreis Bremervörde und anschließend Rotenburg/Wümme. Die Felder rechts und links der Straße waren fast ausschließlich mit Mais angebaut. Wenn nicht, war es eine Wiese oder ausnahmsweise mal ein Stoppelfeld. Und Biogasanlagen standen im Abstand von ca. 6 bis 7 Kilometern. Das waren auch keine kleinen, nein richtige "Industriebetriebe". Auf dem Bild kann man vielleicht erkennen, dass drei solche Fahrsilos leer waren, der vierte wurde noch abgearbeitet. Und ich glaube, es standen dort 6 bis 8 von diesen "Domen" mit grünem Dach.

Hier entlädt gerade einer, der John-Deere planiert schon mal.

Und dann kommen FENDT und NewHolland und wollen helfen.

Der erste Haufen ist noch nicht ganz fertig, da wird schon am zweiten angefangen.


Fünf Kilometer weiter dann die nächste Anlage, gleiche Größe, aber hier wird mit einem Radlader gearbeitet.


Und ein John-Deere planiert.

Wieviele Trecker damit beschäftigt waren, den Mais heran zu schaffen, bzw. wieviele Häcksler im Einsatz waren, kann ich nicht sagen. Es waren jedenfalls unzählige unterwegs und sie bogen auch in unterschiedliche Straßen und Einfahrten ab. Das Geschäft boomt und es ist Hochsaison.

Was mich gewundert hat, ist, das noch in vielen Wiesen Gras gemäht bzw. gewendet wurde. Früher war die Heuernte im Juni und Juli. Aber vielleicht wurde das Gras ja auch siliert.

Am frühen Nachmittag bin ich auf dem Campingplatz in Zeven angekommen und dann zu Fuß in die Stadt gelaufen. Ein Fahrrad hatte ich ja nicht mehr. Dort habe ich mit Erstaunen festgestellt, das es in Zeven mal ein Kloster gegeben hat, erbaut mit Feldsteinen.


Heute war der Tag der Fähren

22.09.16

 Ich habe nicht die Fähre in Hochdonn genommen, sondern die in Burg. Der Grund kommt später. Die Fähre in Burg ist sehr klein, aber trotzdem musste ich warten, weil - wie üblich - die Fähre auf der anderen Seite war. Übrigens sind alle Fähren über den Nord-Ostsee-Kanal kostenlos, schon seit Kaiser Wilhelms Zeiten.

Dann kam das letzte Extrem meiner Reise: Die tiefste Landstelle von Deutschland. Die höchste war die Zugspitze gewesen. Die entferntesten Gemeinden, die so genannten "Zipfelstädte" Selfkant im Westen, Oberstdorf im Süden, Görlitz im Osten und List auf Sylt im Norden hatte ich alle besucht und mir im "Zipfelpass" abstempeln lassen. Jetzt stand ich also bei minus 3,6 m NN in Schleswig-Holstein. Wobei man sagen muss, das es kein "Punkt" war, sondern eine riesige Weidelandschaft in Neuendorf-Sachsenbande. Hatte ich vorher auch noch nie etwas von gehört!

 Es ging vorbei an den Feldern der erneuerbaren Energien

hin zu den alten Bauten, die so viele Demonstranten auf die Straße gebracht hatten.

Ja, und dann stand ich doch tatsächlich mal im Stau! Eine Stunde habe ich an der Fähre Glückstadt-Wischhafen auf die Überfahrt gewartet.

Auf der Fähre war der HANOMAG dann natürlich der Hingucker.


Die Überfahrt dauert gute zwanzig Minuten. Insgesamt waren vier Fähren im Einsatz. Der Kassierer fand das Gespann auch gut und meinte: "Das ist doch höchstens 6 m lang!" und damit wurde die Überfahrt für mich günstiger.

Auf der niedersächsischen Seite der Elbe lag ein Plattbodenschiff im Schlick. Es war Ebbe und so ein Plattbodenschiff hat gegenüber einem Segelboot mit einem Kiel einen Vorteil: Es kann nicht umfallen. Außerdem kann man bei Ebbe mal eben "an Land" gehen.


Zum zweiten Mal am Nord-Ostsee-Kanal

21.09.16

 Es macht Spaß, durch Schleswig-Holstein zu fahren: Flaches Land, auch kleine Straßen sind asphaltiert und die Menschen sind nett und grüßen. Heute waren es besonders viele. Aber es sind nicht nur Landwirte und LKW-Fahrer, die mir zuwinken. Auch Radfahrer, Fußgänger und Autofahrer heben die Hand oder halten den Daumen hoch. Manche haben nur ein Lächeln oder schieben den Unterkiefer vor.

Bei Albersdorf wurde es dann doch noch hügelig und der HANOMAG musste sich etwas anstrengen. In Hochdonn habe ich mir dann - zu Fuß!!! - die Eisenbahnbrücke angeschaut. Vor gut 100 Jahren gebaut ist sie auch heute noch immer für den Einsenbahnverkehr zugelassen. Tolle Ingenieursleistung! Um die 42 m Durchfahrtshöhe für die Schiffe zu erreichen, hat man von beiden Seiten Rampenbrücken gebaut, jeweils um die 1.000 m lang. Auf dem Bild sieht man die Nordrampe Richtung Westerland (Sylt). Es fährt gerade ein Zug drüber.

Wenn man unter der Brücke steht, sieht man erst die Ausmaße des Bauwerkes, hier die Nordrampe.

Hier ein Blick in das Pfeilerwerk der Südrampe Richtung Hamburg.

Und so sieht die eigentliche Hochbrücke aus.

Dann hatte ich das Glück, noch ein Kreuzfahrtschiff, allerdings der kleineren Sorte, vorbei fahren zu sehen.

Auf dem Rückweg war ich dann noch Zeuge einer kleinen "Regatta". Das kleine Segelboot vorn hatte wenig später ganz schön mit der Bugwelle des Frachters zu kämpfen.

Zum Abschluss des Tages kam dann noch ein nostalgischer Raddampfer aus Kiel vorbei, der wohl Ausflugsgäste an Bord hatte. Sie waren jedenfalls gut drauf.


Kaum zu glauben, aber wahr: Mein Fahrrad wurde geklaut!

20.09.16

 Tatort: Niebüll, Tatzeit: zwischen 20.00 und 21.30 Uhr. Ich war gegen 20.00 Uhr aus der Stadt zurück gekommen und hatte mein Rad hinten am Bauwagen angelehnt, noch nicht verladen, weil ich damit noch zum Waschhaus fahren wollte. Ich war die ganze Zeit im Bauwagen und habe die MAN-Seite aktualisiert. Als ich gegen 21.30 Uhr aus dem Bauwagen kam, war das Rad weg. Dabei stand ich neben einer Straßenlaterne, die die ganze Nacht durch brannte. Ich habe erstmal kontrolliert, ob sonst auch noch was am HANOMAG fehlt. Gott sei dank nicht! Heute morgen habe ich noch mal in der näheren Umgebung nach dem Rad gesucht, aber ohne Erfolg. Jetzt sage ich mir, es ist gut, das es jetzt passiert ist und nicht schon im April oder Mai. Dann hätte ich mir unterwegs noch ein anderes Rad kaufen müssen. Jetzt sind es ja nur noch ein paar Tage und an denen fahre ich auch sehr viel.

Ich habe schlecht geschlafen und wollte im Hallenbad von Niebüll duschen gehen. Das habe ich aber gelassen, nachdem man dafür 4,50 EURO haben wollte. Zur Info: Der Wohnmobil-Stellplatz kostete 5 EURO. So lief der HANOMAG schon um 08.00 Uhr. Meinen Nachbarn von der Schwäbischen Alb habe ich wohl geweckt. Er stand in Unterhose in seiner Tür, um mir zuzuwinken und mir eine gute Fahrt zu wünschen.

Ich hatte keine Lust, über die B5 nach Husum zu fahren. Deshalb ging es mal wieder über kleine Straßen über/durch den einen oder anderen Koog. Eine ganze Zeit fuhr ich parallel zu einer Bahnlinie. Leider kam in der Zeit kein Zug.


Und das man in Schleswig-Holstein unterwegs ist, merkt man an den vielen hundert Windrädern.


In Husum bin ich an der Touristenzone vorbei gekommen. Die haben nicht schlecht geschaut. Tagesziel ist Friedrichstadt gewesen. Der Campingplatz war fast leer, eben Nachsaison. Die Stadt wurde im 18. Jahrhundert im Auftrag des damaligen Herrschers von Holländern angelegt. Sogar die Ziegelsteine hat man aus Holland geholt. Wenn man durch die Straßen geht, fühlt man sich wie in einer holländischen Kleinstadt.

Von einer kleinen Fußgängerbrücke aus kann man sich die Häuser von hinten und deren Gärten umit Bootsanleger anschauen.

Der Grundriss der Stadt ist schachbrettartig angelegt und in der Mitte der Marktplatz mit seinen Schmuckgiebeln.

 

In Friedrichstadt kann man sogar eine Grachtenfahrt machen.


Eine Besonderheit in Friedrichstadt sind die "Hausmarken". Früher gab es hier keine Straßennamen und Hausnummern. Jedes Haus hatte über der Eingangstür seine spezielle Hausmarke, in diesem Fall zwei Schwäne. Damit konnte man dann beschreiben , wo jemand wohnte.


Mit dem Zug über den Hindenburg-Damm nach Sylt

19.09.16

Als erstes fiel mir die Länge des Zuges auf, der nach Sylt gefahren ist. Auf der Rückfahrt hat mir ein Mitreisender erklärt, das täglich 8.000 Pendler, teilweise aus Büsum (1,5 Stunden Zugfahrt!), mit der Bahn nach Sylt fahren, weil es dort keinen "Dauer-Wohnraum" gibt. Und wenn man eine Wohnung gefunden hat, kann man sie nicht bezahlen. So sieht der Blick aus dem Zugfenster aus.


Von Westerland aus bin ich mit dem Bus in den Süden der Insel nach Hörnum gefahren. Die Saison ist vorbei wie man auf dem Bild sieht.


Auf der Rückfahrt habe ich mir noch die "Sansibar" angeschaut. Eigentlich ist es eine Holzhütte in den Dünen mit einem sehr guten Marketing.

Und ob man es glaubt oder nicht: Für die 300 m vom Parkplatz bis zum Lokal hat Mercedes sogar einen Shuttle-Service eingerichtet.

Dann kam ich in List an. Dort steht die nördlichster Fischbude von Deutschland.

Gosch ist ein Riesenladen, der es auch versteht, sich zu vermarkten. Bei Gosch bekommt man alles: Wein, Brot, jede Sorte Gläser, Gummibärchen, Handtücher, einfach alles. Das Wichtigste ist aber der Fisch und sein Verzehr. Ich weiß nicht, wieviele Hundert Menschen dort gegessen haben. Sie saßen drinnen und draußen, und wer keinen Platz bekommen hatte, holte sich ein Fischbrötchen. Zu den letzteren gehörte ich auch. Und ich muss sagen, das Brötchen mit Brathering war wirklich lecker und ich war danach auch satt.

Am Nachmittag ging es zurück nach Westerland, eigentlich eine einzige Einkaufszone mit allen Marken, die man in allen anderen Fußgängerzonen Deutschlands auch hat. Am Ende der Straße hoffte ich auf einen Zugang zum Strand. Den gab es auch, kostete aber "Eintritt". Das war mir auch schon an anderen "Strandübergängen" aufgefallen.

So habe ich von der erhöhten, frei zugänglichen Terrasse fotografiert.

Einen letzten Schnappschuss konnte ich von dort oben auch machen. Die beiden haben bezahlt und nutzen ihr Geld auch aus!


Der letzte Nachbar - Dänemark - ist besucht und jetzt geht es Richtung Heimat

18.09.16

Wie die ganze Zeit schon in Dänemark ging es auch heute morgen sehr ruhig zu. Mir ist gestern in der Fugängerzone und auch in den Geschäften aufgefallen, das hier alles viel ruhiger abläuft. Es läuft keine Musik in den Geschäften. Die Leute unterhalten sich auf der Straße und machen einen entspannteren Eindruck als in Deutschland.

Heute musste ich die unheimliche Distanz von 21 km bewältigen. Da es ja Sonntag ist, habe ich sogar die B5 genommen. So war ich schon nach einer guten Stunde in Niebüll angekommen. An der Grenze standen wieder nur dänische Beamte. Sie winkten mir zu und wünschten eine gute Fahrt. Die dänischen Autos auf dem Weg nach Hause wurden aber kontrolliert. Ich nehme an bezüglich Alkohol und anderer teurer Artikel. Das ich wieder in Deutschland bin, konnte ich u. a. an den Windrädern und Maisfeldern erkennen.

In Niebüĺl war so etwas wie Herbstmarkt, so dass ich am Nachmittag einen kleinen Stadtbummel machen konnte. Dabei habe ich im Fenster einer Volks- und Raiffeisenbank folgendes Immobilienangebot gesehen.


Als ich den Preis gesehen habe, dachte ich mir: Wo ist der Haken?


Außerdem war ich noch am Bahnhof, um mir die Verbindungen von und nach Sylt raus zu suchen. Den ganzen Tag über schien übrigens die Sonne. Erst gegen 17.00 Uhr bewölkte es sich. Letzte Nacht war es doch schon ganz schön frisch im Bauwagen. Deshalb habe ich die "Sommerdecke" getauscht gegen eine flauschigere. Ich möchte doch gesund zu Hause ankommen.

Über Nacht ist der Herbst eingezogen und eigentlich wusste ich heute morgen noch nicht, was ich machen wollte

17.09.16

Es war ja schon im Wetterbericht angekündigt worden: Zum Wochenende sollte es "eintrüben". Aber letzte Nacht hat es doch ganz schön geregnet. Heute morgen war es recht windig und nicht gerade so warm wie in den letzten Tagen und Wochen. So habe ich mir bei einer Tasse Kaffee überlegt, was ich denn mal machen könnte. Nach dem Studium der Broschüre der Kommune Tonder fiel die Wahl auf den Nachbarort Mogelkloster, ca. 7 km entfernt. Aber zunächst bin ich noch mal durch den Ort gefahren. Dabei ist mir ein Haus aufgefallen, "Det gamle Apotek" (gamle heißt alt). Aber es sah nicht nach einer Apotheke aus. Also rein. Und dann begann die heutige Fotosafari.


In dieser "Apotheke" wurde in sämtlichen Räumen (ca. 17 Stück) verkauft: Servietten, Kerzen, Gläser, Vasen und was man sonst zur Verschönerung einer Wohnung in Dänemark braucht.


Hier konnte man sogar ein Schachbrett mit "Weihnachts-Bären" für 128 Euro kaufen.


Auf der Fahrt nach Mogeltonder habe ich dann Folgendes Bild gemacht. Die Felder in Mecklenburg-Vorpommern sind vielleicht größer, aber die Pflüge in Dänemark haben eine Schar mehr. Der Ferguson hat sich auch nicht so gequält wie der Deutz.


Das nächste Highlight habe ich aus der Broschüre von Tonder. Sie wird dort beschrieben als "Scheune, die zur Kathedrale" wurde. Schon von weitem kan man sie im flachen Dänemark sehen.


Und wenn man eintritt und sich den Terrazzo-Boden anschaut ist man erstmal platt. Alles hatte man erwartet, aber das nicht. Für den Boden wurden 16.000 Steine in 2,5 cm dicke Scheiben geschnitten und verlegt.


Und nach oben hin hat diese alte Feldscheune natürlich jede Menge Platz. Heute dient sie als Veranstaltungsraum für Konzerte und andere kulturelle Veranstaltungen.


Dann ging es in den Ort Mogeltonder. Er soll die schönste Straße Dänemarks haben. Sie war ein Grund für den vor über 100 Jahren gegründeten "Landesverein für bessere Baukultur". Hätte man in Deutschland vielleicht auch gründen sollen. Was mich aber an der Straße stört, ist das Kopfsteinpflaster. Da habe ich schlechte Erinnerungen.


Die Häuser rechts und links der Straße hinter den Lindenbäumen sind fast alle eingeschossig gebaut.


Und dann war da noch diese Dorfkirche. Von außen sieht sie völlig unscheinbar aus, aber ich erinnerte mich an die Aussage in der Broschüre "üppig verziert", deshalb bin ich über den Friedhof mal wieder in eine Kirche gegangen.


Drinnen habe ich dann geglaubt, ich bin in Bayern oder Baden-Württemberg. Es war zwar nicht so viel Gold verarbeitet, aber "üppig verziert" war schon der richtige Ausdruck.


Die Decke und die Balkonbrüstungen waren alle bemalt, wobei die Bilder an den Brüstungen von den Bauern und Handwerkern bezahlt werden mussten. Dafür stand dann ihr Name darunter.


Auf dem Weg zurück war natürlich Gegenwind. Als letzten Punkt aus der Broschüre hatte ich mir das Zeppelin-Museum Tonder ausgeguckt. Im Ersten Weltkrieg, als Tonder noch zum Deutschen Reich gehörte, gab es hier einen großen Flughafen für Zeppeline. So weit die Geschichte. Das daraus sich ein Verein gründet, um das Wissen darum zu erhalten, klingt auch noch logisch. Also habe ich mich auf den Weg gemacht. Schon bei der Ankunft kam mir der Eingangsbereich komisch vor. Was hat ein amerikanischer Sherman-Panzer aus dem Zweiten Weltkrieg mit Zeppelinen zu tun?


Die Panzersperren im Vordergrund (Originale!!!) konnte man für 200 EURO kaufen!

Als ich dann auch noch die ausgestellten Fahrzeuge gesehen habe, fing ich an zu grübeln.


Spätestens als dieser "GI" mit blank geputzten Stiefeln sein Gewehr M16 und einen Karabiner aus dem Zweiten Weltkrieg aus seinem Jeep holte, war alles klar. Das Zeppelin-Museum ist mal gegründet worden in guter Absicht. Heute ist es nach außen hin nur noch die Hülle. Dahinter haben sich Militaristen breit gemacht.


Ich hatte genug gesehen und erlebt an diesem ersten Herbst-Samstag in Dänemark und bin zum Abschluss noch mal durch eine schöne Straße mit vielen kleinen Häusern in Tonder gefahren.


Ich fahre nach Dänemark, aber wo sind die Dänen?

16.09.16

Ein Paar aus dem Fahrenhorster Schützenverein hat sich heute um 11.00 Uhr im Rathaus das Ja-Wort gegeben. Deshalb bin ich erst gegen 10.30 Uhr gestartet, um noch von Deutschland aus meine Glückwünsche telefonisch übermitteln zu können.

Dann glaubte ich, schon in Dänemark zu sein. Überall dänische Supermärkte mit dänischen Prospekten und bezahlt wurde in dänischen Kronen. Aber ich hatte mich geirrt. Die Grenze kam erst noch. Dort standen sogar Zöllner und Soldaten. Aber sie lächelten mich an und winkten mich durch.

Gleich hinter der Grenze haben die Deutschen ab 1944 ein Internierungslager angelegt. Offiziell hieß es "Polizeigefangenenlager-Fröslee". Die Baracken sind sehr gut restauriert worden, bzw. teilweise auch wieder neu gebaut.

Heute befindet sich darin in einigen ein "UN-Museum", ein Informationszentrum über den dänischen Heimatschutz, Amnesty International und eine Heim-Volkshochschule.


Ja, und dann bin ich durch Dänemark gefahren. Ich wusste wohl, das das Land nicht das am dichtesten besiedelte Land in Europa ist, aber das einem hier fast keiner auf der Straße begegnet. Dafür haben sie aber viel Landwirtschaft: Mais, Getreide, Mais, Weiden, Mais, frisch angesätes Gras und dann wieder Mais. Zwischendurch kommt mal ein kleines Wäldchen. Aber die wenigen Menschen, die man sieht, sind alle freundlich und grüßen. Vielleicht haben sie ja Angst, das man sonst nicht wiederkommt.

Mein Tagesziel und Heimat für zwei Nächte ist Tonder, eine Stadt mit vielen hübschen, kleinen Häusern. Morgen schaue ich mir das genauer an. Übrigens, die Mücken hatten heute "Toilettengang": Es viel etwas vom Himmel.

Eine Traumfahrt nach Flensburg

15.09.16

Als erstes ist mir heute morgen aufgefallen, was passiert, wenn man den HANOMAG einen Tag nicht bewegt.


Dann begann für mich eine schöne Tagestour. Fast die gesamten 33 km von heute bin ich auf kleinen Straßen unterwegs gewesen. Meist waren sie Parallelstraßen zur B76. Auf diesen Nebenstrecken war sehr wenig Verkehr. Es war also ein entspanntes Fahren, man musste sich nur ab und zu mal über eine Oma oder einen Opa ärgern, die nicht überholen mochten und es dadurch für den nachfolgenden Autofahrer natürlich schwieriger wurde.

Der Platz in Jarplund bei Flensburg ist zwar klein, hab aber freies W-LAN, Duschen inklusive und als Nachbarn einen EDEKA-Laden mit Bäckerei. Was will man mehr?

Mit dem Rad ging es ins 4 km entfernte Flensburg. Als erstes habe ich die Brauerei gerochen und am Eingang zur Fußgängerzone war auch gleich der erste Rum-Laden: Wein- und Rumhaus Braasch. Flensburg scheint früher vom Import des Roh-Rums und der Weiterverarbeitung und Veredelung gelebt zu haben. Es wird auch als Rumstadt bezeichnet.


Durch den kleinen Gang links gelangt man auf einen Hinterhof, der zu einem "Rum-Museum" führt. Dort gab es viele Exponate aus der Geschichte des Rums und seiner Herstellung.

Im Laden vorne konnte man kostenlose Rumproben bekommen. Aber da war mir denn doch nicht nach. Aber es gab schon eine schöne Auswahl an Rumsorten. Die Mindestlagerzeit des Rums der Firma Braasch liegt bei fünf Jahren. Dann kann man sich auch die Preise erklären.

Auf dem Südermarkt vor der Nikolaikirche war heute so eine Art Flohmarkt. Es war aber trotzdem sehr viel Betrieb in der Stadt.


Am anderen Ende der unheimlich langen Fußgängerzone ging dann die "Geschäfteszene" in die alternative Kunstszene über. Wie in Bremen im Viertel hingen auch hier Schuh-Paare an Seilen über die Straße, nur sehr viel mehr. Warum? Keine Ahnung!


Den Rückweg habe ich dann unten am alten Hafen gewählt. Da war natürlich bei dem Wetter jede Menge los. Die Ausflugsdampfer hatten Hochkonjunktur, haben noch mal richtig den Kahn voll gehabt. Der Blick auf die andere Fördeseite war grandios.


In den kleinen Seitenstraßen unten am Hafen waren die alten Schifferhäuser liebevoll restauriert, nur sind in den alten Lagerräumen unter dem Dach heute schicke Wohnungen. Lediglich der alte Kran und das Tau erinnern noch an die alten Zeiten.

Es ist immer noch Sommer in Schleswig-Holstein!

14.09.16

Heute stand mal wieder eine Radtour auf dem Tagesprogramm. Aber nur eine kurze nach Schleswig. Zuerst war ich beim Schloss Gottorf, heute ein Landesmuseum, was ich mir aber nicht angeschaut habe.


Danach bin ich zum Hafen gefahren, wo gerade der allerfrischeste Fisch von Fischers Fritz verkauft wurde. Es gab hier Aal, Dorsch, Hornhecht und Steinbutt, alles direkt aus dem Boot.

Wer wollte, bekam den Aal auch gleich abgezogen und ausgenommen.


Auch den Dorsch konnte man sich "küchenfertig" machen lassen.


Danach war ich im St. Petri Dom von Schleswig. Der Altar ist sehenswert. In ihm sind insgesamt mehr als 400 Schnitzfiguren verarbeitet worden.


Der Turm konnte bestiegen werden und 241 Stufen sind doch kein Hindernis! Obwohl, wenn man diese mehr oder weniger im Kreis beschritten hat, ist man oben doch ein wenig düsig.

Aber die Aussicht auf den Holm entlohnt.


Der Holm war früher mal eine Insel. Auf ihr lebte die Kommune, in der alle die gleichen Rechte und Pflichten hatten. Sie war praktisch der Kommunismus in Reinform und hat in dieser Enklave auch wohl funktioniert. Eine Besonderheit auf dieser Insel waren die "Klön-Dörn", zweiteilige Türen, über die man in der oberen Öffnung lehnend die Neuigkeiten des Tages mit den anderen Nachbarn austauschte.

Auf dem Weg zurück zum Campingplatz kam ich noch einmal am Hafen vorbei und weiß jetzt, wie Segelschiffe das Fliegen lernen. Nachdem alles vertäut ist, verlässt die Mannschaft das Schiff.


Und dann hebt der Kahn (mit dem Kran) ab.


Heute ging es über den Nord-Ostsee-Kanal zu den Wikingern nach Haithabu bei Schleswig

13.09.16

Um 06.00 Uhr bin ich von den LKW's wach geworden, die aus dem Hafen Schotter abholen. Insofern hat der Stellplatz auch Nachteile. Ich habe mir einen Kaffee gekocht und bin zur Schleuse gegangen. Dort habe ich einen wütenden Schleusenwärter erlebt, der über Lautsprecher einen anscheinend unwissenden Sportbootfahrer mehrfach auf Deutsch und Englisch anwies, die Einfahrt zur Schleuse frei zu machen. Erst als der Frachter hinter ihm sich lautstark mit seinem Nebelhorn bemerkbar machte, suchte er das Weite. Leider habe ich das anschließende Gespräch mit dem Sportboot-Kapitän in der Schleuse nicht mehr mitbekommen. Das hätte mich interessiert. Bei der ganzen Aufregung hätte ich fast den schönen Sonnenaufgang verpasst.


Die Dieselvorräte noch schnell bei famila aufgefüllt und dann ging es um 08.30 Uhr Richtung Wikinger. Mein Weg führte zunächst über die Brücke über den Nord-Ostsee-Kanal.


Dann folgten schöne kleine Straßen (für Fahrenhorster zum Vergleich: Über Fesenfeld nach Nordwohlde und weiter nach Bünte!), durch kleine Dörfer, wenn es überhaupt welche waren. Ja, und dann habe ich geglaubt, ich bin gleich zu Hause als ich dieses Schild gesehen habe.


Die letzten 20 km allerdings habe ich wieder eine Bundesstraße genommen, aber sie war schnurgerade und so konnte, wer wollte, überholen. Aber alle wollen eben nicht und das ärgert mich dann wieder.

Der Platz in Haithabu liegt zwischen der B76 und der Schlei, gegenüber vom Wikinger-Museum Haithabu. Das habe ich mir am Nachmittag noch angeschaut und eine kleine Radtour gemacht. Man hat hier einige alte Behausungen aus damaliger Zeit nachgebaut.


Für alle die, die der guten alten Zeit nachweinen, habe ich mal ein Bild con einem Schlafgemach aus der Wikingerzeit gemacht: Schlafe mein Liebchen, schlaf ein - auch wenn der Nachbar Dir ins Ohr bläst.


Eine Schulklasse hatte hier wohl im Rahmen von Heimatkunde so eine Art "Wikinger-Info-Tag". Jedenfalls zeigten ihnen zwei alte Gesellen wie man mit Pfeil und Bogen umgeht. Deren Frauen haben mit den Kindern Brot gebacken und ich weiß jetzt auch, wie das Knäckebrot entstanden ist.


Über einen großen Bogen um Kiel herum zur Schleuse am Nord-Ostsee-Kanal

12.09.16

Morgens habe ich mir in Plön erstmal die Fäden aus dem linken Zeigefinger ziehen lassen. Das war gar nicht lustig, hatte ich aber auch nicht erwartet. Ich musste mich danach sogar noch etwas hinlegen. Der Arzt meinte zu mir, das ich wohl etwas "hyperventiliere". Aber es ging dann gleich wieder. Da ich ziemlich lange im Wartezimmer gesessen hatte, kam ich erst gegen 11.00 Uhr los. Und dann wollte ich mir die Strapazen der Fahrt durch Kiel ersparen und bin in einem großen Bogen um die Stadt herum gefahren. Der Nord-Ostsee-Kanal liegt ja nördlich von Kiel. Nach einigem Suchen habe ich ihn doch noch hinter einem Marine-Stützpunkt gefunden. Die nächste Überraschung war, das dort eine Baustelle war, aber viel schlimmer: Autos und Caravans waren nicht erwünscht! Ja, was nun? Die Anmeldung zur Klärung der Frage, ob ja oder nein, öffnete erst um 17.00 Uhr. Diese Tatsache, die Ungewissheit, die Hitze (!) und die 6,5 km in die Stadt und die Kieler Innenstadt, die im Krieg doch sehr zerstört wurde und nur Nachkriegsbauten haben konnte, haben mich den Entschluss fassen lassen, mich nicht aufs Rad zu setzen und hier zu bleiben. So habe ich mir den regen Schiffsverkehr an der Schleuse zum Nord-Ostsee-Kanal angeschaut.



Dabei ist mir aufgefallen, das nur einige wenige Schiffe anscheinend einen Lotsen benötigen, der sie in die Schleuse führt. Danach kommt wieder das Lotsenboot und holt ihn wieder ab.


Den Abend habe ich ruhig am Wasser verbracht, mich mit einem jungen Paar unterhalten, das hoffte, auch noch den Delphin zu sehen. Der war wohl schon weg und so haben wir über meine Reise gesprochen. Der junge Mann war in diesem Sommer das erste Mal mit seinem Vater in einem Wohnmobil durch Frankreich gefahren und fand diese Art zu reisen sehr angenehm und spannend.

Ein schöner Spätsommertag in der Holsteinischen Schweiz

11.09.16

Ich wollte eigentlich losfahren, da kamen noch erst zwei Schweden und dann die Dänen und wollten noch das eine oder andere von meinem Gespann, meiner Reise und mir wissen. Auch ein Urlauber von Moers am Niederrhein wollte wissen, wie man am besten an so einen alten Trecker kommt, wie stark er sein muss und was so ein alter Bauwagen wohl kostet. In sechs Jahren würde er in Rente gehen und wollte dann auch so etwas machen. So startete ich erst gegen 11.00 Uhr. Die Fahrt ging wieder durch sehr hügeliges Gelände, kein Wunder, ich war ja in der Holsteinischen Schweiz. So kam ich in der Mittagspause in Plön auf dem Campingplatz an. Aber eine Mittagspause gab es dort nicht. Man konnte sich einen Platz aussuchen und so nahm ich einen direkt unten am Großen Plöner See.

Nach einer kurzen Mittagspause und einem Schnack mit den neuen Nachbarn bin ich nach Plön gefahren, schön unten am See entlang. Die Stadt ist ja nicht sehr groß, das Schloss ist die Sehenswürdigkeit des Ortes, aber leider in Peivatbesitz (Brille Fielmann), von einem Wachdienst mit Hunden ständig unter Kontrolle.


Nachdem ich die obligatorische Postkarte an meine Frau geschrieben habe bei einer Tasse Kaffee ging es zurück zum Platz. Unterwegs noch mal ein Blick zurück zum Schloss.


Nach den Bratkartoffeln am Abend habe ich mich an den See gesetzt und den vielleicht (aber hoffentlich nicht) letzten schönen Sonnenuntergang des Sommers genossen.


Die alte Hansestadt Lübeck empfängt mich mit Sonnenschein!

10.09.16

Mittags bin ich nach einer Fahrt durch ziemlich hügeliges Gelände in Lübeck-Schönböken angekommen. So hatte ich noch den ganzen Nachmittag, um mir die Stadt anzuschauen. Als erstes kam ich am markanten Wahrzeichen vorbei, dem Holstentor.


Anschließend bin ich mit dem Rad durch die Kopfsteinpflasterstraßen der Inselstadt gefahren. Die Lübecker müssen früher auch schon viel Geld gehabt haben, wenn man sich die Bürgerhäuser anschaut. Fast alle haben einen Ziergiebel oder sind sonst wie zur Straße hin "schick" gemacht.


Aber auch hier gab es arme Leute. Bedingt durch die Insellage war kaum Raum vorhanden, um die Bürger der wachsenden Stadt unterzubringen. Deshalb ist man zur "Hinterbebauung" übergegangen. Durch schmale Gänge kommt man in die ehemaligen Armen- und Elendsviertel. Heute sind sie renoviert und anscheinend beliebte Wohnlagen. An einem Haus hing ein Schild, wonach der Quadratmeterpreis bei gut zehn Euro lag, allerdings möbliert.


Eine andere, großzügere Art der Hinterbebauung waren die Höfe. Sie waren etwas breiter angelegt. Heute sind sie zum Teil Altenwohnungen. Da lebt es sich bestimmt nicht schlecht, ruhig - aber doch mitten in der Stadt.


Zum Schluss war ich noch beim anderen Wahrzeichen der Stadt, dem Rathaus. Es wurde leider renoviert, so das die Fassade teilweise hinter Folie/Netz versteckt war.


Die Wege trennen sich: Mein Bruder fährt nach Hause, ich nach Ratzeburg

09.09.16

Um 10.30 Uhr bin ich gen Schleswig-Holstein gestartet. Wider Erwarten waren die kleinen Straßen in Mecklenburg-Vorpommern besser als ich befürchtet hatte. Auch auf der Bundesstraße war sehr wenig Verkehr. Ich bin zwei Kilometer (das dauert 6 Minuten!) gefahren, und es hat mich keiner überholt.

Aber dafür hat mich das "Mecklenburger Kopfsteinpflaster" in Ratzeburg wieder eingeholt. Die letzten zwei Kilometer zum Campingplatz waren mal wieder schrecklich. Und die letzten zweihundert Meter ging es auch noch richtig bergab. Dei Auflaufbremse hat sich bezahlt gemacht. Sie schlug ca. alle 50 cm an. Na, und morgen früh muss der HANOMAG da dann wieder hoch.


Aber dafür ist der Blick vom Campingplatz über den See zum Ratzeburger Dom großartig.

Als ich Abendbrot gegessen hatte, habe ich Kinder gehört, die wohl sehr viel Spaß hatten. Sie haben abends um halb acht noch gebadet.

Gammeltag in Schwerin

08.09.16

Heute sind wir nur ein wenig durch Schwerin geradelt. Zunächst waren wir im Schlosspark, dann im Schlossgarten. Im Park habe ich mal wieder ein Bilderrätsel entdeckt.


Man glaubt es kaum: Es sind die abgeschnittenen Triebe der Ausläufer eines Baumes. Ich nehme an so etwas Ähnliches wie einem Mammutbaum oder einer Sumpfzypresse.

Vom Park aus hat man eine Sicht auf das Schloss ohne den Baukran, wenn man sich richtig hinstellt zum Fotografieren.

Der Schlossgarten ist klein aber oho. Die gusseisernen Treppengeländer sind in Holzornamentik gestrichen. Was kostet die Welt?

Und die Erker haben den gleichen Ziegelschmuck wie auch schon das Schloss Wiligard gestern.


Und dann hat sich mein Bruder noch in einem "Kunstwerk" verewigt.


Am Nachmittag sind wir noch mal zum Bahnhof gefahren, um den Weg dorthin zu erkunden. Dann ging es noch mal um den Pfaffenteich, der von schönen Häusern gesäumt ist. Den Rest des Tages haben wir auf einer Bank am See auf unserem Campingplatz verbracht und die Probleme der Welt gelöst.

Im Freibad war Hochbetrieb, und das am 8. September!

Landeshauptstadt von Mecklenburg-Vorpommern: Schwerin

07.09.16

Beim Abschied vom Wohnmobil-Stellplatz in Wismar standen mal wieder sehr viele Camper mit ihrem Smartphone oder Digitalkamera am Wegesrand, um die Ausfahrt des HANOMAG zu fotografieren. Mit lautem Getöse kämpfte sich der Trecker durch die Straßen nach Schwerin. Unterwegs haben Hans-Georg und ich uns noch einmal am Schloss Wiligard getroffen. Heute ist im Schloss das Landesamt für Kultur und Denkmalschutz untergebracht.


Auf einer kleinen Nebenstraße ging es entlang des Schweriner Sees. Am Wegesrand habe ich dann mal wieder ein Bilderrätsel entdeckt. Das das ein Storch ist, ist klar. Aber worauf ist der Storch abgebildet?

Das ist ein Kunstwerk von Grafitti auf einem Häuschen von einem Energieversorger. Sieht doch toll aus, oder?

Nach einigen Kilometern waren wir (mein Bruder mit seinem "Schummel-Fietsen" und ich mit dem Trecker) in Schwerin am Campingplatz Kapselwerder angekommen. Es ist ein sehr kleiner Platz. Er liegt herrlich auf einer Halbinsel und ist sehr ruhig. Nach einer Mittagspause sind wir dann noch mit dem Rad in die Stadt gefahren. Zumnindest das Schweriner Schloss haben wir schon mal gesehen.


Radtour zum Agrarmuseum in Dorf Mecklenburg und Stadtbummel Wismar

06.09.16

Eigentlich wollte ich mir heute die Fäden aus dem linken Zeigefinger ziehen lassen. Der Arzt meinte aber, dass er sie noch drinnen lassen würde, weil die Naht gerade in der Beuge sei und eventuell bei zu viel Belastung wieder aufplatzen könnte. Mit der Aussicht auf ein erneutes Nähen habe ich den Rat angenommen und bin mit Fäden zurück zum Bauwagen gefahren.

Wir sind dann mit dem Rad nach Dorf Mecklenburg gefahren, wo ein kleines Agrarmuseum ist. Dort standen natürlich mehr Traktoren aus dem Ostblock, die uns unbekannt waren.


Neben den Traktoren und vielen anderen Geräten stand dort auch ein Agrarflugzeug, das zum Spritzen und Düngen eingesetzt wurde. Dieses Exemplar hat 10.000 Flugstunden hinter sich gebracht, ohne General-Überholung des Motors.


Auf dem Rückweg kamen wir dann an einem Feld vorbei, wo etwas modernere Landtechnik im Einsatz war: Ein Deutz mit einem 8-Schar-Volldrehpflug. Der Deutz war auf dem hügeligen Acker aber auch wohl am Ende seiner Möglichkeiten angelangt.


Wieder in Wismar angekommen sind wir noch durch die Innenstadt kutschiert. Dabei sind wir auch am Stammhaus von KARSTADT vorbei gekommen. Hier hat Herr Karstadt 1881 mit einem Angestellten den Grundstein für seinen Konzern gelegt.


Aufgefallen sind mir in Wismar die vielen Schmuckgiebel an den Häusern. Das zeigt, das es den Bürgern der Stadt früher sehr gut gegangen sein muss.


Im Lokal "Alter Schwede" am Marktplatz haben wir eine kleine Pause gemacht.


Auf dem Weg zurück zum Bauwagen ist uns noch ein besonderer Straßenname aufgefallen.


Schorse kommt!

05.09.16

Um 08.42 Uhr fuhr "Molli" am Haltepunkt beim Stellplatz vorbei. Eine gute Gelegenheit, um mal ein Bild mit dem HANOMAG zu machen.


Dann ging es bei sehr windigem aber trockenem Wetter über Rerik nach Wismar. Dort kam ich schon gegen 11.30 Uhr an. Das war auch gut so, denn eine Stunde später war der Platz voll. Am Nachmittag habe ich mit dem Rad eine kleine Stadterkundung gefahren, war auch am Alten Hafen mit Blick auf die Stadt.


Das ich in einer alten Hafenstadt mit Segler-Tradition bin, konnte ich schon an der dekorativen Bemalung der Schaltkästen in der Stadt bemerken.


Dann kam endlich mein Bruder mit seinem "Schummel-Fiets" auf dem Bahnhof an.


Der verregnete Sonntag

04.09.16

Am frühen Morgen fing es an zu regnen. Man hört das so schön auf dem Blechdach! Gegen 11.00 Uhr hörte es auf und ich ging zu dem Aussichtspunkt auf die Ostsee.

Bei schlechtem Wetter ist auch am Strand nichts los.


Mit dem Rad ging es dann nach Kühlungsborn, ein Ostseebad ähnlich wie Binz, Sellin, Baabe auf Rügen. Hier fehlen nur die alten Seebäder-Villen. Aber ansonsten ist so ziemlich alles identisch, sogar die gleiche Hotelkette hat ihr Domizil an der Seebrücke und die gleiche Bäckereikette ist mehrfach in der Fußgängerzone vertreten. Auch die Bäderbahn kutschiert die Fußlahmen durch den Ort.


Direkt an der Küste hat man einen alten Grenzwachtturm aus DDR-Zeitzen stehen lassen.


Er steht unter Denkmalsschutz und man kann in ihm sogar auf eigenes Risiko hinaufklettern, habe ich aber nicht gemacht im Hinblick auf meinen linken Zeigefinger.


Im Gegensatz zu Heiligendamm hat Kühlungsborn sogar einen eigenen Sportboothafen. Bei dem Wetter lagen alle Boote im Hafen.

Und die Strandkorb-Vermieter haben bei dem Wetter auch keinen Umsatz gemacht.


Merkel und Molli in Bad Doberan, in Heiligendamm viel alte Bausubstanz

03.09.16

Nach einem ausgedehnten Gespräch mit einem Wohnmobilisten-Paar aus Lappland (Schweden) ging es los Richtung Ostseeküste. Das erste Highlight war in Bad Doberan. Ich hatte mich schon über die vielen Polizisten gewundert, da kam mir Angela Merkel mit  ihrem Kandidaten für die Landtagswahl am Sonntag entgegen. Um beide war ein Schwarm von Sicherheitsleuten, der ein Gespräch mit ihr verhinderte. Auch für ein Foto ging alles viel zu schnell. Ist aber auch nicht wichtig.

Als nächstes kam dann in der Fußgängerzone mir "Molli" entgegen. Für alle, die mit "Molli" nichts anfangen können, hier ein Bild zur Aufklärung.

Zum Wohnmobil-Stellplatz waren es dann nur noch gute 10 km. Der Platz ist nicht mehr als ein Parkplatz für Wohnmobile. Als Ergänzung gibt es eine kostenfreie Dusche, aber eine Toilette, deren Benutzung bezahlt werden muss (wahrscheinlich wegen der vielen Radfahrer und Tagesgäste). Direkt oberhalb des Strandes gab es einen Bier- und einen Imbisswagen.


Die Wetteraussichten für morgen waren nicht gerade berauschend, deshalb bin ich heute noch nach Heiligendamm gefahren. Es waren nur drei Kilometer. Der Ort besteht nur aus Hotels, einer Klinik und ein paar Eisdielen und Lokalen. Am kilometerlangen Sandstrand standen noch ein paar Strandkörbe, dei aber meist leer waren.


Wenn man aber glaubt, das hier in Heiligendamm nur die vollendeten weißen Häuser der Bäderarchitektur stehen, hat man sich getäuscht. Fünf Villen in dem Zustand wie auf dem folgenden Bild standen allein an der Promenade neben dem Kempinski Grand Hotel. Ich frage mich, wie man die damals beim Gipfeltreffen "weggezaubert" hat.


Und das Grand-Hotel, da wo der riesige Strandkorb auf dem Rasen stand für die Regierungs-Chefs, ist fürt "Otto-Normalverbraucher" verschlossen. Ich habe mich am Strand unterhalb einer Betonmauer durchgeschlagen, um an einer erhöhten Stelle doch noch dieses Bild zu erhaschen.

Auf dem Rückweg habe ich noch einen Blick auf den Parkplatz hinter dem Hotel geworfen. Dort standen aber nur Autos, die ich nicht kannte. Zur Info: BMW, AUDI und Mercedes kenne ich.

Morgens zum Schloss - nachmittags zu den Wölfen

02.09.16

Morgens um 07.30 Uhr bin ich gestartet und habe erstmal ein "Selfie" von mir gemacht. Im Hintergrund sieht man in der Ferne das Schloss Güstrow.


Für alle die, die eine Brille brauchen, hier das Schloss noch mal etwas größer.


Und jetzt noch mal von ganz nah.


Das Rathaus finde ich nicht besonders schön, aber interessant.


Welcher Aufwand hier betrieben wird, um eine Fassade zu erhalten, macht dieses Bild deutlich.


Nach dem Mittagessen bin ich in den nahegelegenen Wildpark gefahren. Heimische Tiere in fast freier Natur. Damwild, Hirsche und andete Tiere, die dem Menschen nicht gefährlich werden können, laufen frei herum und begegnen einem auf dem Spaziergang. Hinter einem Zaun sind allerdings die Wildschweine.


Auch die Vorfahren unserer Kühe, die Ur-Rinder waren durch einen Elektrozaun von uns getrennt. Mit den Hörnern möchte ich auch keine nähere Bekanntschaft machen.


Auch die Wölfe waren durch Gitterzäune und Elektrodrähte schön von den Besuchern getrennt. Sie wurden gerade gefüttert, laufen dabei sehr scheu und unruhig umher und haben immer den Schwanz eingeklemmt. Sie verhalten sich so wie man es aus dem Fernsehen kennt.


Überraschung: 85 km gefahren und nichts passiert!

01.09.16

Nach der Verabschiedung von meinen Helfern/Rettern bin ich um 09.30 Uhr gestartet. Aber für die ersten vier Kilometer brauchte ich schon 45 Minuten, Grund: das besagte und gefürchtete Kopfsteinpflaster. Die restlichen 81 km gingen zwar manchmal bergauf, waren aber immer gut asphaltiert, da Bundesstraße. Ich war ja jetzt in der Mecklenburgischen Schweiz unterwegs. Ein Bild möchte ich Euch nicht vorenthalten.


Und auch auf dieser Reise ist es wieder passiert: Ein Rettungswagen, dahinter der Notarztwagen kommt mir entgegen mit hoher Geschwindigkeit und Blaulicht, also im Einsatz. Etwa 50 m vor mir betätigt der Fahrer mehrmals die Lichthupe und zeigt mir den Daumen hoch. Leider habe ich davon kein Bild machen können. Auch Brummi-Fahrer haben das heute ein paar Mal gemacht.

In Güstrow stehe ich neben dem Hotel am Tierpark. Die sanitären Anlagen sind super und der Preis (15 € inkl. Duschen und Strom) auch. Natürlich bin ich noch kurz in die Stadt geradelt. Morgen schaue ich mir Schloss und Stadt genauer an.


Auf den ersten Blick sieht es jedenfalls sehr nett aus.

Mal was anderes - ein Tag ohne Pannen!

31.08.16

Als erstes heute morgen bin ich mit einer Tasse Tee zum See gegangen, um zu sehen, ob die beiden Holsteiner was gefangen hatten. Sie hatten, und was sie hatten! Zwei Karpfen, einer wog 14 kg, der andere sogar 19 kg.

Aber diese beiden Prachtexemplare hatten Glück und kamen nicht in die Pfanne, sie wurden wieder ausgesetzt. Wie groß der 19 kg-Karpfen war, kann man vielleicht schon am Maul erkennen.


Am Nachmittag bin ich mal wieder mit dem Rad los nach Neubrandenburg. Es ist eine ziemlich moderne Stadt, die aber ein paar alte Stadttore hat, die in Backstein-Gotik-Stil erbaut wurden.


Hier in Neubrandenburg sind in die Stadtmauer so genannte "Wiekhäuser" eingebaut, insgesamt 45 Stück, sehen ganz witzig aus.


Der zentrale Platz hat für mich nichts Schönes. Es ist ein riesiger betonierter Platz mit einem Hochhaus und diversen modernen Geschäftshäusern.


Am skurrilsten fand ich das "Haus für Bildung und Kultur", in Neubrandenburg gehört H&M dazu.


Auf der gegenüberliegenden Seite steht (noch) ein Hotel aus DDR-Zeiten. Es steht aber zum Abriss an.


Anschließend bin ich noch nach Alt Rehse gefahren. Zur NS-Zeit war hier die Führerschule der deutschen Ärzteschaft und in dieser Zeit wurden auch die Fachwerkhäuser im Ort gebaut als "Musterdorf" für Deutschland.


Die Häuser bekamen Namen nach den einzelnen Landschaften Deutschlands und das Baujahr bezog sich auf die neue Zeitrechnung, in diesem Fall also 1936.


Zu dem Dorf gehört neben der Dorfkirche auch noch ein schöner Dorfweiher, wie fast überall in Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern.


Der einzige Unversehrte aus der "Reisegesellschaft" ist der Bauwagen - bis heute!

30.08.16

Alles lief gut auf der Fahrt nach Neubrandenburg. Nur die letzten fünf Kilometer durch den Wald zum Campingplatz waren mal wieder "Kopfsteinpflaster vom Feinsten". Ja, was soll ich lange drumrum reden. Nach der Hälfte der Strecke knallte es einmal kurz und dann ein schleifendes Geräusch. Ich drehte mich um und dachte erst, das sich die Klappe vom Staukasten geöffnet hätte. Aber dann sah ich das ganze Elend: Der vordere Staukasten hatte sich verabschiedet. Die hinteren Schweißnähte waren wohl durch die Erschütterungen gerissen. Jedenfalls habe ich ihn leer geräumt und ein anderer Campinggast, ein Tischler aus Wöhrden bei Heide/Holstein, hat mir geholfen. Mit einem Spanngurt haben wir den leeren Staukasten fixiert.



Die restlichen Kilometer haben wir so schnell wie möglich hinter uns gebracht, da von 13 bis 15 Uhr der Platz geschlossen ist. Drei Minuten vor eins war ich an der Schranke und habe meinen "Patienten" erstmal abgestellt. Der Platzwart war sehr nett, sagte mir, das ich gegen 15 Uhr zum "Wirtschaftshof" kommen solle. Dann würden wir weitersehen.

Es war alles vorhanden: 2 Wagenheber, Flex, Bohrmaschine und Alteisen. Er hat dann mit selbst gebauten Winkeln den Staukasten wieder am Rahmen befestigt, sich dabei sichtlich abgemüht. Natürlich kamen noch andere Camper und standen mit Ratschlägen bereit. Es war wohl schon 18 Uhr als ich den Bauwagen wieder auf seinen Platz gebracht habe. Danach gab es erstmal Abendbrot. Morgen bleibe ich noch hier, kaufe mir Spanngurte, um den Staukasten zu sichern.

Heute hat es den HANOMAG erwischt!

29.08.16

Zu Beginn gleich mal ein Bilderrätsel. Was ist das? bzw. Was bedeutet das?


Richtig! Plattfuß, und zwar vorne links.


Ich habe am Morgen den Trecker vorbereitet für den Tag. Ich dachte zuerst, das der Boden hier so weich sei, weil das Rad so tief eingesunken war. Aber der Boden war hart, der Reifen war platt. Ich bin also wieder zum Wirtepaar und der Mann ist mit mir ein weiteres Mal nach Templin gefahren, diesmal zu einem Reifenhandel. Natürlich war der passende Schlauch nicht auf Lager, könnte Mittwoch da sein, mit Express schon am Dienstag. Ich war der Verzweiflung nahe, aber mein Gastgeber (und inzwischen auch schon Fahrer) sprach noch mal mit einem anderen Mitarbeiter, ob es nicht eine andere Lösung gäbe. Nach kurzem Beratschlagen war sie gefunden. Ich konnte das Rad in einer halben Stunde wieder abholen.

So hatte ich nur zwei Stunden verloren und bin schon um 11.00 Uhr zu den Feldberger Seen gefahren. Sonst ist nichts mehr passiert, außer der obligatorischen Vollsperrung einer Ortschaft mit einer Umleitung von ca. 15 km. Abends wollte ich dann mal das Pflaster am Zeigefinger wechseln. Davor hatte ich schon den ganzen Tag einige Bedenken, aber es ging alles gut. Ich hatte nicht mal Schweißausbrüche. Hier der Beweis, das der gestrige Verband kein Simulantenwerk war.


Nach dem Trecker nun der Fahrer: OP!

28.08.16

Eigentlich sollte es heute weitergehen, aber daraus wurde nichts. An einem superscharfen japanischen Santoku-Messer habe ich mir eine zwei Zentimeter lange Schnittwunde am linken Zeigefinger zugefügt. Nach dem Gewinn des Kampfes gegen die Bewußtlosigkeit  bin ich zum Platzinhaber gegangen, der mir einen Notverband anlegte. Er war früher Rettungssanitäter gewesen und konnte das sehr gut, meinte aber, das sei was für das Krankenhaus. Er ist dann mit mir nach Templin ins dortige Krankenhaus zur Unfallaufnahme. Der Chefchirurg hat dann mit Nadel und Faden wieder alles zusammengefügt, war schmerzhaft und nicht schön. Auf dem Entlassungsschein stand als Anamese (muss ich noch mal googlen) drauf: "Unfall durch Exposition gegenüber mechanischen Kräften". Ja, und als ich wieder am Bauwagen war, konnte ich auch wieder den Fotoapparat halten.


Die restlichen Hiobsbotschaften kommen morgen. Der Akku ist leer.

Auch das gibt es: Auf dem Campingplatz sind keine Treckerfahrer erwünscht!

27.08.16

Zunächst mal Entschuldigung für die lange Zeit ohne Informationen und Bilder. Aber es ist einiges passiert. Aber alles der Reihe nach.

Die beiden Jungs waren unterwegs und ich habe mich nach dem Aufräumen im Bauwagen von den beiden Campingplatz-Wirten Frank und Hansi verabschiedet. Dann bin ich mit dem HANOMAG gestartet. Die erste Prüfung kam gleich nach dem Campingplatz: Der Berg nach Münchehofe. Aber es war wohl anstrengend fǘr ihn aber er hat es geschafft. Von den nächsten schwierigen Abschnitten des Tages wusste ich zu dem Zeitpunkt noch nichts. Im Nachbarort Hermersdorf haben wir dann erstmal die Gänse und Enten von der Straße gescheucht.


Aber dann kam schon die erste "Straßenprüfung": Die Kreisstraße nach Wulkow.


Hier noch mal etwas besser erkennbar.


Das bedeutet Schrittgeschwindigkeit.

Danach waren die Straßen überwiegend über dem westdeutschen Niveau (zumeist Bundesstraßen, aber nicht wegen des hohen Verkehrsaufkommens, sondern vielmehr aus Finanzierungsgründen).

Bei Eberswalde wollte ich auf einen kleinen Campingplatz am alten Finowkanal. Ich hatte vorher angerufen und man war nicht begeistert. Man habe moorigen Untergrund und Traktoren?!? Sie würden keine Traktoren aufnehmen. Da ich sowieso am Platz mehr oder weniger vorbei kam, bin ich natürlich hingefahren, konnte die Frau aber nicht überzeugen. So musste ich wohl oder übel weiter zum nächsten Platz. Es ging vorbei am alten Schiffshebewerk. Überall standen Halteverbotsschilder, also langsam fahren und es sich anschauen.



Gleich daneben entsteht das neue Schiffshebewerk von Niederfinow.


Die zweite Halbzeit meiner Tagesetappe war dann das Spiegelbild der ersten. Zunächst war ich auf Bundesstraßen unterwegs, bevor das dicke Ende kam. Um einen Schlenker von 21 km abzukürzen, habe ich eine "Kreisstraße" durch den Wald genommen. In Friedrichswalde links ab nach Reiersdorf. Zuerst war die Welt auch noch in Ordnung, die Straße asphaltiert.


Aber dann - und das hatte ich übersehen - überquerte ich eine Kreisgrenze! Und die Straßenplaner im Kreis Uckermark hatten wohl andere Schwerpunkte als im Kreis Barnim. Jedenfalls sah die Kreisstraße plötzlich so aus.


Aber keine Angst, man wurde auf den Zustand der Straße und den eingeschränkten Winterdienst hingewiesen.


Auch diese Information bringt einen richtig voran oderf noch mehr auf die Palme, vor allem wenn man mit Schrittgeschwindigkeit mitten im Wald unterwegs ist.


Welche Blüten im Straßenwesen manchmal in Deutschland gebaut werden, kann man erst auf dem folgenden Bild sehen. An der Kreisgrenze, also mit dem Ende des Ausbaus im Nachbarkreis, beginnt ca. 10 m parallel zur Straße durch den Wald verlaufend ein neuer aspahltierter Radweg. Die Radfahrer schauten mitleidig zu mir herüber.


Aber alles hat ein Ende, nur manchmal dauert es eben etwas länger. Schließlich bin ich in Vietmannsdorf angekommen. Der Campingplatz war ausgeschildert, nur der Platz war leer! So ein Mist! dachte ich schon. Aber ein Nachbar erklärte mir den Weg zur Rezeption. Ich war tatsächlich der einzige Gast!


Der MAN ist auf dem Heimweg

27.08.16

Gegen 22.30 Uhr sind gestern Gerrit und Guido hier angekommen. Geplagt von Mücken haben sie den HANOMAG per Seilwinde abgeladen, um die Nachtruhe auf dem Campingplatz nicht zu stören. Es sah aus, als hätten die beiden das schon öfter gemacht. Na ja, zumindest aufgeladen.

Beim MAN musste vor dem Verladen noch das Dach abgebaut werden. Auch er wurde per Winde auf den Anhänger gezogen und anschließend verzurrt. Dann kam an den Hanomag noch der Spiegelträger und so war es weit nach Mitternacht, als wir endlich soweit alles hatten, das wir zu Abend gegessen haben.

Heute morgen um kurz vor 06.00 Uhr klingelte der Wecker. Gerrit hat noch den Tacho an den HANOMAG gebaut, ihn ordentlich abgeschmiert und dann sind die beiden ohne Frühstück gegen 07.00 Uhr mit dem Gespann gestartet.


Es war schon ein komisches Gefühl, den MAN vorbeifahren zu sehen, ohne darauf zu sitzen.


Ja, und dann kam der Moment, wo ich den MAN aus den Augen verloren habe.


Aber für mich bleibt das Leben spannend: Gestern habe ich auf dem Campingplatz am Finowkanal bei Eberswalde angerufen, um zu reservieren. Ja, ein Trecker und Bauwagen, das wäre wohl nichts für ihren moorigen Untergrund, meinte die gute Frau. Ich versuchte, ihr zu erklären, das es nur ein kleiner sei und ein PKW mit Caravan oder Wohnmobil sei genauso schwer. Da muss ich wohl erst noch Überzeugungsarbeit leisten oder ich fahre weiter bis zum nächsten, habe dafür aber anschließend mal einen Tag Pause. Schaun wir mal!

Wie das die nächsten Tage mit dem Internet ist, vermag ich nicht zu sagen. Also nicht verzweifeln, spätestens am 24. September bin ich wieder in Fahrenhorst.

Schon wieder ein Tag ohne Aktivitäten!

26.08.16

Den heutigen Tag kann ich unter "Faulenzen" abbuchen. Ich habe Sachen zusammengeräumt, die Gerrit und Guido schon mal mitnehmen sollen nach Fahrenhorst. Aber zunächst noch ein Bild vom gestrigen Sonnenuntergang unten am See.


Es sieht zwar etwas kitschig aus, war aber trotzdem schön. Heute morgen war ich schon um 06.30 Uhr am See. Wenn man den See allein genießen will, muss man so früh erscheinen. Kurze Zeit später kommen die ersten Badegäste, vorwiegend praktizieren die FKK - aber nur die ältere Generation.


 

Am Nachmittag habe ich dann noch einen kleinen Spaziergang gemacht, ihn aber abgebrochen, als ich zuerst an einer Suhle der Wildschweine und wenig später deren "Esszimmer" durchschritten habe. Ich wollte nicht unbedingt einer Bache mit ihren Frischlingen begegnen.

Zur Erinnerung an meine Zeit hier auf dem Campingplatz am Klobichsee in Münchehof bei Müncheberg im Landkreis Märkisch Oderland habe ich noch ein Bild gemacht, das den Blick von meinem Bauwagen zur Rezeption und dem davorliegenden Spielplatz zeigt.


Der Platz wird mir wohl immer in Erinnerung bleiben - nicht unbedingt nur negative. Die Menschen hier war nett und sehr hilfsbereit, die Natur unendlich, nur die touristischen Ziele könnten etwas mehr sein.

Holzfällarbeiten im Naturschutzgebiet und jedes Dorf mit eigenem Schloss

25.08.16

Nach dem gestern ein "Faulenzertag" war, habe ich mich heute mal wieder aufs Rad geschwungen. Um es vorweg zu nehmen: Es waren 33 km, vorwiegend auf Wald- und Feldwegen. Schon nach wenigen Kilometern hörte ich im Wald Motorengeräusche. Es war ein so genannter Vollernter für die Forstwirtschaft am Werk.


Wenig später kam ich an einen kleinen See mitten im Wald. Dort waren auch "Holzfäller" am Werk gewesen. Eine Eiche mit einem Durchmesser von ca. 50 cm war von Bibern kahl gefressen. Sie wird es wohl nicht überleben, zumal die Biber weiter nagen werden bis der Baum im See liegt.


In Neuhardenberg haben ich mir das Hardenbergsche Schloss von aussen angesehen. Es ist heute eine Stiftung der Sparkassen-Finanzgruppe und wird als Tagungshotel genutzt.


Auf der Weiterfahrt ist mir dann bewusst geworden, dass ich in der ehemaligen DDR unterwegs bin - oder kennt man bei uns einen "Broiler"?!?


Der nächste Ort in vier Kilometern Entfernung hieß dann Wulkow. Obwohl hier nur ca. 300 Menschen leben, gibt es hier schon das nächste alte Schloss oder vielleicht Gutshaus, heute als Hotel genutzt.


Weitere vier Kilometer weiter liegt Trebnitz, ebenfalls nur ca. 300 Einwohner, aber ebenfalls mit einem Schloss oder Gutshaus.


Das sind ja alles nur die, die ich gefunden, bzw. gesehen habe. Wahrscheinlich stehen hier noch mehr in der Gegend herum - im Dornröschenschlaf. Auf dem Rückweg ist mir dann eingefallen, dass ich ja wohl - hoffentlich - die nächsten Tage jeden Tag fahre, um rechtzeitig in Kühlungsborn bzw. Wismar zu sein. Aber auch Wäschemachen wäre mal angesagt. Also habe ich kurzentschlossen am Nachmittag einen Waschtag eingelegt. Sonne und Wind ersparten mir die Trocknerkosten. Und als die Wäsche auf der Leine war, bin ich in den See zum Schwimmen gegangen.


Ein Tag Urlaub vom Urlaub

24.08.16

Heute habe ich einen Tag gar nichts gemacht. Den ganzen Tag war ich nur auf dem Campingplatz, habe im Bauwagen Sachen gepackt, die am Wochenende schon in Richtung Fahrenhorst gehen können. Ich habe nicht mal ein Foto gemacht, das ich "ins Netz" stellen könnte. Auch für ein Gespräch mit den Nachbarn war genügend Zeit vorhanden. Ein kurzer Gang zur Badestelle am See und das war's.

Ich bin nach Polen marschiert, nicht einmarschiert!

23.08.16

Ich hatte mich schlau gemacht, wie man am besten nach Küstrin in Polen kommt. Als Ergebnis hatte ich herausgefunden: Zunächst vier Kilometer mit dem Fahrrad bis zu einem Haltepunkt der NEB (Niederbarnimer Eisenbahn). Dann drei Stationen bis Seelow-Gusow, dort umsteigen in den SEV (Schienen-Ersatz-Verkehr) bis Küstrin-Kietz. Dort besteht die Möglichkeit, mit dem Kleinbus weiter zu fahren bis Küstrin Bahnhof. Den letzten Part habe ich weggelassen und bin zu Fuß in Richtung polnische Grenze marschiert. Der Weg zog sich, ich war fast eine Stunde unterwegs und habe es schließlich geschafft.


Durch die alte, völlig zerstörte Festung ging ich Richtung "Altstadt", wobei ich erst später festgestellte habe, das damit die Festung gemeint war. Das nächste war dann der übliche "Grenz-Basar", wo alles angeboten wird. Hier bekommt man neben Pfifferlingen und Blaubeeren auf dem gleichen Stand noch die gute polnische Wurst und natürlich Kaffee und Zigaretten.


Dieser Basar war eine Budenstadt, die etwa 100 m breit war und ca. 300 m lang. Ein Stand neben dem anderen. Hauptsächlich werden Schuhe und Bekleidung, Haushaltswaren und Werkzeuge angeboten. Aber man bekommt auch Luftgewehre. Kommentar der Verkäuferin als ich das Bild gemacht habe: "Bild nix gut, kaufen besser!"

Ja, und dann war da noch der Stand mit den Gartenfiguren aus Plastik. Neben Hunden, Enten, kleinen Rehen und Schafen fiel mir dieser Gartenzwerg auf.


Auf meiner Suche nach der Altstadt bin ich nicht fündig geworden, kein Wunder, es gibt sie nicht. Auf dem einzigen Stadtplan in der Stadt, der am Bahnhof stand, sah ich dann, das die zerstörte Festung (heute Wald) als "Altstadt" bezeichnet wird. Küstrin besteht heute eigentlich nur aus Wohnblöcken, Einkaufszentren, Tankstellen und Wechselstuben.


Zur nächsten Einkaufsmöglichkeit sind es 8 km!

22.08.16

Morgens ist der Platzwart Frank mit mir zu einer Werkstatt gefahren, die u. a. auch Motoren instandsetzt. Aber das Gespräch mit ihm und ein zusätzliches Telefonat zwischen dem Werkstattbesitzer und Gerrit hat erbracht, das ein Austausch der Trecker die beste Lösung ist. Es war eine Möglichkeit, aber mehr nicht. So bin ich jetzt für den Rest der Woche hier im Naturschutzgebiet, stehe aber selber noch nicht unter Naturschutz, obwohl "Artenschutz" könnte auch auf mich zutreffen, seltener Vogel und so.

Nach der ganzen Aufregung die letzten Tage, muss ich ja nun mal sehen, wie ich an Lebensmittel kommen. Die Antwort ist ganz einfach: In Müncheberg ist ein LIDL, ALDI, EDEKA und netto. Das Problem: Müncheberg ist 8 km entfernt. Also mal wieder rauf auf das Fahrrad und los. Der erste Kilometer ist immer der schwerste: Der Campingplatz liegt unten am See und das Dorf Münchehofe oben auf dem Hügel. Egal, wo man hinwill, es geht immer bergauf. Für die Hinfahrt hatte ich mir einen Feldweg ausgesucht, der sehr schön durch den Wald führte. Auf dem freien Feld hatte man dann einen schönen Ausblick, mal wieder.

Anschließend kam ich durch ein Dorf, in dem die Straße noch das alte Kopfsteinpflaster hatte. Also war sie nicht unbedingt für die Rückfahrt mit vollen Packtaschen geeignet. Der Weg entlang der Straße zurück war aber auch in Ordnung, da hier wirklich nur wenig Verkehr herrscht. Die meisten Fahrzeuge sind FENDT 927 oder diese Größenklasse. Die Felder sind leicht hügelig und wesentlich größer als bei uns.


Der MAN hat Pause, das Fahrrad nicht!

21.08.16

Nach dem gestrigen Tag haben sie sehr viele nach dem Wohlbefinden des MAN erkundigt und waren sichtlich betroffen, als sie hörten, das alles umsonst gewesen ist. Der Platz hier ist zwar sehr einfach, aber die Leute sind unheimlich nett und hilfsbereit. So hat gestern z. B. ein älterer Herr abends angeboten, seinen "Reise-Wohnwagen" zur Verfügung zu stellen, damit Lena und Gerrit übernachten könnten. Heute Morgen fragte ich an der Rezeption nach einer Einkaufsmöglichkeit, um mir Brot und Grünzeug zu kaufen, da meine Bestände ziemlich zur Neige gegangen sind. Daraufhin hat der Platzwart mir den Rest von seinem Brot gegeben. Wenig später kam eine Frau mit einer Tüte und brachte mir Banane, Birne, Apfel, Tomate, Mozarella und drei Scheiben Schwarzbrot. Sie hatte das Gespräch an der Rezeption mitbekommen.

Der MAN hat von Gerrit absolute Bettruhe verordnet bekommen. Das Fahrrad musste deshalb heute herhalten. Da man hier nur um einen See wandern kann, habe ich mich entschlossen, die 6 km nach Buckow durch die Märkische Schweiz zu fahren. Der Name "Schweiz" läßt vermuten, das es auch hier bergauf und bergab ging. Diese Vermutung war richtig, also wieder "Radwandern". Der Ort Buckow ist ziemlich klein, hat aber einen Bahnhof, wenn auch nur einen von der Kleinbahn. An diesem Wochenende fand dort das Fischer- und Seefest statt, so etwas Ähnliches wie der Fahrenhorster Flohmarkt. Es gab sehr viele Stände, die Räucherfisch verkauften und ein kleines Schiff, mit dem man eine Rundfahrt machen konnte.

Auch eine "Seejungfrau" stand am Ufer des Sees, um einen zu taufen. Das habe ich aber sein lassen.

Bei einer kleinen Rundfahrt durch den Ort sind mir zwei Kuriositäten aufgefallen, zum einen dieser Rasenmäher aus der Zeit der Mangelwirtschaft in der DDR.


Und zum anderen dieser Plüsch-Eisbär, der noch nicht entsorgt werden wollte.


Zurück ging es dann wieder über Berg und Tal. Dabei gab es immer wieder herrliche Blicke auf einen verträumten Seerosenteich am Rande des Weges.


Im Ort Münchehof steht diese alte Dorfkirche aus Feldsteinen, ähnlich wie auch die Kirchen in der Lüneburger Heide. Gerade als ich wieder auf dem Campingplatz angekommen war, fing es an zu regnen. Es scheint, das mich das Glück doch noch nicht ganz verlassen hat. Mal sehen, was der morgige Tag für mich bereit hält.


Für den MAN ist die Reise zu Ende - für mich????

20.08.16

Der Patient MAN hatte sozusagen einen "Schlaganfall". Er hatte sich wohl angekündigt, kam dann aber doch völlig überraschend. Ich bin bis hier in die Märkische Schweiz bei Buckow gekommen. Dann hat es ihn erwischt. Einerseits bin ich hier in der absoluten Einsamkeit, andererseits gibt es hier viel herrliche Natur. Aber dafür habe ich im Moment kein Auge. Vielleicht kommt das später wieder.

Nach dem Telefonat gestern hat Gerrit wohl zu Hause alle Hebel in Bewegung gesetzt, um noch fehlendes Material wie Schrauben, Magnet-Bohrmaschine (von Zimmerei Cohrs), Kühlflüssigkeit etc. zu besorgen. Jedenfalls waren Lena und Gerrit gestern abend gegen 21.45 Uhr bei mir am Bauwagen angekommen.

Heute morgen sollte dann die "OP" beginnen. Der "Patient" sah noch gut aus.


Die OP begann und auf dem Tisch wurden die Einzelteile der Innereien des Motors fein säuberlich ausgelegt, damit alles wieder an der richtigen Stelle eingebaut wird.

Dann endlich ist der Zylingerkopf los und kann abgenommen werden. Ganz schön schwer das Ding.


Und das war die Ursache des ganzen Übels: Die durchgebrannte Kopfdichtung.


Das Wichtigste vor dem Zusammenbau ist die gründliche Reinigung der Flächen vom Zylinderkopf und dem Motorblock. Eigentlich müssten sie geschliffen werden, aber bei der "feldmäßigen Instandsetzung" ist das nicht möglich.


Zu allem Übel hatte es zwischenzeitlich auch noch angefangen zu regnen. Aber das behelfsmäßige Dach hat ausgereicht.

Ja, und dann kam der dunkelste Augenblick des Tages. Wir haben Kühlflüssigkeit aufgefüllt und sie kam zwischen Motorblock und Zylinderkopf wieder heraus. Keiner konnte sagen warum, aber es war so. Also das Ganze noch mal von vorn. Die Stimmung, vorher noch hoffnungsvoll, fiel auf einen - vorläufigen - Tiefpunkt. Am Abend hatten wir dann die Dichtung zum zweiten Mal eingesetzt. Wir haben etwas gewartet, damit die Dichtungsmasse anziehen konnte. Und dann machte Gerrit eine Probefahrt. Zunächst war auch noch alles gut, aber auf der Rückfahrt zum Bauwagen merkte er schon, dass etwas nicht stimmt. Und wie immer, hatte er Recht. Im Kühlwasser war Öl. Damit war der absolute Tiefpunkt der Stimmung erreicht. Lena und Gerrit sind dann wieder nach Hause gefahren. Da war es schon dunkel.

Wie es jetzt weitergeht, steht in den Sternen. Aber irgendwie geht es ja immer weiter.

Gestern war die Welt noch in Ordnung, heute Zylinderkopfdichtung!!!!

19.08.16

Ja, so spielt das Leben bzw. der MAN. Gestern war noch alles ok, zwar gab es bei ihm ein leichtes Unwohlsein, er kochte, aber damit hatte ich nicht gerechnet. Beim Kontrollieren des Ölstandes stellte ich fest, das es sich vermehrt hatte. Also Ölablass-Schraube, und was kam zuerst heraus: Wasser. Diagnose Zylinderkopfdichtung. 

Nach einem kurzen Telefonat mit Gerrit habe ich beschlossen, hier in der Einsamkeit zunächst zu bleiben. Essen und Trinken für ein paar Tage habe ich ja dabei.

Wenn es was Neues gibt melde ich mich wieder!

Der Dreh mit dem rbb dauerte drei Stunden, das Ergebnis wird wohl nur drei Minuten lang sein

18.08.16

Morgens habe ich mir den Platz noch einmal etwas genauer angeschaut. Es ist ein alter "DDR-Platz", sprich Natur-Camping, an dem auch nur das Nötigste gemacht wurde. Da standen ncoh die alten Kraft-Steckdosen, die man für Kino und Tanzzelt benötigte. Auch die Wohnwagen scheinen damals mehr Strom gebraucht zu haben.


Um 10.00 Uhr hatte sich das Team vom rbb mit mir im Nachbarort von Bad Saarow verabredet. Der MAN wollte wieder nicht anspringen, Grund: Ein Kabel hatte sich von der Lichtmaschine gelöst, und so wurde die Batterie nicht mehr geladen. Aber ich hatte ja ein Fremdstartkabel und einen Schraubendreher dabei.

Der Dreh mit dem rbb lief ganz normal ab: Zuerst große Lagebesprechung und dann in Abkürzungen miteinander reden bzw. mit Handzeichen. Der Kameramann saß meist im Wagen vor uns. Die Kofferraumklappe des VW Caddy war geöffnet und er hatte sich tatsächlich mit einem Fahrrad-Gepäck-Gummi gesichert. Das Interview war in mehrere Teile aufgespalten, zum Schluss wusste keiner so richtig, was schon "im Kasten" war und was nicht. Ich bin mal auf das Ergebnis gespannt.

Gegen 13.00 Uhr sind wir dann in Fürstenwalde angekommen. Dort wurde ich dann vom Bürgermeister - welch Zufall? - begrüßt. Danach ging alles ganz schnell. Das rbb-Team verabschiedete sich und fuhr davon. Das Ganze sollte ja noch heute abend kurz vor acht Uhr gesendet werden in "rbb-aktuell".

Fazit: Es war mal wieder interessant, aber auch gut, dass es nach drei Stunden vorbei war. Wenn man überlegt, das vier bezahlte Mitarbeiter (also ohne mich) länger als einen halben Tag beschäftigt sind, um einen dreiminütigen Spot zu drehen. Aber vielleicht sollte man das gar nicht machen.

Ich bin jedenfalls danach in die Märkische Schweiz weiter gefahren auf einen kleinen Campingplatz. Der MAN zeigte wieder mal Mucken, er kochte. Der heutige Platz ist zwar etwas besser als der gestrige, liegt dafür aber am A... der Welt mitten in einem Naturschutzgebiet. Was man hier hat ist: Landschaft, Ruhe und ein schlechtes Mobilnetz. Und ein Gewitter hat das PC-Netz des Platzes zerstört. Im Moment läuft alles über ein Provisorium. Auch diese Zeilen habe ich darüber geschrieben.


Auf zum Scharmützelsee

17.08.16

Morgens habe ich zuerst noch den kleinen Kindern der Nachbarn des Trecker gezeigt. Sie waren - wie alle Kinder - begeistert, vor allem das Lenkrad hatte es ihnen angetan. Am späten Vormittag bin ich dann gestartet. Es ging über Lübben Richtung Bad Saarow am Scharmützelsee. Unterwegs sind mir die dicken Eichen rechts und links der Straße aufgefallen. Manche hatten einen Durchmesser von 1,20 bis 1,40 m. Unterwegs hatte ich doch tatsächlich mal über eine längere Strecke eine Landstraße, die relativ schlecht, sprich holprig war. Ansonsten muss ich sagen, dass die Land- und Kreisstraßen in Rheinland-Pfalz und dem Saarland schlechter sind als hier in Brandenburg. Es muss da in der Vergangenheit sehr viel investiert worden sein. Und im Moment scheint es einen Topf zu geben, der die Erneuerung der Ortsdurchfahrten fördert. Denn so viele Vollsperrungen von ganzen Orten habe ich nur in Brandenburg gesehen.

Schließlich bin ich in Bad Saarow angekommen, ein mondäner Ort, der auch schon früher ein beliebter Platz der besseren Gesellschaft gewesen zu sein scheint. Am Scharmützelsee gab es ein kleines Freibad und einen kleinen Hafen für die Sportboote.


Abends habe ich mich mit dem Geschäftsführer des Verbandes der Kleinbrauer in Brandenburg getroffen. Der hatte natürlich wieder die Presse dabei und auch den Brauereibesitzer der Rathausbrauerei in Fürstenwalde. Bei dem bin ich dann morgen mit dem rbb-Fernsehen.

Lübbenauer Gurkentour

16.08.16

Da ich ja nun auf einem Campingplatz außerhalb von Lübbenau stand, musste ich wohl notgedrungen erstmal 10 km bis Lübbenau fahren, um mich dort auf die "Lübbenauer Gurkentour" zu machen. Am "Hafen" war noch nichts los, die Touristen saßen noch alle beim Frühstück bzw. im Bus auf der Anreise. Die Boote lagen noch beplant im Hafenbecken, es war alles sehr ruhig und die Schiffer waren überrascht, wenn man "Moin" sagt.


Unterwegs sah man das eine oder andere schöne, alte Haus, konnte in aller Ruhe ein Foto machen, denn auch auf dem Radweg durch den Spreewald war noch nichts los.


Aber dann fing langsam der Gegenverkehr auf dem Radweg an. Es waren vorwiegend Radtouristen, alle bepackt mit Gepäcktaschen, manche sogar mit Anhänger. Meine Fahrt ging über Lehde und Leipe in Richtung Vetschau. Dann hörte ich ein Geräusch, das mich an einen größeren Traktor vor einer Presse erinnerte, konnte mir aber nicht vorstellen, daß so etwas hier unterwegs ist. Also Erkundung. Und was war es? Eine Mähmaschine, um die Kanäle vom Kraut zu befreien und schiffbar zu halten. Es war ein Amphibienfahrzeug, angetrieben über Gummiketten.

Kurz vor Vetschau dann das nächste Spezialfahrzeug: Ein "Gurkenflieger". Dieser stand wohl nur für die Touristen zur Besichtigung im Feld. Gurken hatte man mit dem Ding lange nicht mehr gepflückt, aber vielleicht irre ich mich auch.


Dann ging es über Vetschau (nicht sonderlich interessant) zurück nach Lübbenau. Dort waren mittlerweile die Touristen eingetroffen. Auf dem Busparkplatz habe ich 14 Busse gezählt und die Straßen waren voll.


Auch am Hafen hatten die Gurkenstände geöffnet und die Kapitäne der Spreekähne hatten alle Hände voll zu tun.

Dann musste ich ja noch zurück zum Bauwagen und so kam ich auf ca. 55 km Radtour, und alles ohne Hügel, kein Schieben, nur Fahren.

Brandenburg - Land der Vollsperrungen und Umleitungen

15.08.16

 Ich weiß, ihr könnt es schon nicht mehr hören/lesen. Aber ich auch nicht. Allein heute wieder frei kleine Orte, die mit einer Vollsperrung für mich unpassierbar wurden und ich eine Umleitung in kauf nehmen musste. Als einzige Entschädigung diese Eindrücke.


Für all die, die es nicht erkannt haben. Es war eines von vielen Sonnenblumenfeldern.


Wenig später dann dieses Bild. Es sind drei John-Deere-Mähdrescher, der vierte fährt vorweg, passte nicht mehr auf das Bild. Wo gibt es bei uns Felder, auf denen vier große Mähdrescher parallel arbeiten?!?


Ja, und immer wieder diese verflixten roten Balken auf den Hinweisschildern.

Zum krönenden Abschluss des Tages waren dann auch beide Campingplätze in Lübbenau ausgebucht, so dass ich noch mal sieben Kilometer weiter fahren musste. Damit hatte ich dann auch heute wieder die 70er-Marke geknackt, was ich gar nicht wollte.


Auf dem Platz bekam ich dann einen Anruf vom rbb-Fernsehen. Sie haben von meiner Tour gehört und würden mich gern am Donnerstag begleiten. Da auch im Gespräch die Brandenburger Bierstraße erwähnt wurde, habe ich da so eine Ahnung.

 

Schönes Wetter - ideal für eine Radtour zur "F60"

14.08.16

 Asphaltierter Radweg, keine Berge und dann noch vorwiegend durch Waldgebiete, die einem Schatten bieten. Das ist doch mal eine Strecke, die man gerne fährt. Bei der Brücke "F60" habe ich an einer Führung teilgenommen. Ohne kommt man nämlich nicht auf den Koloss.

Hier mal ein paar Zahlen: Gesamtlänge 502 m (zum Vergleich: Der Eiffelturm ist nur 302 m hoch), Gesamtgewicht: 13.500 t, Höhe der Auslegerspitze: 74 m, Anzahl der Elektromotoren: 332, Gewicht des Farbanstriches: 150 t.


Auf dem Weg zur Spitze des Auslegers sind wir entlang der Förderbänder gelaufen. So eine Rolle, auf der das Band läuft, wiegt 40 kg, das Band ist 2,70 m breit. Vielleicht noch ein Vergleich der Leistung der Brücke. In einer Stunde fördert sie soviel Abraum weg, das damit ein Fußballfeld ca. 8 m hoch aufgefüllt werden kann.


Bewegt wird die F60 über Schienen, auf denen sie über Elektromotoren bewegt wird.


Oben am Ende des Auslegers in 74 m Höhe wehte ein laues Lüftchen. Man hatte aber eine herrliche Aussicht, zum einen auf die Landschaft, zum anderen auf die 500 m lange Stahlkonstruktion.


Abends kam dann noch die örtliche Presse, um mit mir über meine Reise zu sprechen. Da ich hier in Finsterwalde am südlichsten Punkt der "Brandenburger Bierstraße" bin, war auch noch die 1. Brandenburger Bierkönigin dazu gekommen und "zufällig" kam auch noch der Bürgermeister vorbei. Die Brandenburger Bierstraße ist keine festgeschriebene Route, die man abfahren kann, sondern so eine Art Zusammenschluss Brandenburger Brauereien, um gemeinsam Werbung für Brandenburger Biere und die Biertradition in Brandenburg zu machen. Auf meinem weiteren Weg werde ich wohl die eine oder andere kleine Brauerei besuchen, aber nicht immer übernachten. Es war ein sehr netter Abend, der noch durch den Besuch zweier "Finsterwalder Sänger" abgeschlossen wurde.

Die Kamera zeigt an "Systemfehler Zoom!"

13.08.16

Das war ein Schreck in der Morgenstunde. Meine Kamera verweigerte ihren Dienst. Nach dem Einschalten kam die Meldung "Systemfehler Zoom!" Das bedeutete nichts Gutes. Nach Recherchen im Internet musste ich feststellen: Das war so ziemlich das Schlimmste, was einem passieren kann. Und das am Samstag, eigentlich war der Tag mit Treckerfahren nach Finsterwalde verplant. Aber jetzt musste ich erstmal sehen, woher ich eine neue Kamera bekam. Schließlich habe ich schon in Coswig in einem Elektrogeschäft eine neue gekauft. Unterwegs gab es keinen größeren Ort, der auf ein Einkaufszentrum mit entsprechendem Geschäft hoffen ließ. Und samstags machten die Läden meist schon am frühen Nachmittag zu. Und ohne, das ging gar nicht.

Der nächste größere Ort war Großenhain. Dort gab es einen ehemaligen sowjetischen Militärflughafen, heute größtenteils als Industrie genutzt.


Aber dort gab es ein "Fliegendes Museum". Mit alten Maschinen, u. a. auch Doppeldeckern konnte man dort Rundflüge machen. Dort habe ich Mittagspause gemacht und mir das Treiben des kleinen Vereins angeschaut.


Einige alte Bunkereingänge aus der sowjetischen Zeit hat man für die Nachwelt erhalten.


Auf der Weiterfahrt nach Finsterwalde kam in Elsterwerda was kommen musste: Vollsperrung und Umleitung! So kam ich auch noch nach Lauchhammer und an dem Tagebau vorbei, wo die "F60", ein Besucherbergwerk, stand. Bergwerk ist eigentlich das falsche Wort, denn es ist ein riesiger Bagger, mit dem der Abraum über den Braunkohleschichten abgetragen wird. Das Bild zeigt den über 500 m langen Stahlkoloss hinter dem MAN im Hintergrund, allerdings noch ca. 4 km entfernt.


Ich habe mit Überredung dann die Möglichkeit bekommen, direkt an der Brücke auf dem Busparkplatz kurz halten zu dürfen, um dieses Foto zu machen (Gut, das ich wieder einen hatte!!!)


Finsterwalde war dann nicht mehr weit, allerdings wieder mit Baustellen und Umleitungen versehen. Beim Brauhaus Finsterwalde habe ich dann am späten Nachmittag mein Gespann rückwärts auf den Hof geschoben.


Eine Radtour ohne Hügel: Auf dem Elberadweg nach Meißen und zurück

12.08.16

Schon um 08.00 Uhr saß ich im Sattel meines Drahtesels und war auf dem Elberadweg unterwegs nach Meißen. Wer weiß, wie das Wetter heute wird? So kam ich nach ca. 10 km schon vor neun Uhr in Meißen an - und die waren gar nicht vorbereitet auf meinen Besuch! Die Geschäfte fingen gerade an zu öffnen. Kaffee gab es auch noch nirgends.

Auf dem Weg nach Meißen ist mir an einer Hausecke eine Sonnenuhr aufgefallen. Daneben war noch eine "Monduhr" angebracht. Sah ziemlich witzig aus.


Kurze Zeit später war ich dann schon in Meißen mit diesem Blick auf die Albrechtsburg und den Dom oben auf dem Berg. Da bin ich übrigens ohne Fahrrad rauf.


Ich habe mir den Dom erspart. Die wollten sage und schreibe 4,50 EURO Eintritt haben, in einer Kirche! Und auf den Postkarten konnte man erkennen, das der Dom nichts Besonderes zu bieten hatte. Nach einer Tasse Kaffee und dem täglichen Postkartenschreiben bin ich dann zur Porzellanmanufaktur Meißen gefahren. Als erstes war ich im "Outlet-Shop", habe mir die Sonderangebote angesehen. Hermann Hüneke hätte wahrscheinlich noch gehandelt, aber bei den Preisen hätte er ganz schön handeln müssen, damit ich etwas gekauft hätte. Man stelle sich mal vor: 1.200 EURO für eine Tasse - ohne Kaffee oder Tee - und das als Schnäppchen!


Auch diese Teekanne für 985 EURO liegt nicht im Bereich meines Investitionsvolumens.


Aber insgesamt muss ich sagen, das die Arbeiter, wenn man sie so bezeichnen möchte, es sind wohl eher Künstler, die so etwas herstellen, haben auch schon im 17. und 18. Jahrhundert Hervorragendes geleistet.


Nach dem ganzen Porzellan wollte ich wieder zurück zum Bauwagen. Doch eines ist mir in Meißen noch aufgefallen. Dieses alte Haus mit dem Geschäft, das früher mal ein Frisiersalon war, während der DDR-Zeit als Buchladen diente und demnächst wohl abgerissen wird. So eine Fassade kann schon eine ganze Menge erzählen.


Morgens Schloss Moritzburg und Fasanenschlösschen, nachmittags zu Besuch bei Winnetou

11.08.16

 Am Morgen ging es mit dem Rad (natürlich bergauf) zum Schloss Moritzburg. Es liegt wunderschön in einem großen See, nur über einen Stichweg zu erreichen. Im Schloss gibt es das so genannte "Federzimmer". Wandschmuck und Bett sind mit edlen Federn verkleidet. Die Restauration dieser Feder hat 19 - in Worten neunzehn - Jahre gedauert. Zu den Kosten ist nichts gesagt worden.


Gute zwei Kilometer entfernt steht im  Park von Schloss Moritzburg das Fasanenschlösschen. Wie der Name schon sagt, war es ein repräsentatives Gebäude, um dort seinen Gästen die Fasanenzucht zu zeigen. Nebenbei konnten sie dann auch gleich den Wohlstand des Gastgebers erkennen.


Danach bin ich nach Radebeul gefahren, um mir das Wohnhaus von Karl May anzuschauen. Heute ist dort das Karl-May-Museum untergebracht. In einem Blockhaus im Garten sind Utensilien von den unterschiedlichen Indianerstämmen zu sehen. Auch die Geschichte der Indianer und deren Ausrottung durch die Weißen ist dargestellt.


Auf dem Rückweg nach Coswig auf dem Elberadweg bin ich durch den Ortsteil Altkötzschenbroda gekommen. Unglaublich: Man fährt um die Ecke und schon ist man aus der ostdeutschen, nichtssagenden Stadt Radebeul, die nicht mal ein Zentrum hat, in einem Weindorf. Man kommt sich vor wie in der Pfalz oder in Österreich bei den Heurigen. Überall Straßencafes und Weinstuben, die Leute plauschen in der Sonne und haben Zeit im Überfluss. Am Ende des "Dorfangers" stand eine Kirche, deren Turm geöffnet war. Das war natürlich was für mich. Also rauf und von oben einen Ausblick in das Elbtal und auf die sächsischen Weinberge genießen.


Doch noch im Knast in Bautzen gelandet!

10.08.16

Auf dem Weg durch Bautzen habe ich heute morgen doch noch einen kleinen Stopp bei der Gedenkstätte Bautzen, dem ehemaligen STASI-Gefängnis, gemacht. In Bautzen gibt es zwei Gefängnisse, das eine hieß Bautzen 1, wurde am damaligen Stadtrand erbaut und ist heute noch in Gebrauch (gestern gesehen). Das andere, Bautzen 2, war als Gerichts-Gefängnis gedacht und neben dem Amtsgericht in der Stadt mitten in einem Wohngebiet erbaut. Es ist 1994 beginnend in eine Gedenkstätte umgewandelt worden. Ein Umbau wäre auch wohl schwer möglich gewesen. Und so hat man ein wirkliches Mahnmal erhalten. Allein der Eingang mit der Fahrzeugschleuse ist schon beängstigend. Wenn man drinnen im Treppenhaus steht, bekommt man wirklich beklemmende Gefühle.


Bautzen 2 wurde vom MfS (Ministerium für Staatssicherheit) betrieben, 80 % der Insassen waren politische Häftlinge. In einem Seitentrakt waren die so genannten Isolations-Zellen. Hier waren die "schweren Fälle" untergebracht. Sie hatten keinen Kontakt untereinander und auch nicht zur Aussenwelt. Wenn man sich vorstellt, das ein Mensch neun Jahre lang in dieser Zelle gelebt hat, kann man sich das nicht vorstellen.


Für den Gang an die frische Luft gab es die "Freihöfe". Aber auch hier war eine Kontaktaufnahme untereinander nicht möglich. Der Hof war unterteilt in separate kleine Sektionen. 

Das war schon ein beklemmender Besuch am Morgen. Auf der Fahrt auf der B6 über Dresden nach Coswig konnte man schon noch mal drüber nachdenken. Aber es fing an zu regnen und es wurde sehr kalt. Ich bin sogar angehalten und habe mir eine zusätzliche Jacke angezogen. Und so waren meine Gedanken mit anderen, aktuelleren Themen beschäftigt. Unterwegs sind mir die Hinweisschilder zzu den Orten und die Ortstafeln aufgefallen. Sie waren schon eine ganze Zeit zweisprachig. Die Sorben haben sich hier durchgesetzt und ihre Sprache als zweite Amtssprache anerkannt bekommen. Das haben nicht mal die Bayern geschafft! Aber so ein Schild hat dann auf einmal sehr viel Text.

In Dresden habe ich dann das "Blaue Wunder" überquert, eine Brücke über die Elbe, die auf Grund ihres Anstriches den Namen bekommen hat.


Weiter ging es dann am Elbufer, vorbei an den Brühlschen Terrassen mit Blick auf die Semperoper.

Weil im mich einmal falsch eingeordnet hatte, musste ich über die Elbe fahren. Das hat mir aber diesen schönen Blick auf Dresden, genannt "Elbflorenz", ermöglicht. Danach war es dann nicht mehr weit bis zum Campingplatz in Coswig, wo ich bis Samstag bleiben werde.


Tagesziel ist Bautzen - aber nicht die JVA (Justiz-Vollzugs-Anstalt)

09.08.16

Ich hatte gerade Görlitz verlassen, da fing es an zu regnen. Und so blieb es bis Bautzen. Nach einigen Schwierigkeiten habe ich den Campingplatz doch noch gefunden. Es ist wohl der beste, den ich bisher hatte - immerhin ist das hier schon die Nr. 66! Es gab dann am Nachmittag noch ein kurzes Schauer, aber dann bin ich mit dem Rag in die Stadt. Nach Görlitz hat natürlich jede Stadt es schwer zu punkten. Aber Bautzen ist bekannt wegen seiner JVA. In früheren Zeiten hieß das Zuchthaus. Aber das Stadtbild gibt eigentlich nur wenig altes her. Sehr moderne Gebäude stehen hier, in denen dann noch ein Schuhgeschäft oder EDEKA beheimatet ist. Ich weiß nicht, ob die alte Bausubstanz durch den 2. Weltkrieg oder die DDR vernichtet wurde; denn in Görlitz wollte man seitens der DDR-Regierung die gesamte Altstadt abreißen und dort Wohnblöcke (Plattenbau) errichten.


Natürlich hat Bautzen auch ein altes Rathaus, das sehr schön restauriert ist.

Hinter dem Rathaus steht der St. Petri-Dom von Bautzen. Das Besondere an dem Dom ist auf dem Bild erkennbar, wenn man etwas genauer hinschaut. Der Dom hat zwei Altäre. Warum? Weil in früheren Zeiten in Ermangelung zweier Kirchen und gewisser Raumnot innerhalb der Stadt sich die katholische und die protestantische Gemeinde der Stadt "zusammengerauft" haben und gemeinsam den Dom genutzt haben. Aber man war sich damals nicht "grün" und deshalb war zwischen den Gläubigen ein 4,5 Meter hoher Zaun und die Altäre waren so angeordnet, das die Gläubigen mit dem Rücken zueinander saßen. Man hat sich also die Kehrseite zugewendet. Heute ist von dem Zaun nur noch eine etwa 1 Meter hohe Balustrade übrig geblieben. Bei genauem Hinschauen kann man sie erkennen.


Dann sollte es nach "Hause" gehen, also zum Bauwagen. Dabei bin ich an dem Bekanntesten von Bautzen vorbei gefahren. Ich hätte mir gern auch diese Kirche angeschaut. Es war aber leider nicht möglich.


Das letzte Bild macht deutlich, warum ich nicht in die Kirche konnte.


Görlitz hat sich herausgeputzt - aber nur der deutsche Teil

08.08.16

Görlitz hat ja einen deutschen und einen polnischen Teil. Der Unterschied ist enorm. Beide Städte waren mal Kulturhauptstadt Europas. Damals sind viele Gelder der EU hierher geflossen. Im deutschen Teil gab es ab 1995 einen zusätzlichen anonymen Spender, der jedes Jahr eine Million DM für die Sanierung der Stadt gestiftet hat. Aber das allein kann es nicht gewesen sein. Das erste Bild zeigt eine ganz normale Wohnstraße. Hier ein paar Impressionen:


Fährt man über die Neiße, hat man das Gefühl, auf einem anderen Kontinent zu sein. Sicher, es gibt in dem Teil der Stadt nicht so viele alte Bausubstanz, aber die vorhandene sieht nicht gerade berauschend aus. Besonders ist mir der Markt hat mich an den Balkan oder das Baltikum erinnert.


Am großen "Loch" in Polen vorbei nach Görlitz

07.08.16

Von Zittau aus bin ich zunächst nach Polen gefahren, um mir das große Loch bei Bogatynia anzusehen, das durch den Tagebau entstanden ist. Ich weiß noch nicht, wie groß es, aber das werde ich zu Hause noch über Google-Maps herausfinden. Ich schätze mal, das es wohl so 10 bis 12 km Durchmesser hat. Auf den Bildern kann man es wahrscheinlich nur erahnen.


Nach einigen Kilometern in Polen bin ich dann wieder zurück nach Deutschland gefahren. Was mir aufgefallen ist: In Polen war kein Hinweis auf den deutschen Ort zu finden, der nur drei Kilometer über eine neu errichtete Brücke über die Neiße zu erreichen war. Soviel zu Europa. Auf deutscher Seite ist natürlich auch Tagebau betrieben worden. Ein Relikt stand in einem Museum nahe der Straße: Ein Schaufelbagger der kleineren Sorte. Der MAN sah aber trotzdem ziemlich klein daneben aus.


Auf dem Campingplatz dann die Überraschung des Tages: Ich wollte mich gerade häuslich einrichten, da stand Angelika Aßmann von der Heißmangel in der Waldsiedlung vor mir. Die beiden sind mit dem Wohnmobil unterwegs und sie hat das Gespann und mich sofort erkannt. Man ist also immer und überall nicht vor Fahrenhorstern sicher.

HISTORIK-MOBIL im Zittauer Gebirge: Viel Wind um recht wenig

06.08.16

Schon in Königstein hatte man mich auf die "große" Veranstaltung in Jonsdorf bei Zittau hingewiesen. Auch auf dem Campingplatz war das sofort Thema: Ob ich deshalb angereist sei? Nein, ich mache Urlaub! Also bin ich heute morgen mit dem ersten Dampfzug nach Jonsdorf zu den Oldtimertagen gefahren. Aber dann kam die Ernüchterung: Ich schätze mal, das dort so um die vierzig bis fünfzig PKW, LKW und Traktoren gestanden haben. Gut, das ich mich nicht auf den Weg dorthin gemacht habe. Auch die Feuerwehr des Ortes zeigte historische und aktuelle Fahrzeuge, logischerweise alles alte DDR-Fahrzeuge.

Sehr originell fand ich diesen Feuerwehrmann in historischer Uniform, der mich irgendwie an die Fahnenweihe in Walchsee erinnerte.

Da ich nach den soeben gemachten Erfahrungen nicht glaubte, dass bei den anderen Veranstaltungsteilen mehr los sein würde, habe ich mich entschlossen, eine Wanderung zu den "Mühlsteinbrüchen" von Jonsdorf zu machen. Das war eine gute Entscheidung, denn ich bin dafür fast drei Stunden gewandert, habe aber viel gesehen und gelernt, die Menschen aus dem 16. und 17. Jahrhundert zu bewundern wegen ihrer Mühen, die sie damals auf sich genommen haben. Beeindruckend waren auch die Steingebilde, die die Natur im Laufe der Jahrhunderte geschaffen hat, hier die so genannte "Teekanne".

Im Anschluss bin ich mit der Kleinbahn nach Zittau zurück gefahren und habe - da es noch früh am Nachmittag war - eine "kleine" Radtour gemacht, die mich durch drei Länder führte. Als erstes war ich noch mal in der Tschechischen Republik, dann in Polen und schließlich wieder zurück in Deutschland. Hier der so genannte "Drei-Länder-Punkt" an der Neiße.

Ja, und unterwegs trifft man ja auch andere Radfahrer. Zu diesem kann ich nur sagen: Hauptsache, das Outfit stimmt!


Zittau - einst reich, heute ein Sanierungsfall

05.08.16

Der Tag sollte ein Regentag werden, schon früh am Morgen fing es an zu regnen und hörte erst gegen 16.00 Uhr auf. Was macht man? Richtig: Große Wäsche und anschließend "Hausputz"! Aber mit dem Ende des Regens habe ich mich doch noch auf das Rad gesetzt und bin in die Stadt gefahren. Im innerstädtischen, touristischen Bereich ist zwar schon sehr viel restauriert wie z. B. das Rathaus.

Auch Bauten aus der Zeit der DDR, wie hier ein Gebäude der Hochschule, sind zu sehen.


Fährt man aber etwas in die äußeren Wohnbereiche, so sieht man sehr viele alte Häuser aus der Jugendstilzeit, als man in Zittau noch Geld verdiente und für repräsentative Häuser ausgeben konnte. Leider sind die Zeiten lange vorbei und die Häuser verfallen langsam, denn es gibt einfach zu viele davon.

Über eine Abkürzung durch Tschechien nach Zittau

04.08.16

Von Königstein ging es Richtung Bad Schandau, dort über die Elbe und dann gleich hinter der Grenze links ab. Dort war aber erstmal "Grenzhandel" angesagt. Dort wurde genau das Gleiche angeboten wie auch an allen Grenzübergängen: Zigaretten, Töpferwaren, Gartenzwerge, Holzwindmühlen und sonst noch einiges - was man nicht braucht und vor allem nicht mitschleppen will. Auch die Gastronomie sieht dicht an der Grenze wohl ihre Chancen, verständlich bei dem Preisunterschied. Aber man sollte aufpassen, das einem "nichts" aufs Dach fällt.

Nach dem Grenztrubel ging es dann wie üblich über kleine Straßen nach Osten. Teilweise fuhr man kilometerlang durch Apfel-Alleen.


In den Dörfern sah man häufig diese Art von Häusern, anscheinend der typische Baustil hier. Das Erdgeschoss ist aus dickem Stammholz, die Giebel mit Schiefer sehr schön verkleidet.


Ein Tag in der Natur

03.08.16

Die Wettervorhersage für heute war nicht so schlecht und da habe ich eine Radtour nach Bad Schandau an der Elbe gewagt. Wenn jemand glaubt, der Elberadweg besteht nur aus asphaltiertem Radweg, den muss ich leider enttäuschen. Auch dies ist ein Teilstück. Es war früher wahrscheinlich mal ein Treidelpfad.

Von Bad Schandau aus wollte ich dann eigentlich auf dem "Rübezahlweg" ins Kirnitzschtal fahren, aber die Ausschilderung der Wege im Naturschutzgebiet war so miserabel, dass ich mich mehrmals verfahren habe. Jede Ortschaft oder Fremdenverkehrsverein scheint für den gleichen Weg einen anderen Namen zu verwenden. Es ist alles gar nicht so einfach. Einmal bin ich sogar im Kreis gefahren und zum Schluss gab es sogar noch eine Vollsperrung des Radweges. Aber dafür habe ich viel gesehen. Dies ist z. B. der Blick von der "Emma-Bank", was immer das bedeuten soll.


Auf meinem weiteren Weg fuhr ich an einer Falknerei vorbei. Die Greifvögel saßen dort alle friedlich auf ihren Baumstämmen oder -stümpfen. Das Tor war offen, aber kein Mensch weit und breit zu sehen. Also bin ich hinein und habe mir die Vögel aus der Nähe angeschaut.


Diese Eule oder Uhu (?) sah für mich am niedlichsten aus.

Aber es waren ja immer noch wilde Tiere. Sie waren zwar angeleint, aber ich wusste nicht wie lang die Leinen sind und wie weit sie fliegen könnten, wenn sie wollten. Als einer dann anfing zu schreien und losflog war mir doch etwas mulmig und ich bin gegangen.


Danach habe ich dann den eigentlich geplanten Weg gefunden. Er begann mit einem beeindruckenden Felsbrocken. Danach kam dann irgendwann die schon erwähnte Vollsperrung.


An den Rest der Strecke erinnere ich mich sehr gerne, denn es ging nur noch bergab. Als Attraktion unterwegs gab es im Kirnitzschtal noch mal eine Straßenbahn, die auf der normalen Landstraße durch den Wald fuhr.


Königstein mit herrlicher Aussicht

02.08.16

Um neun Uhr bin ich mit dem ersten Shuttle-Bus zur Festung hochgefahren. Auf Laufen hatte ich keinen Nerv. Ich war einer der ersten Besucher und hatte so die Festung mehr oder weniger für mich allein. Sie ist ja nie im eigentlichen Sinne militärisch genutzt worden, aber immer schön gepflegt. Von der Festung Königstein hat man einen herrlichen Blick ins Elbtal.


Der Campingplatz liegt am Ende des Ortes Königstein elbaufwärts in Richtung Bad Schandau.

Am Mittag ging es zunächst mit dem Zug bis nach Heidenau. Dann weiter mit dem Rad entlang der Elbe nach Pillnitz. Da hat mich der Regen dann erwischt und ich stand eine halbe Stunde unter einer Kastanie, sehr interessant und vor allem trocken. Das Schloss Pillnitz liegt direkt an der Elbe mit eigenem Bootsanleger. Der Garten ist als Barockgarten angelegt.


Vor allem haben mich diese beiden Pfauen überrascht. Ich kam durch eine Buchenhecke und dann waren da diese beiden Vögel. Hinter den 6.500 Pflanzen des aufgespannten Schwanzes verbergen sich 590 kg Metall, 112 m Bewässerungsschlauch und 15,2 to Pflanzensubstrat.

Der Weg zurück nach Königstein führte mich nach Pirna. Es ist eine sehr nette kleine Stadt, die auch schon sehr viel restauriert hat. Die Häuser sind alle in Pastelltönen gestrichen, im Moment werden aber in der Stadt die Straßen und Fußgängerzonen neu gemacht. Eigentlich wollte ich mir auch noch die Gärten von Groß Sedlitz anschauen. Da habe ich aber drauf verzichtet, weil ich dafür wieder über eine Hügelkette hätte fahren müssen und einen Barockgarten hatte ich ja schon gesehen. Aber diese Entscheidung war goldrichtig; denn in Pirna hörte ich neben der Kirche - welch Wunder - Orgelmusik. Ich ging hinein und hatte das Glück, an der Generalprobe für ein Konzert mit Orgel, Horn und Posaune teilnehmen zu dürfen. Und das auch noch ganz umsonst. Es war mindestens genauso beeindruckend wie das Orgelkonzert in Passau.


Die restliche Strecke war dann nicht mehr lang. Unterwegs kam ich noch an der "Bastei" vorbei, einem der vielen Sandsteingebilde, die dem Elbsandstein-Gebirge seinen Namen gegeben haben.


Durch das Müglitztal nach Königstein an der Elbe

01.08.16

Nach dem Gewitter gestern abend ist der Platz ziemlich aufgeweicht. Überall quatscht es, wenn man über den Rasen geht. Die nächsten Wolken sind im Anmarsch und so bin ich schnell gestartet. Um den MAN etwas zu schonen, habe ich den Weg durch das Müglitztal genommen. Dort verläuft eine Kleinbahn und das verspricht: Keine Steigungen! Und so war es auch. Doch am Ende kam dann doch noch eine, um schließlich nach Königstein zu kommen. Aber vorher habe ich mir das Schloss Weesenstein angesehen. Es hat einen wirklich sehr gepflegten Barockgarten und macht insgesamt einen guten Eindruck - ganz im Gegensatz zu den übrigen Gebäuden, die man hier in Sachsen sieht.


Das ich auch auf kleinen Wegen unterwegs bin, zeigt dieses Foto. Das ist ein Weg, der nur für den landwirtschaftlichen Verkehr zugelassen ist. Ich hatte ihn mir ausgesucht und dann wird er auch abgefahren!

Dann kam die letzte Steigung des Tages und oben angekommen, konnte ich mich über den "Rückblick" auf das Müglitztal erfreuen.


In Königstein war es kein Problem, den Campingplatz zu finden. Der Ort ist nicht so groß, der Platz liegt direkt an der Elbe. Bevor ich mich anmelden konnte, hatte ich schon das erste Schauspiel auf der Elbe. Ein Raddampfer wendete.


Sachsens Straßen sind marode und müssen erneuert werden - das führt zu Vollsperrungen!

31.07.16

Die erste Überraschung des Tages erlebte ich gleich in Seiffen. Die von mir ausgesuchte Straße war gesperrt. Also Umleitung, Länge: 9 km, das ist immerhin eine halbe Stunde Fahrt. Aber zunächst bin ich erstmal durch den Ort gegangen. Es war Sonntag, die Glocken läuteten, und es war nichts los auf den Straßen. Seiffen ist sehr klein, die gesamte Bevölkerung scheint vom "Weihnachts-Zubehör-Geschäft" zu leben. Hier ist jeden Abend Heiligabend.


Als ich die Umleitung dann glücklich gemeistert hatte, ging es auf dem gewünschten Weg weiter - bis zur nächsten Vollsperrung. Diesmal war die Umleitung schon 15 km lang, eine gute dreiviertel Stunde zusätzlich. Jetzt war ich schon genervt. Aber dieses Verkehrszeichen habe ich heute sehr häufig gesehen, mal mit 2 km, mal mit 4 km. Zwischendurch waren dann immer mal drei Kilometer gemacht.


Aber wenn man sich die Straßen anschaut und den Fuß vom Gas nehmen muss, damit das Geschirr im Bauwagen heil bleibt, sieht man ein: Irgendwann müssen sie ja mal die Straßen machen.


Aber wie immer auf meiner Reise bin ich am Ziel des Tages angekommen: Altenberg. Es ist auch ein kleiner Ort, ziemlich verschlafen. Doch ein paar Lokale sind mir aufgefallen, die allesamt sehr farbenfroh angestrichen waren und an den Fassaden mit Sprüchen versehen waren. Das kann einem schon zu denken geben.



Die Nebenstraßen in Sachsen sind nicht besser als in der Tschechischen Republik

30.07.16

Da in dem Ort Sadov nicht einmal Brot zu kaufen war, habe ich mich schon früh auf den Weg gemacht. Gut, das ich noch etwas Brioche hatte. Ohne Frühstück los zu fahren, geht ja gar nicht. Es war nicht mehr weit bis zur deutschen Grenze. Vorher habe ich noch einmal das Gegenteil der Kaiserbäder mit den mondänen Hotels gesehen, der Ort hieß glaube ich Jachimov oder so ähnlich. Von diesen Häusern gab es einige in dem Ort.


Dann musste ich feststellen, das die kleinen Nebenstraßen in Sachsen mindestens genauso schlecht sind wie in der Tschechischen Republik. Es ist auch ziemlich eigenartig, wenn man entlang eines Baches fährt und auf der anderen Seite geht auch eine Straße entlang - nur die liegt eben "drüben" in Tschechien. Schließlich bin ich aber doch in Seiffen angekommen. Nachdem ich mich häuslich eingerichtet hatte, habe ich mich aufgemacht, um eine kleine Wanderung zu machen. Schon nach 300 m war die erste Unterbrechung. Dieses Schild war mir aufgefallen. Ich hatte ähnliche schon sehr viele unterwegs gesehen.


Man konnte eine Drechselbank oder etwas Ähnliches hören. Kurzentschlossen bin ich auf den Hof und in die Werkstatt. Dort erklärte mir der Drechsler, was er machte: Er war Zulieferer für die Seiffener Weihnachtsindustrie, fertigte auf Bestellung die Rohlinge für Kochmützen, Schornsteinfegerhüte oder Ähnlichem. In seiner Werktstatt standen ca. 10 bis 12 Holzbearbeitungsmashinen, alle spezialisiert auf bestimmte Tätigkeiten.


Die Holzstäbe im Regal hinter der Maschine hat er nicht gekauft, die stellt er selber her. Aus einem cbm Holz macht er ca. 14.000 Stäbe mit 5 mm Durchmesser, Das reicht dann aber für fünf bis sechs Jahre.

Dann bin ich aber doch noch zum Freilichtmuseum gewandert, obwohl das lange nicht so interessant war wie der Besuch beim Drechsler. Unterwegs waren aber die Ausblicke ins sächsische Vogtland besonders schön, zumal auch das Wetter entsprechend war.


Karlsbad - kein Ort für Camper!!!!

29.07.16

Zuerst war mal tanken angesagt und dann ging es wie üblich auf kleinen Straßen in Richtung Karlsbad. Unterwegs habe ich dann die ersten Löcher - heute Seen - in der Landschaft gesehen, die der Braunkohle-Tagebergbau hinterlassen hat. Aber davon werde ich noch mehr sehen.


Der nächste Ort hieß Sokolov und dort war eine neue Straßenführung und bei diesen unausprechlichen Ortsnamen habe ich mich wohl für eine falsche Straße entschieden. Jedenfalls bin ich von meiner geplanten Route abgekommen und schließlich in einer netten, kleinen Stadt namens Loket gelandet.


Das auf dem Bild ist der Marktplatz, über den ich gefahren bin - zur Verwunderung der Gäste in den Restaurants. Sie wussten wohl, das am Ende die Fußgängerzone beginnt. Jedenfalls habe ich dann dort unter einiger körperlicher Anstrengung gewendet. Ein vorbeigehender Passant meinte: Hast Dich wohl verfahren?! Er kam aus Münster und konnte mit dem DH etwas anfangen. Nachdem ich nun schon mal für den Spaß gesorgt hatte, bin ich auch noch kurz durch die Stadt gelaufen und habe den MAN einfach im Halteverbot stehen lassen.

Dann ging es weiter, nachdem die Münsteraner mir gesagt haben, das Karlsbad nur noch ca. 8 km entfernt ist. Auf der Weiterfahrt konnte ich dann noch dieses Bild von Lotek machen können - schon fast kitschig.

In Karlsbad kam dann die böse Überraschung: Meinen Campingplatz gab es nicht mehr! Aber er war immer noch im Stadtplan eingezeichnet und die Dame in der Tourist-Info war auch ziemlich überrascht. Zu allem Überfluss sagte sie mir dann noch, das es in Karlsbad keinen weiteren Campingplatz gibt (Wusste ich auch schon vorher!) und selbst über einen Wohnmobil-Stellplatz verfügt die Stadt nicht. Die nächsten Plätze waren ca. 10 bis 12 km entfernt. Ich habe dann kurzfristig entschieden, dass ich Karlsbad aus dem Programm streiche und weiterfahre Richtung Oberwiesental. Auf halber Strecke sollte ein Platz sein. Auf dem Weg zurück zum MAN habe ich dann noch ein paar Bilder geschossen. Vor allem habe ich die kleinen "Schnabel-Kännchen" aufgenommen, mit denen die Kurgäste das Wasser trinken, sehen echt putzig aus. Was aussieht wie der Griff, das ist der Trinkstutzen.

Ansonsten habe ich in den beiden anderen Kaiserbädern schon die Bäder-Architektur ausreichend genossen, in Karlsbad sah sie nicht viel anders aus.

Als letztes noch ein Schnappschuss aus einem Geschäft, wo es Getränke zu kaufen gab. Zur Beruhigung: Ich habe es nicht gekauft!


Mit dem Rad über Eger nach Franzensbad

28.07.16

Zunächst waren da mal vier Kilometer zu absolvieren bis Eger, einer schönen kleinen Stadt mit vielen bunten Häusern und fast ausschließlich Kopfsteinpflaster im Innenstadtbereich. Bemerkenswert ist der große Markt- oder Stadtplatz.


Dann ging es mal wieder bergauf und -ab nach Franzenzsbad. Nachdem es keine bayrischen Kirchen mehr zu sehen gibt, habe ich mich auf die Kaiserbäder verlegt. Marienbad ist natürlich wesentlich größer als Franensbad. Dort war auch mehr los. Die "Brunnen", wo die Kurgäste sich das Wasser mit Ihren "Schnabelkännchen" holen, sind hier in Franzensbad viel unscheinbarer. Auch die Kollonaden hier sind kein Vergleich zu Marienbad. Aber wenn man hier die vielen pompösen Gebäude, die im Moment noch leer stehen und verfallen, auch restauriert hat, wird Franzensbad vielleicht noch mehr Gäste bekommen. Es ist allerdings die Frage, ob es dann nicht ein Überangebot an Hotelzimmern geben könnte.

In der Tschechischen Republik ist kostenloses WiFi auf einem Campingplatz anscheinend Standard. Deutschland, wo bleibst Du?!?

27.07.16

Nachdem ich noch einmal gefragt wurde, ob der Ölwechsel denn schon gemacht wurde, habe ich heute morgen die Firma "Landtechnik Malzer" in Mitterteich aufgesucht und den Ölwechsel durchführen lassen. Es war übrigens eine Werkstatt vom "Springenden  Hirsch", aber der junge Mechaniker war gut und hatte selbst einen Fahr aus dem Jahre  1952 und deshalb sichtlich bemüht, alles "topp" zu machen. Zum Schluss ist er sogar noch mit dem Dampfstrahler über den Motorblock gegangen, damit der MAN wieder schön aussieht ohne Ölflecken. Solche Leute braucht man unterwegs. 


Mitterteich ist einer der Orte, in dem noch ein "Kommunbrauhaus" steht und auch benutzt wird. Hier gibt es das so genannte "Zoigl-Bier". Die Geschichte berichtet, dass die Mönche des nahen Klosters Waldsassen nicht genügend Bier produzierten. Deshalb erlaubten sie im Jahre 1450 einigen Bürgern aus Mitterteich, auch Bier zu brauen. 1516 erhielt dann Mitterteich das Marktrecht und damit das Privileg, Bier zu brauen und auszuschänken, ohne Abgaben an das Kloster zahlen zu müs sen. Und dieses Privileg gilt bis heute!!!! Es wird natürlich nach dem Reinheitsgebot von 1516 gebraut. Zusätzlich ist jeder Hausbesitzer berechtigt, das "Kommunbrauhaus" zu nutzen. Seit 1932 ist gerichtlich entschieden, dass dieses Privileg nicht verjährt!!! Unglaublich, man kommt sich vor wie beim "Königlich Bayrischen Amtsgericht". Das Bier darf von den Hausbesitzern zu bestimmten Zeiten im Ausschank verkauft werden, ähnlich wie beim Heurigen in Österreich. Zum Zeichen, das er sein Bier im Ausschank hat, hängt der Brauer einen Fichtenbusch raus. Damit jeder im Ort weiß, wann wo welches Bier ausgeschänkt wird, gibt es einen so genannten "Zoigl-Kalender" mit den entsprechenden Angaben.


In Cheb (Eger) angekommen bin ich erstmal zu einem Einkaufszentrum gefahren, um Einiges einzukaufen. Der Campingplatz liegt etwas außerhalb und ich weiß nicht, ob es ihn überhaupt gibt und wenn ja, ob es dort einen kleinen Kiosk gibt, wo man Brot etc. kaufen kann. Das EKZ war Kaufland. Ich kannte das tschechische Kaufland schon von Marienbad und wusste, was es dort gibt. Sehr gut haben mir die Brötchen geschmeckt, eine Mischung aus Weizenbrötchen und Baguette, ca. 25 cm lang. Der Preis ist natürlich für deutsche Verhältnisse völlig unvorstellbar. Zur Info: 1 Euro sind 25 tschechische Kronen. Ein Brötchen kostet also 4 Euro-Cent. Allgemein kann man sagen, dass importierte Produkte auf unserem Preisniveau liegen. Tschechische Produkte dagegen sind sehr günstig.


 

Die MAN-Seite ist wieder in Ordnung

26.07.16

IGestern abend habe ich einen folgenschweren Fehler begangen. Ich habe einmal zu früh auf "Löschen" gedrückt. Leider ist damit aber nicht eine Datei, sondern ein ganzer Ordner gelöscht worden, und zwar der mit den Bildern aus dem Monat Juli. Und das am 25.! Also habe ich die ganzen Bilder noch einmal wieder rausgesucht und hochgeladen. Das hat ganz schön gedauert, aber: Selbst Schuld!

Heute morgen war dann wieder alles o.k. und ich konnte nach dem Frühstück starten in Richtung Deutschland, Bayern oder besser gesagt Stiftland. Doch vorher war ich noch in der Brauerei Chodovar und habe mir dort böhmisches Bier gekauft.


Auch das Restaurant im Felsen-Bierkeller habe ich mir angeschaut.


Die Kellnerin sah auch nicht schlecht aus.


Eigentlich wollte ich mir die Basilika und die Klosterbibliothek in Waldsassen anschauen. Das ist aber wegen Renovierungsarbeiten ausgefallen. Hier nur ein Bild als Rätsel. Die Auflösung kommt wie immer am Ende des Tages.


So bin ich zum Campingplatz Großbüchlberg gefahren. Wie der Name schon verrät liegt der Platz oben auf dem Berg - mal wieder. Schon bei der Anfahrt habe ich entschieden, das Fahrrad nicht vom Träger zu nehmen. So ist mein Blick aus der Tür meines Bauwagens.


Hier nun die Auflösung des Rätsels: Es ist das Chorgestühl in der Basilika.


Ich war in Marienbad und fühle mich schon viel gesünder!

25.07.16

Ich war natürlich nicht krank! Mal wieder mit dem Rad - und zwar bergab - nach Marienbad. Es ist ein typischer Kurort aus dem 19. Jahrhundert: Mondäne Hotels im Stil der Gründerzeit, eine eiserne Wandelhalle, in der man das "gesunde Wasser" aus kleinen Gießkännchen genießen kann, aber nicht muss. Überall in der touristischen Zone stehen auch viele Blumen, so das die Gäste sich wohl fühlen. Hier ein paar Eindrücke:


Aber wenn man hinter die Kulissen schaut und in die Seitenstraßen geht, sieht man, dass noch viel getan werden kann, bzw. muss. Auch hier ein paar Eindrücke:



Als ich am Abend die Internetseite aktualisiert habe, bekam ich Besuch von einer kleinen Dame, die versuchte, mit mir anzubändeln und wollte bei der Bearbeitung der emails behilflich sein.


Autokemp in der Tschechischen Republik - nichts wie weg!

24.07.16

Morgens habe ich die Duschen dann aus der Nähe erlebt. Munsterlager in den 1970er-Jahren war so ähnlich ausgestattet. Ich habe dann meine tschechischen Nachbarn, die nicht verstanden habe, in der "Küche" noch mal getroffen und deren Frühstück gesehen: Gulasch mit Bratkartoffeln und dazu Nescafe! Hier ein Blick in den Waschraum - ohne auf Einzelheiten einzugehen.


Auf meinem Weg nach Marienbad bin ich über kleine Nebenstraßen gefahren und durch viele kleine Ortschaften gekommen. Die Häuser waren zum Teil sehr renovierungsbedürftig.


Am frühen Nachmittag bin ich auf dem Campingplatz in Stanovice bei Marienbad angekommen. Er ist zwar sehr klein, dafür aber sauber. Hier stehen sehr viele Holländer, aber wo stehen die nicht? Abends gab es dann noch ein schönes Gewitter.

Auf nach Böhmen - denn da spielt die Musik!

23.07.16

Den Campingplatz in Bad Kötzting habe ich ausgelassen, bin gleich die 29 km weiter gefahren bis nach Babylon in der Tschechischen Republik. Der Weg führte von Süd nach Nord durch den Bayrischen Wald, den Großen Arber immer im Blick. Doch dem MAN war es heute einfach zu heiß, immer wieder kochte er über. Ich habe einige Male Wasser nachgefüllt. Aber die Temperaturanzeige wies immer "normal" aus. Ich hatte schon den Verdacht, dass jemand Waschpulver in den Kühler getan hat. Mal sehen, wie es morgen wird, da soll es ja kǘhler werden. So achtete ich immer mehr auf den Kühler vorn als auf die Landschaft, die an mir vorüberzog - und die war sehenswert.


Dann kam die tschechische Grenze, inzwischen auch völlig normal, das man nicht mehr angehalten wird. Und hier war früher mal der "Eiserne Vorhang". Das kann man sich gar nicht so richtig mehr vorstellen.


Ja, und auf der anderen Seite der Grenze kamen dann die Spielhöllen, Night-Clubs und sonstigen Vergnügungs-Etablissements.


Aber schon auf dem Campingplatz merkte man, das man im ehemaligen Ostblock angekommen war. Nicht nur die sanitären Anlagen, auch die "Küche" und die Art und Weise, wie die Tschechen campen, lässt den Rückschluss zu. Aber die Leute sind zufrieden und freundlich. Aber mit der Sprache kann ich überhaupt nichts anfangen, keine Chance auf Verständigung, nur über Hände, Zettel und Kugelschreiber. Abends haben die Tschechen sich dann aus dem Wald Holz geholt über überall wurden Lagerfeuer angezündet. Manche machten Stockbrot, aber alle tranken Bier.

Hitzewelle in Bayern - trotzdem Radtour nach Metten

22.07.16

Noch ein Nachtrag zu gestern. In der Ausstellung in Aldersbach ist von einem "Münchner Bierherz" die Rede gewesen. Es handelt sich dabei um das Herz eines Biertrinkers. Er hat über mehrere Jahre um die 15 Liter Bier pro Tag getrunken. Meistens handelte es sich dabei um Mitarbeiter des Brauereigewerbes oder um Bierkutscher, die all zu sehr dem "Haustrunk" gefröhnt haben. 15 Liter ist aber auch schon was.

Heute bin ich dann doch wieder mit dem Rad nach Metten gefahren. Einziger Tagesordnungspunkt war die Bibliothek des Klosters. Doch leider werden nur morgens um zehn und nachmittags um fünfzehn Uhr Führungen angeboten. Ich kam leider 15 Minuten zu spät. So habe ich den Tag mehr oder weniger "verdaddelt", ist auch mal ganz schön. Der Ort Metten ist ziemlich klein, in letzter Zeit bekannt geworden durch die Explosion in einem Wohnhaus. Der zentrale Punkt ist das Kloster mit seinen markanten Zwiebeltürmen auf der Klosterkirche.


Um 15.00 Uhr habe ich dann an der Führung durch die Bibliothek des Klosters teilgenommen. Die wirklich wertvollen Bücher sind in den Jahren nach Säkularisation 1803 in die Staatsbibliothek nach München gebracht worden. Aber das älteste hier stammt immer noch vom Ende des 14. Jahrhunderts. Beeindruckend sind vor allem die Deckengemälde, die früher mehr oder weniger die Beschreibung der Abteilungen der Bibliothek waren.


In dem Kloster ist heute ein Gymnasium mit ca. 450 Schüler. Es wird von den zur Zeit 15 Benediktinermönchen betrieben. Da im Moment noch keine Sommerferien in Bayern sind, war ich während des Schulbetriebes im Gymnasium. Es ist schon beruhigend, wenn man weiß, dass man beim Schellen der Pausenglocke nicht in den Klassenraum muss.


Nach Schulschluss haben auch die Gymnasiasten nur eines im Kopf "Pokemon-Go".


Dann wollte ich nur noch zurück zum Bauwagen. Es ging leider wieder mal bergaus. Aber der Ausblick vom Campingplatz aus auf das Donau- und Isartal lohnt sich wirklich.

Bayrische Landesausstellung zum 500-jährigen Bestehen des Reinheitsgebotes

21.07.16

Bevor ich gestartet bin, habe ich noch ein Bild vom Auto meines Nachbarn gemacht, ebenfalls ein Oldtimer-Fan, allerdings mehr in Richtung Autos. Er handelt anscheinend mit Ersatzteilen, besucht auch Messen etc. wie zum Beispiel die Bremen-Classic-Motorshow. Die Grundmann-Sammlung in Hessisch-Oldendorf kannte er auch.


Bei Vilshofen bin ich über die Donau und weiter zum Kloster Aldersbach. Dort ist die bayrische Landesausstellung anläßlich des 500-jährigen Bestehen des Reinheitsgebotes für das Bier. Im Innenhof des Klosters stand ein Wagen für Umzüge, auf dem die Bierkönigin Bavaria dargestellt wird. Die Dame war übrigens aus Holz.


In der Ausstellung gab es dann erwartungsgemäß viele Exponate rund ums Bier. Beeindruckend fand ich diese Wand aus Bierkrügen.


Aber auch nicht alltägliche Informationen erhielt man. So ist zum Beispiel das auch in Fahrenhorst auf dem Schützenfest beliebte Lied "Schützenliesel" 1952 zum ersten Mal auf dem Oktoberfest gespielt worden.

Im Anschluss habe ich noch in Sachen Kirchenarchitektur vergangener Jahrhunderte mir die Asambasilika in Altenmarkt-Osterhofen angeschaut: Der für bayrische Kirchen ganz normale Wahnsinn!


Eigentlich wollte ich danach auf einen kleinen Campingplatz, den Camping-Meyerhof. Aber leider habe ich die Abfahrt von der Bundesstraße nicht gesehen oder es gab keine. Jedenfalls nach einem Maisfeld habe ich dann den Schriftzug an einer Scheune gelesen. Es war eine belebte Bundesstraße ohne Abbiege- oder Wendemöglichkeit, rechts und links Leitplanken. So bin ich fast vier Kilometer über die Donau gefahren, habe dann entschieden: Zurück gibt es nicht! Also bin ich weiter zum nur 25 km entfernten nächsten Campingplatz bei Deggendorf. Dort kam ich dann gegen 19.00 Uhr an. Er liegt sehr schön oben auf einem Berg mit Blick ins Donau- und Isartal. Abends gab es dann noch einen schönen Sonnenuntergang.

Hitze in Passau, aber beim Orgelkonzert im Dom war es angenehm kühl

20.07.16

Ich habe mich doch für das Fahrrad entschieden und nicht für den Bus. Er fuhr doch zu selten. Auf meine Frage gestern abend: Wann fahren denn die Busse aus Passau zurück? gab mir der Campingwirt folgende Antwort: Fahren Sie am besten erstmal hin und schauen dann dort nach. Was soll ich Ihnen das hier alles erzählen?! Da war ich erstmal bedient: So ein A....! Aber heute morgen hat sich mein Vorurteil bestätigt. Er jagte mit seinem Mercedes Gl hupend eine kleine schwarze Ziege über das Camping-Gelände.

Der Radweg führte entlang der Donau immer schön ebenerdig. Schon kurz nach halb neun hatte ich die 12 km hinter mich gebracht und war in Passau angekommen. Es war noch nicht viel los. Deshalb bin ich auch als erstes über die Donaubrücke nach Obernzell gefahren, um mir von dort die Stadt anzuschauen.


Als nächstes habe ich mir die Eintrittskarten für das mittägliche Orgelkonzert, vier Euro, gekauft, um es nicht zu verpassen. Ich war zwar schon mal vor über dreißig Jahren im Passauer Dom gewesen, aber ich war auch diesmal wieder vom Innenraum überwältigt, und das noch ohne Orgel! So präsentiert er sich, wenn man durch den Haupteingang den Dom betritt.

Im Innenraum muss man dann die ganze Pracht auf sich wirken lassen. Es ist hier nicht so viel Gold verarbeitet worden wie ich schon in anderen Kirchen gesehen habe. Aber es ist ein enormer Aufwand an Ausschmückung des Innenraumes betrieben worden.


Dann begann um 12.00 Uhr das Orgelkonzert. Der Dom war bis auf den letzten Platz ausverkauft. Von einem zentralen Platz aus bedient der Organist insgesamt fünf Orgeln mit 17.974 Pfeifen, mich nicht mitgezählt. Und wenn dnn so ein Schlussakkord gespielt wird und das Echo der Hauptorgel aus dem Altarraum zurück kommt, das ist schon ganz schön heftig und macht einem Gänsehaut.


Anschließend unterhielt ich mich mit einer Passauer Gästeführerin über die  Führungen und Modalitäten in Passau unterhalten. Es ist schon erstaunlich, was es da für Unterschiede gibt zwischen Bremen und Passau. Sie nahm mich dann mit auf einem ihrer Stadtrundgänge und so kam ich in den Genuss von Informationen über die Stadt und den Besuch im Passauer Rathaus (Das Bremer Rathaus ist natürlich schöner!)


Den restlichen Nachmittag habe ich mich in den Schatten gesetzt und amerikanische Touristen belauscht (Rache für die Lauschangriffe von der NSA).

Der Tag der Pannen - aber mit gutem Ende!

19.07.16

Keine Angst - Pannen bezieht sich nicht auf den MAN, sondern vielmehr auf den Verkehr und das Fortkommen. Das erste Erlebnis war schon nach ca. 3 km. Auf einer kleinen Straße, die eigentlich für LKW gesperrt war, trafen sich vor einer Brücke (3 to) ein LKW und ein Betonmischer, der seinen Beton in eine Betonpumpe entleerte. Dazu kam dann noch ein Opa, der eigentlich nicht fahren konnte, jedenfalls nicht wenden. Vor mir standen zwei Mädels mit einem Pferdeanhänger und zwischendurch kamen immer mal wieder Radfahrer und Fußgänger, die ungläubig guckten.


Aber auch das Problem wurde gelöst. Ich war schon froh, als der Opa endlich ohne Beule weg war. An der Brücke über den Inn war dann dieser markante Schilderbaum angebracht. Auf deutscher (bayrischer) Seite stand die Polizei, winkte mich aber freundlich durch. Nochmals vielen Dank!


Auf der anderen Seite des Inn liegt die Stadt Simbach. Das ist der Ort, in dem vor einigen Wochen dieses Unwetter gewütet hatte und der Katastrophenalarm ausgelöste wurde. Während der Fahrt durch den Ort habe ich ein paar Bilder gemacht, die schon zeigen, das es ziemlich heftig gewesen sein muss. Draußen vor der Stadt war dann eine Interims-Deponie für der Schutt eingerichtet worden.


 

Danach ging es wieder durch schöne Landschaften. Es ist lange nicht mehr so "gebirgig", aber trotzdem schön. Dieses Bild habe ich übrigens nur machen können, weil ich nach der zweiten Vollsperrung an diesem Tag inklusiv der Umleitungen in diese Gegend gekommen bin.

Ja, und dann war ich endlich am vermeintlichen Ziel des Tages angekommen: Gasthaus Waldschänke oberhalb eines Golfplatzes. Der Golfplatz war auch noch da, aber das Gasthaus war geschlossen, ebenso die im Internet immer noch angebotenen Stellplätze.


Also habe ich den MAN wieder angeschmissen und bin bei Passau über die Donau und dann noch 12 km donauaufwärts gefahren. Hier stehe ich nun - auf einem schattigen Plätzchen. Übrigens: Es ist wohl wirklich Schicksal gewesen, das das Lokal geschlossen hatte. Ich bin ja dann nach Passau gefahren und habe gesehen, das es nur bergab ging. Das wäre für mich eine Tortur ohne Ende gewesen, wieder von Passau mit dem Rad zurück zum Bauwagen zu fahren. Vom jetzigen Platz aus fährt sogar ein Bus nach Passau. Manchmal muss man auch Glück haben.

Besichtung der Gummifabrik KRAIBURG in Tittmoning

18.07.16

Dank Arno Hahn habe ich heute die Möglichkeit gehabt, mir eine Gummifabrik anzuschauen. Ich habe mir schon einmal eine Gummifabrik ansehen können - in Indien vor einigen Jahren. Der Unterschied war dann doch eklatant, obwohl das Prinzip in beiden Fabriken gleich gewesen sien muss. Der Verkaufsleiter von KRAIBURG hat mir ausführlich die Fabrik gezeigt. Hier in Tittmoning werden ausschließlich Produkte für die Viehhaltung hergestellt, deshalb auch der Name KRAIBURG-agri. Ein zweites Werk hier in Tittmoning produziert Produkte für den Bereich Schiene und Straße, daher STRAIL (street and rail). Ich habe auf meiner Reise schon häufiger den Namen an Bahnübergängen gelesen, konnte aber damals noch nichts damit anfangen. Zu Abschluss habe ich noch ein Bild von meinem Gespann vor der Fabrik gemacht.


Es ging dann auf der österreichischen Seite der Salzach nach Norden. Ich bin dann noch einmal an Burghausen vorbei gekommen, konnte dieses Panoramabild machen.


Zielort von heute war Braunau. Ich hatte mir ein kleines Gasthaus ausgesucht, dass auch Stellplätze anbietet. Als ich dort ankam, las ich "Heute Ruhetag", tolle Wurst. Es reagierte auch keiner auf Klingeln, also bin ich hinters Haus, Erkundung. Dort waren tatsächlich zwei Stellplätze, ein Stromanschluss und die Tür zu Sanitärräumen. Ich habe dann erstmal Mittag gemacht. Ein Auto hielt an, Türen klappten, ich raus aus dem Bauwagen und konnte gerade noch einen Mann fragen, ob er der Wirt sei. Mit osteuropäischem Akzent nannte er mir eine Telefonnummer, wo ich fragen könnte. Der Anruf war dann positiv, ich konnte bleiben. N achdem der Bauwagen waagerecht stand und ich alles eingerichtet
hatte, bin ich mit dem Rad am Inn entlang nach Braunau gefahren (völlig ohne Steigungen, außer in Braunau). Abends habe ich noch einen kleinen Spaziergang gemacht und Interessantes und Kuriositäten entdeckt. Zunächst etwas für Alfred:


Das war ein ganz normaler Bach. Davor stand so etwas wie ein Feuerwehrhaus. Ich schaute durchs Fenster und kam ins Grübeln. Die Lösung stand auf einem Zettel im Fenster. Es handelte sich um das Haus der "Obstpressgemeinschaft Ranshofen", in dem die Obstpresse stand. Hier wird ab Mitte September jeden Freitag Obst gepresst.


Als letztes viel mir ein langgezogener Schuppen auf. Es war die Bahn für die "Abteilung Asphalt" vom örtlichen Naturfreundeverein. Der Boden wird im Winter geflutet und dann Eisstockschießen praktiziert.


Abends habe ich dann noch Besuch bekommen. Fünf junge Männer, die u. aö. aus der Steiermark kamen und im Gasthaus schliefen, fanden mein Gespann interessant. Wir haben noch lange über Trecker, die viel bessere alte Technik und sonstiges belangloses Zeug diskutiert. Es waren "Spengler", die Hallen jedlicher Art bauten. Ich stelle mir vor, so ähnlich hätte es auch mit Leuten wie "Inge" und Co. von Alfred Cohrs laufen können. Es war jedenfalls nett.

Irrfahrt nach Burghausen

17.07.16

Es hat zwar heute morgen etwas genieselt, aber das hält einen Norddeutschen doch nicht von seinen Vorhaben ab, das meiste fällt doch sowieso vorbei. Also bin ich auf mein Fahrrad und getreu den Angaben meines Campingwirtes gefolgt und auf dem "Benedikt-Weg" Richtung Burghausen gestartet. Aber das mit der Beschilderung ist für die Bayern anscheinend nicht so einfach. Jedenfalls bin ich ziemlich kreuz und quer durch die Gegend gefahren. Aber ich bin angekommen, habe unterwegs viel gesehen und geregnet hat es auch nicht - noch nicht. Doch vor Burghausen wollte ich noch zum Kloster Raitenhaslach. Das Kloster ist zwar nicht mehr im Besitz der Kirche, heute hat es ein Gastronom von dem Landkreis gepachtet, aber die Klosterkirche ist noch frei zugänglich. Drinnen wird man von der Pracht überwältigt. Die Kirchenfürsten haben früher in Saus und Braus, in Pracht und Fülle gelebt. Koste es, was es wolle.


Danach bin ich dann nach Burghausen gekommen. Die Stadt mit der längsten Burganlage Europas oder der Welt. Ähnlich wie gestern in Tittmoning war auch hier der zentrale Stadtplatz von pastellfarbenen Häusern gesäumt. Es ist die hier übliche Bebauung im Salzachland. Aber oberhalb der Stadt thront die übermächtige Burg.


Ich bin natürlich noch zur Burg aufgestiegen, habe mir dort oben aber kein Museum oder die Burg als solches mit Folterkammer etc. angesehen, weil ich nicht glaube, das die Bayern andere Foltermethoden hatten als andere Zeitgenossen damals. Und das hatte ich mir schon mal anderswo angesehen. Aber der Blick von oben auf die Stadt war lohnend.


Als ich Burghausen verlassen wollte ist mir noch folgender Spruch über einem Stadttor aufgefallen. Er trifft auch heute noch zu.


Dann habe ich mich auf den Rückweg auf dem "Benedikt-Weg" gemacht. Zunächst war auch noch alles in Ordnung, aber die letzten zehn Kilometer habe ich dann im strömenden Regen zurück gelegt. Ich wollte ja sowieso noch die Waschmaschine anschmeißen.

An Salzburg vorbei nach Tittmoning

16.07.16

Das Wetter sollte zwar besser werden, aber mir fehlt der Glaube und die Zeit. Ich bin ja schon zwei Tage länger am Königssee geblieben als geplant. Den Jenner habe ich abgeschrieben, nach Salzburg war ich auch schon mit dem Bus gefahren und habe mir die Stadt angesehen. Um das dortige Verkehrschaos zu umgehen, habe ich mich entschieden, nicht auf den Campingplatz Aigen zu gehen. Ich bin also direkt nach Tittmoning gefahren. Je weiter ich mich von Berchtesgaden entfernte, um so besser wurde das Wetter. In Tittmoning angekommen schien sogar die Sonne. Es ist ein kleiner Platz, der idyllisch an einem Badesee liegt.

Wie üblich bin ich aufs Fahrrad und habe mir die Stadt angesehen. Es ging mal wieder bergab, d. h. nachher bergauf, hielt sich aber in Grenzen. Als erstes habe ich das Gummiwerk Kraiburg gesucht (und gefunden), wo ich am Montag eine Führung durchs Werk bekomme. Fahrenhorster können mit "KRAIBURG" etwas anfangen, Stichwort Arno Hahn. Das Stadtbild ist völlig anders als in Berchtesgaden, fast schon ein wenig österreichisch. Um die oben auf dem Berg liegende Burg umfasst eine Befestigungsmauer die Stadt. Zwischen den beiden Stadttoren liegt der 300 m lange Stadtplatz. Die Häuser rechts und links sind alle pastellfarben angestrichen.


Aufgefallen ist mir noch dieses "Reklameschild" an einer ehemaligen Gaststätte. Leider hatte sie geschlossen.


Dann ist mir noch dieses Plakat aufgefallen. Ich habe auf meiner Reise einige witzige Vereine und deren Veranstaltungen gesehen. Angefangen vom "Tauziehverein", über die bayrischen Meisterschaften im "Fingerhakeln" (nur für Männer) bis jetzt zum "Dirndl-Flugtag". Ich habe mal im Internet recherchiert. Veranstalter ist u. a. die Brauerei Gössl aus Österreich. Dort ist diese Art von Veranstaltungen wohl sehr verbreitet. Es springen dabei die Mädels im Dirndl vom 3-m-Turm ins Wasser. Das Ganze wird dann von der Jury bewertet. Na toll. Erster Preis ist übrigens ein Gutschein von Gössl über 200 EURO.


Auf dem Rückweg bin ich dann noch an einer geschlossenen Veranstaltung vorbei gekommen. Es wurde das 200-jährige Bestehen des Rupertiwinkels gefeiert. Leider waren nur geladene Gäste zugelassen, die übrigens in der Mehrzahl in ihren Trachten erschienen. Aber als "Zaungast" konnte ich zumindest mir das Treiben anschauen.


Kehlsteinhaus im Nebel (Wolken)!

15.07.16

Die Wolken hingen heute etwas höher als die Tage zuvor und so habe ich es gewagt, zum Kehlsteinhaus hoch zu fahren. Man darf nur bis zum Dokumentationszentrum auf dem Obersalzberg mit eigenem PKW (ohne Caraven!) hochfahren. Die Steigung beträgt satte 24 %. Von dort fahren spezielle Busse die einspurige Kehlsteinstraße im Konvoi zu viert hinauf. Dann muss man noch durch einen Tunnel zum Fahrstuhl, der einen die letzten 124 m hinauf zum "Eagles Nest" bringt. Oben angekommen habe ich dann festgestellt, dass auch heute die Sicht nicht besonders gut war.


Ja, und das wäre mein Preis gewesen:


Die Busfahrt nach unten war dann doch noch sehr spannend. Ich hatte mir einen Platz ganz vorn im Bus ergattert mit folgender Aussicht. Manchmal kam ich mir vor wie in der Achterbahn oder der Wilden Maus.


Am Nachmittag bin ich dann noch aus lauter Verzweiflung den Malerwinkelweg am Königssee gegangen. Es war kalt und feucht, hat aber nicht geregnet. Auch hier muss es bei schönem Wetter sehr schöne Ausblicke geben. Heute waren sie eher mäßig.


Regen! Es war der Tag der Spielfilme!

14.07.16

Es ging gleich morgens mit Regen los. Deshalb habe ich erstmal diese Seite auf aktuellen Stand gebracht. Dann war es kurzfristig trocken und ich hatte Gelegenheit, kurz in den Ort zu gehen. Dabei habe ich diesen Zusammenfluss zweier unterschiedlicher  "Bäche" gesehen - beeindruckend.


Da sonst nichts weiteres Fotogenes vorhanden war, habe ich mal dieses Schild abgelichtet. Ein Norddeutscher muss da schon etwas überlegen, wo das hängen könnte.


Der Jenner ist in den Wolken verschwunden - Alternative ist Salzburg

13.07.16

Durch die starken Regenfälle in der Nacht ist die Königsseer Ache zu einem wahren Wildwasser geworden.


Auch auf dem Weg nach Berchtesgaden waren einige Bäume umgestürzt.


So habe ich mich entschieden, heute einen Ausflug mit dem Bus nach Salzburg zu machen. Durch die Gästekarte kosteten Hin- und Rückfahrt zusammen nur fünf Euro. In Salzburg war es trocken, aber voller Touristen. Österreichisch hörte man fast überhaupt nicht. Als erstes bin ich in den Mirabellengarten gegangen. Man musste ja das "gute Wetter" ausnutzen.


Dann ging es über die Salzachbrücke in die Altstadt. Auch hier in Salzburg waren abertausende von Vorhängeschlössern am Brückengeländer angebracht. Ich frage mich, ob das wirklich alles von einzelnen Privatleuten gemacht wurde. Die Schlösser hängen viel zu gleichmäßig.


In der Fußgängerzone, der Getreidegasse, war sehr viel los. Da dachte ich so bei mir, dass es in der freien Natur doch sehr viel schöner ist. Die Gästeführer in Salzburg sind nicht zu beneiden. Da lobe ich mir doch unser "verträumtes Bremen", das nicht so sehr von Asiaten besucht wird. Sie sind nicht nur fleißig wie die Ameisen, sie schwirren auch umher wie die kleinen Tierchen.


Und wie es sich für die "Mozart-Stadt" gehört, wird der natürlich auch vermarktet auf "Deubel-komm-raus".


Dann fing es auch in Salzburg an zu regnen und ich bin nach Berchtesgaden zurück gefahren. Am Abend dann noch ein besonderes Erlebnis: Einige Kajakfahrer sind auf der Königsseer Ache unterwegs gewesen. Ich habe auch schon einiges ausprobiert, aber das wäre nichts für mich gewesen.


Morgens Sonne - abends ein Unwetter

12.07.16

Heute stand für mich die Enstscheidung an, entweder auf den Jenner mit Blick auf den Königssee oder mit Schiff über den See nach St. Bartholomä zu fahren. Das Wetter sollte sich nämlich ändern, d. h. schlechter werden. Ich habe mich für die Fahrt mit dem Schiff entschieden. Hinter der Abfahrtsstelle der Elektroboote, die übrigens schon seit 1909 auf dem Königssee fahren, liegt die Bob- und Rodelbahn von Berchtesgaden.


Ich bin bis zum anderen Ende des Sees nach Salet gefahren. Von dort habe ich eine Wanderung um den so genannten Obersee gemacht. Er soll der schönere der beiden Seen sein, was ich bestätigen kann. Allerdings ging es auch hier wieder bergauf und -ab.


Dann traf die Wettervorhersage ein. Ungefähr 500 m vor der Schiffsanlegestelle Salet fing es an zu regnen. Aber ich hatte ja einen kleinen Schirm dabei. Auf der Rückfahrt habe ich noch einen Zwischenstopp in St. Bartholomä gemacht. Hier waren wieder sehr viele Asiaten, gesprochen habe ich mit einer Taiwanesin. Eine Information noch für die Angler: Im Königssee darf nur der Fischer vom Königssee angeln/fischen. Der größte Fisch, der hier gefangen wurde, ist eine Forelle. Sie wog sage und schreibe 55 Pfund, wurde präpariert und steht in einem Schaukasten der Gaststätte in St. Bartholomä. Auf dem Bild sieht das Wetter besser aus als es tatsächlich war.


Ja, und abends beim Bauwagen kam dann das Unwetter. Ein Blitz, dann ein Donner und zehn Sekunden später brach der Sturm über uns herein. Bei den Wohnmobilen flogen die Vordächer und auch die Klappstühle und -tische weg. Das Iglu-Zelt meines Nachbarn kam im Tiefflug mit meinem Klappstuhl am Bauwagen vorbei. Dann rückten mehrere Feuerwehren an. Auf dem Campingplatz  war ein Baum umgestürzt und hatte ein Zelt unter sich begraben. Aber es gab wohl keine Verletzten.


Die Hitze verhindert Aktivitäten

11.07.16

Ich habe mich von meinen Nachbarn, die aus der Nähe von Fritzlar kommen, verabschiedet. Mit ihnen hatte ich abends immer zusammen gesessen und noch gequatscht (Soviel zur Einsamkeit, wenn man allein reist!) Wir tauschten noch Visitenkarten aus und dann ging es los. Es war nicht weit, nur 15 km, bis Schönau am Königssee. So war ich schon vormittags auf dem neuen Platz. Ich suchte mir einen Schattenplatz, was ziemlich schwierig war. Es war sehr heiß und so verzichtete ich auf eine größere Tour, sondern fuhr nur kurz nach Berchtesgaden. Der Radweg führte durch einen Wald an der Königsseer Ache, war also schattig. Berchtesgaden selbst ist nichts Besonderes. Als Besonderheit kann man das Schloss mit der Schlosskirche und das Rathaus bezeichnen. Sonst eben eine bayrische Stadt.

 


Bergwanderung in der Sonne

10.07.16

Da es heute ziemlich warm werden sollte, habe ich mich schon früh auf den "Alm-Erlebnis-Weg" gemacht. Ednr sollte etwa 4,5 Stunden in Anspruch nehmen. Die habe ich auch gebraucht. Wie in den Bergen üblich ging es bergauf, zunächst noch auf einer Fahrstraße, dann über einen so genannten "Steig". Das ist ein Pfad mit vielen Wurzeln und noch mehr Steinen. Es ging immer nur bergauf. Nach 2,5 Stunden war ich dann endlich auf einer bewirtschafteten Alm. Die Sennerin war noch sehr jung. Sie wohnt hier oben den Sommer über, melkt ihre 8 bis 10 Kühe, macht aus der Milch Käse und verkauft ihn dann an die Touristen. Aber auch Kaltgetränke hat sie im Angebot.

Es ging noch immer weiter bergauf. Unterwegs habe ich mal ein "Selfie" von mir gemacht.

Es waren nicht sehr viele Verrückte unterwegs bei dieser Hitze. So konnte man seine Augen auf die Schönheiten und manchmal auch Rätsel der Natur richten. Was könnte das sein?

Dann nach der nächsten Almhütte ging es endlich bergab, allerdings auf einem Fahrweg, d. h. in praller Sonne, aber immer mit Blick auf den Watzmann und den Hochkalter.


Eine Gemse!

09.07.16

Vom Walchsee aus ging es über Reit im Winkl und Ruhpolding in die Ramsau. Auf dem Weg dorthin habe ich auf einer kleinen Straße, die links des Tales verlief, eine kurze Pause gemacht. Ich schaute mir das Tal an und auch die gegenüberliegende Seite. Da entdeckte ich etwas Braunes. Ich traute meinen Augen nicht: Eine Gemse!


Dann hatte der MAN die letzte Steigung des Tages, den Schwarzbachwachtsattel, zu bewältigen. Danach war auch schon unser Domizil für die nächsten zwei Nächte. Ich bin dann noch mit dem Rad los. Hätte ich lieber bleiben lassen. Mein Weg führte mich um den Hintersee in den so genannten Zauberwald. Durch ihn fließt ein kleiner Wildbach. Welche Wassermassen müssen zur Schneeschmelze hier durchgehen. Baumstämme mit 40 cm Durchmesser lagen dort verteilt im Bachbett.

Anschließend war ich noch im Ort Ramsau und habe natürlich auch die Kirche abgelichtet, die wohl in jedem bayrischen Sehenswürdigkeiten-Kalender enthalten ist. Dann kam die Rache der bösen Tat: Mein Campingplatz lag oben am Hang, der Ort unten im Tal. Also habe ich mein Rad die 4 km geschoben. Es war mal wieder eine "Radwanderung".


Katerstimmung - auch ohne Feier!

08.07.16

Der Tag hätte so schön werden können, wenn gestern nicht ...

Trotz allem bin ich bereits um 06.00 Uhr zum Duschen gegangen. Ich konnte zwar nach der Pleite gestern abend gegen Frankreich zwar zunächst nicht einschlafen, aber dann habe ich um so fester geschlafen. Nach dem Duschen kamen dann die normalen Tätigkeiten vor einem "Stellungswechsel" (Jetzt kommt die Bundeswehr durch!) und um kurz nach acht war ich schon auf der Piste. Eine Vollsperrung wegen Brückenerneuerung brachte mir drei zusätzliche Kilometer, aber ansonsten lief alles wie geplant. Es ging vorbei am Schliersee, den Abzweig zum Spitzingsee (wunderschön!!) habe ich mir wegen der Steigung erspart. Außerdem war ich da schon mal auf einem Lehrgang von Siemens (damals eine tolle Firma). Aber die Landschaft fasziniert einen Norddeutschen immer wieder.


In Bayrisch-Zell habe ich kurz Pause gemacht, um danach die Steigungen (5. Gang) Tatzelwurm zu meistern. Dort habe ich die große Straße verlassen, bin auf einer kleinen Nebenstraße in Richtung Kiefersfelden gefahren. Auf einer kleine Parkmöglichkeit habe ich dann Mittag gemacht. Aus dem ALDI-SÜD hatte ich mir aus dem Kühlfach Weiswürste mitgenommen, süßen Senf hatte ich noch und vomm Bäcker in Bayrisch-Zell kam die Brezen. Einen Rest vom Radi hatte ich noch im Kühlschrank. Und so sah dann meine Brotzeit aus. Es fehlte nur noch das Weißbier! Ja, und kurz danach hielt ein Bremerhavener mitten auf der Straße an und wollte nicht glauben, das ich mit dem Trecker hier runter gefahren bin. Die anderen Autofahrer müssen gedacht haben: Diese dammischen Preissen!

Und jetzt war es nicht mehr weit bis zum Walchsee, Österreich. Übrigens, es scheint immer noch die Sonne. Wenn es wieder anfängt zu regnen, werde ich mich melden. Der Ort hier ist sehr touristisch, zu erkennen an den vielen Hotels, Gasthäusern und Pensionen. Obwohl, sie sehen ja alle schick aus mit ihren Balkonkästen.


Am Abend war dann noch Fahnenweihe bei der Freiwilligen Feuerwehr Walchsee. Der Ablauf der Zeremonie ähnelt sehr stark der unsrigen. Im Unterschied zu unseren Feuerwehr-Uniformen sind die Uniformen der österreichischen Feuerwehrleute aber braun.


Ich gehe davon aus, das diese Helme historischen Charakter haben und nur zu besonderen Anlässen getragen werden.


Eine weitere Besonderheit in Österreich ist, das es bei den Feuerwehren auch "Feuerwehr-Kurate" gibt. Das scheint so etwas ähnliches zu sein wie der Militärpfarrer bei der Bundeswehr.


Urlaub vom Stress am Tegernsee

07.07.16

Die Überschrift sagt eigentlich schon alles. Heute stand nichts auf dem Plan, außer, das ich Besuch bekommen habe von einem älteren Paar, das ich auf einem Weinfest in der Pfalz kennen gelernt habe. Sie waren mit ihrem Enkel Paul auf einen Tag zu mir an den Tegernsee gekommen. Der kleine Paul war natürlich angetan vom MAN. Immer wieder musste er auf den Fahrersitz und am Lenkrad drehen. In Wiessee haben wir schön am Ufer des Tegernsees gegessen und die Aussicht genossen. Dabei haben wir uns angeregt unterhalten. Anschließend noch eine Tasse Kaffee auf dem Campingplatz, Paul auf dem MAN-Fahrersitz. Alle sind glücklich, das Leben kann so schön sein.

Abends war ich noch kurz in Rottach-Egern, um ein paar "Beweisfotos" zu machen. So schön können  Geranien und Petunien in Balkonkästen blühen. Das Geheimnis: Bei Regen bekommen die Balkonkästen einen "Regenschirm".


Abends war dann noch das Halbfinale Deutschland gegen Frankreich, das ich mir in der Camping-Gaststätte angeschaut habe. Ergebnis ist ja hinlänglich bekannt.

Über Benediktbeuren und Bad Tölz zum Tegernsee

06.07.16

Schon nach ca. 10 km kam der erste Stopp: Benediktbeuren. In dem Kloster fand heute ein besonderes kirchliches Fest statt. Große Parkflächen waren draußen ausgewiesen. Ich habe mich einfach unter die Leute gemischt, mich gläubig gegeben - soweit das möglich ist - und mir das Treiben angeschaut. In dem Kloster sind heute mehrere kirchliche Institutionen und eine Jugendherberge untergebracht.


Nach der Zeremonie in der Kirche wurde es im Innenhof auf einmal voll. Zu meiner Verwunderung waren auch Schützen des örtlichen Gebirgsschützen-Vereins mit ihren Gewehren in der Kirche gewesen. Anschließend gab es Eintopf für alle. Hierbei hatte ich die Gelegenheit, mir den Vorsitzenden des Vereins aus der Nähe zu betrachten. Gesprochen habe ich ihn aber nicht. 


Auf der Weiterfahrt nach Rottach-Egern am Tegernsee habe ich einen zweiten Stopp in Bad Tölz gemacht. Ein nettes, kleines oberbayrisches Städtchen, das man aus dem Fernsehen kennt.


Mal wieder eine Radtour!

05.07.16

Heute hatte der MAN mal Pause. Ich bin mit dem Fahrrad los zum bayrischen Freilicht-Museum in Glenleiten. Der Wirt vom Campingplatz hatte mir zwar gesagt, das der Weg, den ich mir ausgesucht hatte, etwas bergauf geht, aber sooooooo bergauf hatte ich mir dann doch nicht vorgestellt. Aber ich habe es ja geschafft. nämlich geschoben. Ich habe jetzt eine ganz andere Deutung des Begriffes "Radwanderung": Man wandert und schiebt das Fahrrad den Berg hinauf! Ja, und irgendwann geht es ja hoffentlich - auch wieder bergab. So war es auch bei mir. Ich hatte den Kochelsee halb umrundet und suchte jetzt den Weg zum Freilichtmuseum. Es gab zwei Alternativen: Eine führte über die Landstraße ohne Radweg, die andere über einen Wanderweg und die "Kräut-Alm". Ich dachte mir, das der Rückweg über die asphaltierte Straße vielleicht angenehmer sei, zumal beide Wege bergauf führten. Gesagt, getan. Der Wanderweg war auch zuerst noch ganz in Ordnung, aber dann kamen die ersten Stacheldraht-Gatter und Almwiesen. An Radfahren war nicht mehr zu denken, statt dessen schieben, schieben, schieben. Zwischendurch zur Abwechslung mal wieder ein Weidetor öffnen und wieder schließen, aber dann wieder schieben.Es war mittlerweile auch kein Weg mehr zu erkennen, immer nur Wiese und Kuhfladen. Lediglich die Hinweischilder sagten mir: Du bist noch auf dem richtigen Weg!

Völlig durchgeschwitzt und eigentlich reif für die Dusche oder ein Bad kam ich beim Freilichtmuseum an. Vom Museum selbst war ich enttäuscht. Da hätte ich Herrn Seehofer und den Bayern doch mehr zugetraut. Sie sollten mal nach Baden-Württemberg (Vogtsbauernhof) oder nach Nordrhein-Westfalen (Kommern) fahren, um sich inspirieren zu lassen. In einem Museum werden meiner Meinung nach alte Sachen ausgestellt und nicht die Treppengeländer in einem alten bayrischen Bauernhaus rosafarben angestrichen. Auch sollten die Räume nicht leer sein. Aber vielleicht kenne ich davon zu wenig. Aber eines hatte man von vielen Punkten aus: Eine herrliche Aussicht auf die faszinierende Landschaft.


Ansonsten hatte ich in dem Museum eine Begegnung der besonderen Art. Auf einer Wiese in der Abteilung "Almen" wurde zwar auf freilaufende Kühe hingewiesen. Mann solle sie nicht anfassen. Als diese eine dann aber auf mich zu kam, war ich doch etwas überrascht, zumal auch Kälber auf der Wiese waren.

 

Der Rückweg war dann sehr easy: Bergab! Kochel am See ist realtiv klein, um nicht zu sagen absolut unspektakulär. Aber vielleicht lag es auch an meiner körperlichen Verfassung. Aufgefallen ist mir aber folgendes Schild. Vielleicht sollten wir in Fahrenhorst auch mal über eine Neugestaltung nachdenken, wenn das nicht in meiner Abwesenheit schon geschehen ist.


Ich habe mich jedenfalls auf die Dusche gefreut. Abends dann noch ein schöner Sonnenuntergang, was will man mehr?!


Über Mittenwald nach Kochel am See

04.07.16

Morgens durch den Berufsvekehr von Garmisch-Partenkirchen und das auf der Straße zum Fernpass nach Italien. Da kommt Freude auf. Aber auch das haben wir gemeistert. Mein Weg führte mich nach Mittenwald. Ein kleiner Ort, der aber sein eigenes Flair hat. Es ist zwar touristisch geprägt, aber nicht überlaufen. Bemerkenswert sind auch hier die Malereien an den Fassaden.

Weiter ging es dann auf einer Bundesstraße am Walchensee vorbei. Er liegt ebenfalls wunderschön in der Berglandschaft. Und dann kamen die Serpentinen hinunter nach Kochel am See. Früher war das mal eine Berg-Rennstrecke. Caracciola soll hier auch schon gefahren sein - und nun ich mit dem MAN. An einem Parkplatz mit Aussichtspunkt auf den Kochelsee habe ich dann folgendes Bild gemacht.


Auch heute ist hier also noch Rennstrecke, aber vor allem für Motorräder. An Wochenenden und Feiertagen haben die hier aber wohlweislich Fahrverbot.

Auf dem Campingplatz direkt am Kochelsee war man fast etwas überrascht über meine Herkunft, aber dann um so freundlicher.

Fahnenweihe beim VTV Grainau

03.07.16

Heute wollte ich einen ruhigen und besinnlichen Tag verbringen. Um es vorweg zu nehmen:er Blick morgens aus dem Bauwagen sagte mir: Heute ist der Tag! Es war strahlender bla Es ist mir gelungen. Hier im Zugspitzdorf Grainau hatte der VTV Grainau heute seine Fahnenweihe. VTV steht für "Volks-Trachten-Verein". Beim Gottesdienst habe ich noch gefehlt. Aber den Umzug wollte ich mir nicht entgehen lassen. Mit kräftiger Blasmusik ging es durch den Ort.


Wie es sich gehört, waren die Vereinsmitglieder - auch der eingeladenen Nachbarvereine - alle in ihren heimatlichen Trachten dabei, vor allem die Mädels..


Auf dem Festplatz gab es dann ein Platzkonzert mehrerer Gruppen und verschiedene bayrische Volksbräuche.

Dazu gehörte natürlich auch das Schuhplatteln der männlichen Bevölkerung.


Beim Tanz mit den Mädels zeigten die Jungs nicht nur ihre Musikalität bezüglich Juchzen,

sonder auch ihre Sprungkraft.

Auf den letzten beiden Bildern sind der Kopfschmuck der Männer zu sehen. Die hellen Federn stammen vom Schwanz des Adlers und kosten entsprechend. Die beiden Herren mit dem Gamsbart tragen jeweils zwischen sieben und achttausend EURO auf dem Kopf. Es sind übrigens die Vorsitzenden der VTV Grainau und Garmisch. Gegen 17.00 Uhr war es mehr oder weniger vorbei und ich bin zurück zum Bauwagen gefahren.

Wetterumschwung auf der Zugspitze

02.07.16

Der Blick morgens aus dem Bauwagen sagte mir: Heute ist der Tag! Es war strahlender blauer Himmel und das Massiv der Zugspitze lag in der vollen Sonne. Also bin ich mit dem Bus zur Talstation der Seibahn am Eibsee gefahren. Die Gondel wollte gerade starten, hat aber auf mich gewartet. Oben angekommen, waren schon einige so mutig, die letzten Meter zum Gipfelkreuz zu Fuß zu bewältigen. Ich habe es aber gelassen.


Wie schnell sich in den Bergen, speziell auf den Gipfeln das Wetter ändert, habe ich dann erlebt. Langsam verschlechterte sich die Sicht, sehr schön zu erkennen am Blick zum Münchener Hauses, das langsam im Dunst der Wolken verschwindet.


Auf der Fahrt hinunter zum Gletscher habe ich dann folgendes Bild gemacht. Es war eine Fahrt ins Ungewisse.

Mit der Zahnradbahn bin ich dann durch den fast fünf Kilometer langen Tunnel talwärts gefahren, um dann die Ausblicke in die Berglandschaft zu genießen. In Garmisch-Partenkirchen habe ich noch einen Stadtrundgang gemacht. Mittlerweile hat sich das Wetter geändert, es fing an zu regnen. Die Giebel der Häuser sind häufig mit großen Bildern verziert, typisch für den Ort, ähnlich wie in Oberammergau.


Eine Besonderheit an diesem Wochenende war hier das BMW-Motorrad-Treffen. Sage und schreibe mehr als 40.000 Teilnehmer waren es in diesem Jahr. Die meisten von ihnen haben in kleinen Iglu-Zelten übernachtet, und das bei dem strömenden Regen! Ein Holzschnitzer hat sich sogar an einer BMW versucht.


Von Reutte nach Garmisch-Partenkirchen

01.07.16

Da ich ja noch in Österreich war, hatte ich die Möglichkeit, in einem Bäckerei-Bistro in einem Supermarkt meine MAN-Seite im Internet zu pflegen. Das Cafe bot seinen Gästen den Service des freien WiFi. Ja, so geht es auch.

Von Reutte aus bin ich zum Plansee gefahren. Die Straße sollte zwar ziemlich schmal sein, dafür aber sehr schön. Und das war auch so. Aber außer mir wussten das auch viele Oldtimerfahrer. Es war eine organisierte Ausfahrt von alten Sport-Nobel-Karossen.

Wie schön der See zwischen den Bergen liegt, kann man auf folgendem Bild erahnen.

Dann habe ich den schönen Plansee verlassen. Es ging über den Ammersattel nach Kloster Ettal. Nach einem kurzen Rundgang war das Tagesziel Garmisch-Partenkirchen nicht mehr weit.

Es war zwar schon Nachmittag, aber ich habe mich noch auf das Fahrrad geschwungen und auf den Weg zum Eibsee gemacht. Laut Karte sollte neben dem Weg eine Eisenbahn verlaufen. Daraus folgerte ich, das die Strecke ziemlich flach sein müsste. Als Norddeutscher denkt man nicht an eine Zahnradbahn, sollte man aber, wenn man in Bayern mit dem Fahrrad unterwegs ist. Es ging also mal wieder bergauf. Aber ich sollte ja abnehmen. Selbst der Weg um den Eibsee führte nicht am Ufer entlang. Aber dafür boten sich mir immer wieder herrliche Ausblicke auf den türkisblaugrünen See.

Gegen 19.00 Uhr bin ich dann wieder zurück am Bauwagen gewesen und habe den Blick auf die Alpspitze und das Zugspitzmassiv genossen.


Der Pass über das Oberjoch - für den MAN kein Problem!

30.06.16

Gestern abend war ich bei einem Spengler, das ist so etwas wie ein Klempner, macht aber wohl wesentlich mehr Dächer aus Blech als unsere Klempner. Ich wollte mir für eine Auspuff-Verlängerung ein kleines Stück Blech holen. Die Abgase trudeln jetzt ohne die Seitenteile am Verdeck häufig unter das Dach, nicht gerade angenehm. Meine Konstruktion  haut aber hin. Jedenfalls hat mich der Spengler natürlich gefragt, was ich mit dem Blech wollte. Als ich im dann noch erzählt habe, das ich übers Oberjoch fahren will, sagte er mir, das die Straße wegen eines Erdrutsches gesperrt sei. Man sei noch beim Aufräumen. Das warf natürlich all meine Planungen über den Haufen. Jetzt musste ich den gleichen Weg praktisch zurück fahren, auf dem ich nach Oberstdorf gekommen war. Schöne Sch....

Also bin ich heute morgen los auf der Bundesstraße nach Sonthofen. Die doch hügelige Nebenstraße wollte ich dem MAN ersparen. Aber das hatte ich nicht besser gewusst: Die Straße war zwar nicht so hügelig, dafür aber wesentlich verkehrsreicher. Immer wieder bin ich auf Bushaltestellen gefahren, um den nachfolgenden Verkehr vorbei zu lassen. War auch nervig. In Sonthofen war dann entgegen der Aussage meines Platzwirtes die Bundesstraße eine Kraftfahrstraße, für mich also gesperrt. Also bin ich durch die Stadt und kam an der Kreuzung zum Oberjoch-Pass vorbei. Aber die Sperrtafel sagte etwas anderes aus als man mir gesagt hatte.


Also hatte ich ja freie Bahn auf den Oberjochpass. Aber vorher war ich noch in Hindelang in einer Hammerschmiede. Doch stellte ein junger Mann schmiedeeiserne Pfannen her und das alles in Handarbeit. Nichts von wegen "Made in China". Auf dem Bild ist der Verkaufsraum und den Verkauf machte der junge Mann auch noch - mit seinen "Schmiedehänden".


Und dann ging es los in die vielen Serpentinen der Pass-Straße. Die Steigungen hielten sich in Grenzen, so dass ich nicht einmal in den fünften Gang runterschalten musste. Dem MAN hat es auch sichtlich Spaß gemacht, sich in die Kurven zu legen. Entgegenkommende LKW-Fahrer haben mir freunlich zugewunken. Auch die Motorradfahrer, die mich überholten, hielten ihren Daumen hoch. Oben angekommen bot sich dann ein herrlicher Blick auf Hindelang.


Nach dem Pass ging es dann durch das Tannheimer Tal, meistens bergab. Schließlich musste ich vor dem Lechtal noch den Gaichtpaß hinunterfahren. Das war aber eher einfach für uns beide.

Der Campingplatz in Reutte war ziemlich leer. Die meisten bleiben wohl nur für eine Nacht auf ihrem Weg von oder nach Italien. Mit dem Rad bin ich dann noch kurz los, um mir die längste Hängebrücke der Welt anzuschauen: 400 m lang und über 100 m hoch. Sie zu betreten kostet allerdings 8 EURO, wer mit dem Auto anreist, darf auch noch 4 EURO Parkgebühr bezahlen. Die Brücke wurde von einem Freizeitpark/Burgmuseum gebaut und muss natürlich refinanziert werden. Der Ort Reutte ist von Verkehr geprägt. Eigentlich ist er nur zum Durchfahren geeignet. Diese Zeilen habe ich in einen Supermarkt-Cafe geschrieben. Dort gibt es Free-WiFi. Stimmt ja, ich bin nicht in Deutschland, sondern in Österreich.

Schon wieder Sonnenschein - man glaubt es kaum!

29.06.16

Es ist kaum zu glauben, heute schien schien schon wieder die Sonne, den ganzen Tag. Da habe ich mich doch mal auf das Rad gesetzt und bin nach Einödsbach gefahren. Der Name hält was er verspricht. Meine Vorstellungl, es handele sich dabei um eine Fahrt entlang eines Baches hat sich nur teilweise bestätigt. Es ging ganz schön bergauf - hier ein Blick zurück, aber nicht im Zorn. 

Wenn man dann fast oben Licht am Ende des Tunnels sieht, stellt man sich alles Mögliche vor. Man hofft nur, das es endlich nicht mehr bergauf geht.


Und so freut man sich über einen solchen Anblick.


Auf meinem weiteren Weg bin ich an der "Heini-Klopfer-Skiflugschanze" vorbei gekommen, oder besser gesagt an der Baustelle. Diese Schanze wird zur Zeit erneuert. Michael hat ja versucht, mir den Unterschied zwischen der Heini-Klopfer-Schanze und der Schattenbergschanze zu erklären. Aber für mich als Norddeutscher ist ein Mensch, der über 140 m mit Skiern von einer Schanze springt auch schon ein "Flieger". Ich möchte jedenfalls nicht mit ihm tauschen. Eines ist jedoch festzustellen: Hier wird für den Skisport oder lieber gesagt den Wintersport allgemein sehr viel Geld investiert. 

Auf dem Rückweg von Einödsbach habe ich dann noch einen Landwirt bei der Arbeit gesehen. Nicht, das das selten ist, aber es war für mich schon ungewöhnlich. Mittels eines Kranes wurde das Heu vom Heuboden in eine Presse gebracht und dann in gepresstem Zustand wieder auf den Heuboden geschafft. Ich habe mir das Schauspiel intensiv angeschaut und auch versucht, ein Video zu schießen.


Bergfest auf dem Nebelhorn - ohne Nebel, bei strahlendem Sonnenschein!

28.06.16

Ja, heute habe ich schon Bergfest. Die erste Halbzeit ist vorbei. Gefeiert habe ich das Ganze auf dem Nebelhorn bei Oberstdorf. Herrlichstes Wetter, um mit der Seilbahn auf einen Berg zu fahren. Leider war der Gipfel gesperrt, weil dort ein neues Restaurant gebaut wird. Der Beton dafür wird mit Hubschraubern nach oben gebracht. 

Ich habe dort oben zwei Rundwanderungen gemacht, auf denen ich die herrlichsten Ausblicke auf die Alpenlandschaft hatte.



Neben den schönen Aussichten gab es hier oben auch die Möglichkeit, mit Gleitschirmen im Tandemflug nach unten zu fliegen. Ich habe einige Zeit über diese Möglichkeit nachgedacht, mich dann aber dagegen entschieden. 


Auf diesem Grat habe ich nach zwanzig Metern umgedreht - nein, nicht aus Angst, ich wollte nur mal die Aussicht von dort hinten genießen.


Regen, Regen, Regen, Regen - aber kein Unwetter! Ins Oberstdorf wartet die Ski-Flugschanze auf mich!

27.06.16

Also der gestrige Tag ist total verregnet. Nur zum Besuch der sanitären Anlagen und am Abend des Fernsehraums zum Spiel Deutschland gegen die Slowakei habe ich den Bauwagen verlassen. Auch die Nacht hindurch hat es geregnet. Man konnte es deutlich auf dem Blechdach hören. Gegen 05.00 Uhr hat es aufgehört. Ich konnte nicht mehr schlafen, also bin ich um 06.00 Uhr zum Duschen gegangen. Schon wieder Wasser von oben!!!

Jetzt ist es 07.30 Uhr. Ich habe schon gefrühstückt und ich warte darauf, das die Rezeption öffnet und ich bezahlen kann. Das auch noch! Dann geht es weiter nach Oberstdorf. Ich will mal sehen, ob es da auch regnet, wenn ich komme. Ich hoffe, dort ist der Internet-Empfang ähnlich gut wie hier. Aber das werdet ihr ja merken.

In den Nachrichten habe ich eben von den Unwettern und dem Katastrophenalarm gehört. Das war aber in Ostbayern bei Passau. Da bin ich dann in zwei bis drei Wochen.

Bei einigermaßen Wetter bin ich nach Oberstdorf gefahren, habe dort einen Platz gefunden, wo ich meinen Bauwagen abstellen konnte. Über dem Kühler ist die Ski-Flugschanze zu erkennen.


Wie gehabt bin ich dann aufs Rad gestiegen und in den Ort gefahren. Der ganze Touri-Kram hat mich nicht sonderlich interessiert. Ich bin zur "Erding-Arena", sprich zur Ski-Flugschanze gefahren. 


Dort bin ich natürlich auch zum Startplatz des Ski-Flieger gegangen, um mir nur mal die Perspektive anzuschauen - grauenhaft. Du siehst gar nicht, wo Du vielleicht mal landen wirst.

Die Wettervorhersage ist eingetroffen: Es regnet - jedenfalls am Morgen

26.06.16

In der Nacht und am Morgen hat es geregnet. Der Forggensee liegt im Regenschleier und mit meinem Ausflug auf den Tegelberg wird wohl ausfallen. Das Positive ist aber das wirklich schnelle Internet hier auf dem Platz. So kann ich mal ein paar Bilder schneller hochladen und muss nicht immer Däumchendrehen dabei. Beim Regen gestern abend habe ich noch große Wäsche gemacht. So etwas bietet sich bei dem Wetter an. Die Nachbarn hier auf dem Platz sind sehr nett und so plauscht man von Tür zu Tür. 

Hier sind übrigens auch Leute, die Fahrenhorst kennen. Ein junges Paar kommt aus Wildeshausen, ihre Mutter wohnt in Kirchseelte am oder im Bahnhof. Die Frau kannte sogar den Schützenverein Fahrenhorst!!!! Sie arbeitet nämlich bei PETKO-Altmetalle. Ich habe ihr gesagt, das sie uns beim nächsten Mal einen guten Preis für unser altes Blei geben soll.  Ein anderes Ehepaar mit zwei kleinen Jungs kommt aus Bassum und mir gegenüber steht ein Bremer VW-Bus. Ja, so klein ist die Welt. Mit Fotos wird das wohl nichts heute. Wenn doch, stelle ich sie noch später ein.


Radtour um den Forggensee, Morgan-Treffen, mittelalterliches Spektakel und Japaner bei Neuschwanstein

25.06.16

Um 07.45 Uhr saß ich schon auf dem Rad. Am Nachmittag sollte nämlich das Wetter schlechter werden. Die Tour um den See sind ca. 32 km. Ich war noch ziemlich allein auf dem Radweg. Die erste Hälfte war Landschaft und Natur pur. Es boten sich mir immer wieder herrliche Aussichten.



Kurz vor Füssen habe ich einen kleinen Abstecher zum Festspielhaus gemacht. Dort wird das Musical über König Ludwig aufgeführt. Heute war dort das 20. Morgan-Treffen im Allgäu. Alles schicke kleine Autos, aber nichts für mich. Da würde ich beim Aussteigen Probleme kriegen. Außerdem machte die Fahrer und Beifahrerinnen einen "Schiggy-Miggy-Eindruck" auf mich. 

In Füssen fand an diesem Wochenende ein mittelalterliches Spektakel mit Festumzug statt. Das habe ich mir anschließend noch angeschaut. Dort waren u. a. auch einige Falkner mit ihren Tieren. Die standen in der Fußgängerzone zwischen den Passanten und die Vögel hat das überhaupt nicht gestört.

Das nächste Bild ist aus keinem Buch über Raubvögel entnommen.


Man muss schon einen ziemlichen Idealismus aufbringen, um sich bei über dreißig Grad in solch eine Ritterrüstung zu begeben und dann noch an einem Umzug durch die Stadt teilzunehmen. 


Für das Fahrenhorster Schützenfest sollten wir uns auch mal einen neuen Königswagen zulegen. 


Nach dem Mittelalter bin ich in die aktuelle Zeit zurückgeradelt: Nach Neuschwanstein! Ich habe geglaubt, ich bin irgendwo in Japan oder zumindest in Südostasien. Europäer habe ich nur ganz wenige gesehen. Überall wuselten die kleinen Asiaten, stellten sich brav in die Schlangen für Busse, Pferdekutschen oder bei den Souvenierständen an. Ich habe mir einen Besuch der Schlösser erspart. Als Einzelperson musst Du Dich im Vorfeld über Internet anmelden, per Kreditkarte bezahlen. Dann bekommt man eine feste Zeit, zu der man sich am Eingang einfinden muss. Kommst Du zu spät, hast Du verloren! Da hat Gorbatschow auch schon erkannt: Wer zu spät kommt, den bestraft das Leben! Übrigens: Allein das Parken kostet 6 EURO für maximal 6 Stunden.


Die Wieskirche - ein Kleinod auf der Wiese

24.06.16

Zunächst mal ein Rückblick auf gestern abend. Noch nicht ganz fertig mit dem Festschrauben der vier Stützen, da kam schon (wieder mal!) der erste Besucher. Ein Nachbar vom Campingplatz war es. Er erzählte mir von seinem Unimog, fragte mich, wie lange ich den bleiben würde. Er hatte es eilig, musste vielleicht zum Heuen. Er würde dann später noch mal vorbeischauen. Und so kam es auch. Er brachte mir ein Bildbuch mit, das ihm wohl seine Kinder geschenkt hatten. Sein Unimog war sein ein und alles. Er hat auch vor, so etwas wie ich zu machen. Aber nicht so groß, eine Umrundung von Bayern wäre schon schön. Aber seine Frau ist dagegen! Ja, nicht jeder kann so viel Glück haben wie ich. Etwa eine halbe Stunde später kam er noch einmal bei mir vorbei - mit seiner Frau. Die sollte sich den Bauwagen doch auch mal anschauen. Kommentar von der Frau: Da drinnen sieht´s aus wie bei meinem Mann in der Werkstatt! Die beiden sind dann wieder gegangen und ich glaube nicht, das der gute Mann Bayern umrundet.

Als ich gerade beim Abendbrot war, da hörte ich einen Einzylinder kommen. Ich dachte: Na ja, ein Oldtimerfreund aus dem Ort guckt mal vorbei. So etwas passiert schon mal. Aber dann sah ich aus meiner Tür heraus, das er sich mit einem Wohnwagen, klappbar, neben mich stellte. Er hatte einen Eicher von 1950, kam aus Sonthofen bei Oberstdorf und wollte auf ein Eicher-Treffen in Ismaning bei München. Hier war praktisch seine Pausenstation. Heute morgen ist er dann schon um 07.30 Uhr gestartet. Ich konnte noch gerade das Bild machen.


Bei mir hat es bis zur Abfahrt noch etwas gedauert, da ich hier an einer ganz bestimmten Stelle auf der Terrasse des Lokals Empfang hatte und das Tagebuch der letzten Tage vollenden wollte. 

Als heutiger Höhepunkt war die Wieskirche vorgesehen. Der Ort Wies gehört zur Gemeinde Steingaden, ähnlich wie Warwe zu Fahrenhorst. Und die Größe kommt auch hin. Die Wallfahrtskirche liegt auf einem kleinen Hügel inmitten von Wiesen.


Das Innere der Kirche ist über und über geschmückt im reinsten Barockstil. Man kommt aus dem Staunen gar nicht heraus. Und nachdem der Bus mit den Japanern wieder weg war, konnte man auch in Ruhe fotografieren, wenn da nicht die Gruppe italienischer Hausfrauen gewesen wäre.


Gerade als ich wieder los wollte und noch an einem Souvenirstand war, um eine Ansichtskarte zu kommen, hörte ich einen alten Fendt-Traktor. Ich fand, das es sich gut machen würde: So ein FENDT vor der Wies! Den Bauern habe ich übrigens zehn Minuten später beim Heuwenden gesehen. Da hat er mir mit seinem Hut zugewunken. So ein alter Trecker verbindet!


Am Forggensee angekommen, häuslich für drei Übernachtungen eingerichtet, habe ich mich aufs Rad gesetzt und bin nach Füssen gefahren, um erste Eindrücke zu sammeln. Der Rückweg führte mich nach Schwangau. Das ist die Gemeinde, in der das Schloss Neuschwanstein und Hohenschwangau stehen. Aber wenn man durch das Dorf fährt ist man im tiefsten Bayern. Jede Menge kleiner alter Traktoren und schon wieder: Misthaufen! Bei Marktoberdorf vor einigen Tagen habe ich gedacht, ich hätte etwas Seltenes gesehen. Weit gefehlt, hier war sogar noch die Mistkarre!


Altenstadt - 1978 habe ich hier Fallschirmspringen gelernt - aber ich kann es nicht mehr!

23.06.16

Heute bin ich vielen kleinen Straßen Richtung Schongau/Altenstadt gefahren. Dort habe ich 1978 an einem Fallschirmspringer-Lehrgang teilgenommen. Ich hatte immer die stille Hoffnung, dass gerade heute einige aus einer Transall springen würden. Aber soviel Glück ist dann doch wohl zu viel des Guten. Der Ort hat sich sehr verändert wie auch der Name der Kaserne. Damals hieß sie noch nicht "Franz-Josef-Strauß-Kaserne". Allein die alte Basilika ist noch so wie damals.


Das ich nicht nur auf großen breiten Straßen unterwegs bin, seht ihr auf diesem Bild. Toll, wenn rechts und links des Weges die Bauern das Heu wenden und einem der Duft von frischem Heu in die Nase zieht.


Werksbesichtigung bei FENDT in Marktoberdorf

22.06.16

Nach dem Frühstück bin ich mit dem Rad nach Marktoberdorf gefahren. Das waren ca. 10 km. Ich hatte viel Zeit, da meine Führung erst um 12.30 Uhr begann. So habe ich die Landschaft genossen.

Aber auch in den Dörfern war das eine oder andere interessante Objekt. Ich dachte, die Zeit der Misthaufen ist vorbei.


Dann endlich war es soweit. Die Führung begann. In 2,5 Stunden wurden wir durch die gesamte Produktion geführt. Wir sahen von den CNC-Maschinen, die aus den zugekauften Rohlingen hier Zahnräder oder Wellen machen, bis hin zur Lackierei alles. Täglich werden hier im Moment in zwei Schichten 60 bis 70 FENDT-Traktoren unterschiedlicher Größe hergestellt. Für einen braucht man 18 Stunden. Leider durfte im Werk nicht fotografiert werden. Aber draußen natürlich.

Auf dem Rückweg habe ich noch Grünzeug für einen Salat eingekauft. Aber als ich abends gerade den Salat geschnibbelt habe, hörte ich Blasmusik. Auf einem Mittwoch hier in der Einsamkeit, wo man nicht mal richtigen Empfang hat, um über den Stick ins Internet zu gehen, damit die Freunde zu Hause und in der Welt wissen, wo man gerade ist. Ich bin also zu Fuß los und habe die "Musi" im Lokal am Elbsee gefunden. Der Laden war rammelvoll und die Stimmung nicht überschwenglich aber gelöst.


Damit ihr einen kleinen Eindruck von der Stimmung am See bekommt, hier ein "Mittwochabend-Foto", nach einem schönen Tag.

Vorbei an Kloster Irsee nach Kaufbeuren und Marktoberdorf!

21.06.16

Endlich wieder auf dem Treckersitz, die Ohrenschützer auf und durch das schöne Allgäu zuckeln. Der erste Halt war beim Kloster Irsee. Zu einem bayrischen Kloster gehört meist auch eine Klosterbrauerei. Dieses hatte sogar ein eigenes  Brauereimuseum, Eintritt frei.


Natürlich war ich auch noch eben in der Klosterkirche. Hier ist mir die Kanzel aufgefallen. Sie war ein nachgebauter Schiffsbug. Das war für mich schon eigenartig, hätte ich auch eher bei uns an der Küste erwartet.


Weiter ging es dann nach Kaufbeuren. Die Stadt ist nichts Besonderes, eben eine Kleinstadt im Allgäu mit der für hier typischen Bauweise: Lang gezogener breiter Marktplatz mit den alten Geschäftsäusern an der Seite.

Am frühen Nachmittag kam ich dann am Elbsee bei Marktoberdorf ein. Schnell den Bauwagen bewohnbar gemacht und dann aufs Fahrrad zu einer Tour um den See. Ja, und dann legt man sich ins Gras, um das Leben zu genießen. Aber da kommt dann so ein bayrischer Bauer mit einem Fendt.

Fahrenhorst hatte ein schönes Schützenfest und ich bin wieder bei meinem MAN!

20.06.16

Wir hatten ein schönes Schützenfest und auch das Wetter war im großen und ganzen in Ordnung. Wenn ich nicht zum Fahrenhorster Schützenfest gegangen wäre, hätte ich eine Alternative in Süddeutschland gehabt. So etwas gibt es nämlich bei uns im Norden nicht.


Mit dem Bus bin ich heute morgen von Fahrenhorst nach Bremen zum Hauptbahnhof gefahren. Ich hatte zwar schon hier etwas Aufenthalt, aber das hielt sich in Grenzen. Um 11.14 Uhr ging es Richtung Süden. Bis Ausgsburg hatte ich ein Rentnerpaar gegenüber und eine junge Familie links von mir. Das Rentnerpaar reiste in Sachen Bier. Wenn sie sich ein Ziel ausgeguckt hatten, wurde als erstes nach kleinen Brauereien Ausschau gehalten. Gab es keine, war es das falsche Ziel. 

In Augsburg musste ich dann noch mal umsteigen. Zwischenzeitlich war die Verspätung des Zuges schon mal auf 15 Minuten gestiegen. Aber jetzt war sie wieder zusammengeschrumpft, so dass die sieben Minuten Umsteigezeit reichten. Im Zug habe ich dann noch einen typischen Hinterkopf eines Bayern im Sitz vor mir gehabt. Gut, das ich hinter ihm gesessen habe und nicht gegenüber.

Meine ehemalige Kollegin hat mich dann vom Bahnhof in Kempten abgeholt und wir haben abends noch viel gequatscht. 

Zehn Stunden unterwegs - aber ohne MAN!

16.06.16

Heute sollte der Tag sein, an dem ich die meisten Kilometer schaffe. Und so war es auch, allerdings nicht mit dem Trecker, sondern mit der DB. Meine ehemalige Kollegin hat mich zum Bahnhof in Kempten gebracht und dann ging es mit der Bahn über München nach Bremen. Um 18.45 Uhr kam ich ich in Bremen an, sogar pünktlich! Die nächsten drei Tage stehen ganz im Zeichen unseres Schützenfestes. Ich hoffe, nur das ich nicht das Regenwetter aus Süddeutschland hier nach Fahrenhorst mitgebracht habe. Am Montag, den 20. Juni geht es dann um 11.15 Uhr ab Bremen wieder zurück in den Süden von Deutschland. Dort werde ich dann meine Reise fortsetzen. Ich hoffe, ich habe dann auch immer Internet-Zugang, um Euch auf dem laufenden zu halten. Ich werde mich also erst wieder am Dienstag melden. Bis dahin wünsche ich allen eine schöne Zeit und viel Spaß auf dem Schützenfest!

Zeit für eine Pause!

15.06.16

Heute bin ich bei meiner ehemaligen Kollegin in Börwang angekommen. Für alle Ortsunkundigen: Das Dorf liegt nordöstlich von Kempten im schönen Allgäu. Hier lasse ich meinen MAN und den Bauwagen bis Montagabend allein zurück. In Fahrenhorst ist ja schließlich Schützenfest, und das ist nichts für meinen MAN. Aber ich muss da hin! Am Montag geht es dann weiter.


Bayernland - ich komme!

14.06.16

Auf kleinen Straßen in einem Seitental bin ich nach Kempten gefahren. Dort hatte ich dann ein kleines Problem: Der große zentrale Platz vor der Residenz war in Google-Maps als Parkplatz ausgewiesen. Ich wollte dort mein Gespann abstellen und mir die Stadt anschauen. Als ich aber auf den Platz abbiegen wollte, stellte ich fest, das dort Markt war. Also schnell wieder Blinker links und weiter. Nach langem Suchen habe ich mich dann am Zentral-Friedhof hingestellt, mein Fahrrad abgeschnallt und bin in die Stadt gefahren. Auf dem Markt gab es dann erstmal zwei Weißwürste und eine warme Laugenbrezel, lecker.


Die Stadt habe ich mir bei einem kurzen Rundgang angeschaut. Die Süddeutschen haben es sich doch schon sehr schön gemacht, auch früher.


dDanach war ich noch kurz in der Basilika, eine "ganz normale" katholische Kirche.


 


Ein kurzer Trip nach Isny!

13.06.16

Nur kurz dauerte die Fahrt nach Isny, den letzten Ort in Baden-Württemberg auf meiner Reise. Witzig ist, das der Ort mit seiner Ortsgrenze auch gleichzeitig Bundeslandgrenze ist. Der Campingplatz lag hinter einem Hügel, so dass es auch hier schwierig war, vom Platz aus Internet-Empfang zu bekommen. Also bin ich mit dem Rad runter in die Stadt und habe mich beim Rathaus auf eine Bank gesetzt, um dort zumindest mal etwas von mir hören zu lassen.

Sehr groß ist Isny nicht, außerdem auch noch ein Kurbad, aber die Landschaft ist sehenswert.


Ein Tag für den Regenschirm!

12.06.16

Um es kurz zu machen: Es regnete mal wieder! Nur für eine knappe Stunde war ich auf einem kleinen Spaziergang und habe mir die nähere Umgebung angeschaut. Ein Foto habe ich nicht gemacht. Den restlichen Tag war ich damit beschäftigt, ein Buch über Bremen aus dem 19. Jahrhundert durchzuarbeiten. Man muss ja was für seine Weiterbildung tun, sonst weiß ich im Herbst nichts mehr über Bremen zu erzählen. Es gab dort viele interessante Kleinigkeiten über das Alltagsleben im damaligen Bremen.

Und der Campingplatz liegt so abseits, das dort im wahrsten Sinne des Wortes der Hund begraben war - und ist. Nicht nur, das es dort keinen Empfang für meinen Surfstick gab, auch Fußball hat dort keinen interessiert. So habe ich mir die erste Halbzeit im Radio angehört. Dann bin ich eingeschlafen.

Ich lasse den Bodensee im Regen zurück!

11.06.16

Auch heute hatte der Wetterbericht wieder recht. Also schnell abwaschen, bezahlen und dann nichts wie weg. Die Strecke nach Wangen war nur kurz, so das ich schon gegen 11.00 Uhr dort ankam. Da die Aussichten auf Wetterbesserung schlecht waren, habe ich mich entschlossen, mir die Stadt anzuschauen bevor ich auf den Campingplatz fahre. Wangen ist ein kleines verträumtes Städtchen mit alten Stadttoren, einem schönen Rathaus und vielen Malereien an den Giebeln. Auf dem Bild sind das Rathaus und eines der Stadttore zu sehen.


Hier in der Stadt gab es sehr viele schöne, schmiedeeiserne "Werbeschilder", die meistens zu einem Gasthaus, einer Bäckerei oder einer Metzgerei gehören. In diesem Fall ist es eine Apotheke und ein Gasthaus.

Aber auch neue Geschäfte wie z. B. Tchibo halten sich an Gepflogenheiten - oder Vorschriften.


Endlich Sonne und ich auf dem Pfänder!

10.06.16

Wie im Radio vorausgesagt scheint heute die Sonne, aber nur heute. Also für mich der richtige Zeitpunkt um mit dem Rad nach Bregenz und dort auf den Pfänder zu fahren. Keine Angst, nicht mit dem Rad. Nein mit der Kabinenbahn. Oben bot sich mir ein herrlicher Blick auf den Bodensee, die Schweiz und Deutschland. Auf dem Bild ist es die schweizerische Seite.


Oben auf dem Pfänder gab es einen kleinen Tierpark mit Alpentieren. Steinbock und Mufflon habe ich auch noch nicht aus solcher Entfernung gesehen. In den meisten Zoos sind sie ja nicht vertreten. Nach unten bin ich dann mit dem Rad "gefahren". Eigentlich war es ja auf den Wanderwegen verboten, aber die Mountain-Bike-Fahrer kamen mir auch ständig entgegen. Außerdem kann man keine Fahrradkarten für die Kabinenbahn verkaufen und dann oben den Weg nach unten für Fahrräder sperren. Ich habe jedenfalls keinen Weg gefunden, der erlaubt war. Es war oft aber so steil, das ich das Fahrrad sowieso geschoben habe. Nur weiter unten war dann schon so eine Art Wirtschaftsweg, der asphaltiert war. Da hat sich dann die Mitnahme des Rades rentiert. Es ging aber weiterhin bergab und die Hinterradbremse ist heiß gelaufen. 

Unten am See wieder angekommen, habe ich mir die Seebühne angeschaut, auf der im Juli/August die Bregenzer Festspiele stattfinden. In vier Wochen Spielzeit kommen die auf über 200.000 Besucher. Allein das Bühnenbild für "Turandot" war sehr beeindruckend. Der weiße Teil auf der Bühne gehört natürlich nicht zur Oper.

Auf dem Weg zurück habe ich dann noch ein Schiff gesehen, das ich anfangs für ein Lokal mit utopischem Aussehen gehalten habe. Aber es war tatsächlich ein Schiff.


Die Tour nach Friedrichshafen drohte ins Wasser zu fallen!

09.06.16

Schon wieder hat es den ganzen Vormittag geregnet. Laut Radio sollte es ab Mittag sich langsam bessern. Also habe ich erstmal meinen Abwasch gemacht. Es war geplant, mit dem Rad nach Friedrichshafen zu fahren und dann mit dem Zug zurück nach Lindau und dem Rad wieder zum Campingplatz. Aber wie gestern hatte ich kein Vertrauen zu Petrus und so bin ich mit dem Bus und der Bahn nach Friedrichshafen gefahren, um mir wenigstens die Stadt anzuschauen. Ja, was soll ich sagen: Eine ganz normale deutsche Kleinstadt, die wohl im Krieg ziemlich gelitten hat. Nicht nur in Bremen klagen die Gäste über das Gebäude der Bürgerschaft. Auch in Friedrichshafen hat man keine Scheu gehabt und ein modernes Rathaus erstellt.

Am Hafen fand ein "Beach-Soccer-Turnier" statt, also Fußball spielen im Sand. Schon von weitem hörte man den Kommentator über Lautsprecher. Das Turnier fand ich nicht so interessant, aber den Blick auf den Hafen, die Wasserfontäne und die Klosterkirche im Hintergrund. Der Nachmittag ist doch noch ganz schön geworden, sogar die Sonne hat sich sehen lassen. Morgen soll es dann endlich besser werden. Muss es auch, denn dann will ich ja nach Bregenz und auf den Pfänder (das ist der Hausberg von Bregenz).

Ein Gewitter am frühen Morgen - der Bauwagen hat vom Donner gewackelt!

08.06.16

So ein Gewitter hatte ich auch noch nicht erlebt. Am frühen Morgen hörte ich es wohl kräftig regnen. Aber dann hat es richtig gedonnert. Der ganze Bauwagen bewegte sich und ich war im wahrsten Sinne des Wortes: Hellwach! Es hat dann geschüttet wie aus Eimern. Meine Radtour nach Lindau hatte ich abgeschrieben. Aber gegen Mittag hellte sich dann der Himmel auf. Mir war es aber zu riskant, mit dem Rad nach Lindau zu fahren. Da die Gästekarte gleichzeitig auch Fahrausweis für den ÖPNV ist, habe ich es vorgezogen, mit dem Bus zu fahren. Das ist übrigens eine gute Sache - vor allem für die, die auch mit dem Bus fahren. Kurbeitrag muss sowieso gezahlt werden. Wofür eigentlich? Die Altstadt liegt ja auf einer Insel und der Bahnhof auch, so das man den Eindruck hat, man ist in einer Hafenstadt angekommen. Obwohl der Hafen von Lindau eher als privater Yachthafen angesehen werden kann, in dem auch Fähren anlegen dürfen.

Aufgefallen in der Stadt ist mir, das dort zwei Kirchen direkt nebeneinander stehen. Das ist wohl menschlicher Ehrgeiz oder besser gesagt kirchlicher Ehrgeiz. Die rechte ist nämlich katholisch und die linke ist evangelisch. Das erkennt man übrigens auch sofort, wenn man in die Kirchen hineingeht. Den restlichen Tag, also Nachmittag, war es trocken, um nicht zu sagen: Schön!

MAN, das war ein Tag: Vier Länder an einem Tag!

07.06.16

Obwohl das Wetter gut werden soll, habe ich mich entschlossen, einen Tag früher nach Lindau zu fahren. Ich habe mich auch für einen anderen Weg entschieden. Dieser führte nun auch den MAN ins Fürstentum Liechtenstein. Gestern war ich ja mit dem Rad dorthin gefahren.

Für die, die nicht so gute Augen haben, hier noch mal das Wappen auf der Rheinbrücke etwas größer.

Das war mal eine stramme Leistung: Vier Länder an einem Tag. Das strengt ganz schön an. Und dann diese ewigen Grenzkontrollen! Nicht ein einziges Mal bin ich angehalten worden! Man hielt mich wohl doch nicht für einen "Schleuser". Vielleicht auch gut so. Ja, und dann hieß es, noch einen letzten Blick (und Bild) von der Schweizer Alpen erhaschen.

Der südlichste Punkt meiner Reise ist erreicht: Vaduz!

06.06.16

Mit dem Fahrrad nach Liechtenstein, und das am Montagmorgen! Auch hier wieder keine Grenzkontrollen. Wundert mich ein wenig - wegen Schwarzgeld und so. Am Rhein, der hier noch recht schmal ist und eher wie ein wilder Kanal aussieht, bin ich nach Vaduz gefahren. Es waren nur ca. fünf bis sechs Kilometer. Vaduz selber ist sehr klein, vergleichbar mit Bassum oder Syke. Liechtenstein insgesamt hat ja nur etwas mehr Einwohner als Stuhr. Die Stadt hat nur sehr wenige alte Gebäude. Alles ist modern gehalten. Hauptsächlich Banken, Versicherungen und Finanzdienstleister sind hier ansässig, was Wunder. Die wenigen Menschen in der "Fußgängerzone" kamen aus Indien und Japan. Dabei ist mir aufgefallen, das die Japanerinnen sich zum Fotografieren immer in extreme Postionen bringen. Völlig überdreht, ich würde Hexenschuss bekommen. Sehenswert ist wohl das fürstliche Schloss oberhalb der Stadt. Aber den Weg hinauf habe ich mir erspart. Ich nehme an, das der Ausblick auf die Stadt nichts Besonderes ist und die Mühe nicht lohnt.

Auch das Regierungsgebäude - zwar noch alt - und daneben der Landtag von Liechtenstein  - ein hässliches Gebäude - haben vor sich nur einen großen gepflasterten Platz.


Nachmittags bin ich noch in Buchs-Werdenberg herum gefahren. Dabei habe ich den Tipp von Janette, meiner Kollegin aus Bremen, noch mal verfolgt. Die alten Häuser auf der anderen Seite des kleinen Sees hatte ich wohl zur Kenntnis genommen. Aber auf dem "Kultur-Rundgang" durch die Stadt, der vom Tourismus-Verband angeboten wurde, hatte diese Häuser nicht auf dem Plan. Und dabei ist es für den Ort doch so etwas wie der Schnoor für Bremen.


Über den Schwägalp-Pass um den Säntis herum nach Liechtenstein!

05.06.16

Der Tag fing mit Regen an. Das konnte mich nach dem gestrigen Tag aber nicht erschüttern. Heute war wieder mal "Reisetag". Ab neun Uhr konnte man bezahlen und so habe ich vorher alles Notwendige (Abwasch!) erledigt. Von meinen Nachbarn aus Edinburgh habe ich mich verabschiedet. Sie wollten noch eine Nacht bleiben. Dann machte der MAN mal wieder Mucken. Es ist ihm anscheinend zu nass gewesen gestern abend. Aber schließlich ließ er sich doch überzeugen. Mit dem Scheibenwischer auf Dauerbetrieb ging es Richtung Urnäsch, dort links ab zur Schwägalp, wo die Talstation der Säntis-Schwebebahn ist. Das bedeutete mal wieder bergauf für den MAN. Am Ortsausgang von Urnäsch stand sehr viel Polizei. Ich dachte Verkehrskontrolle, aber das war es nicht. Heute fand die Säntis-Classic statt. Was das ist? Eine Rad-Rennfahrt über den Schwägalp-Pass! Und ich mittendrin. Zunächst kamen mir nur vereinzelt Rennradfahrer entgegen - im strömenden Regen, aber oben auf dem Pass waren es dann hunderte. Gott sei dank fuhr ich jetzt bergab und die Rennfahrer mussten bergauf. Es waren laut Startnummern, die ich gelesen habe, über 2.000 Rennfahrer! Wenn ich mir vorstelle, ich hätte mit dem MAN gemeinsam mit den Rennradfahrern bergauf gemusst, ich wäre verrückt geworden. Bin ich ja vielleicht auch.

Schließlich bin ich aber glücklich auf dem Campingplatz in Buchs-Werdenberg angekommen. Übrigens vielen Dank, Janette für den Tipp. Von den alten Häusern hatte ich vorher nichts gewusst. Ich habe den Platz ausgesucht wegen der Nähe zu Liechtenstein.


Auffällig für Werdenberg ist neben der schön gelegen Burg die vielen alten Holzhäuser. Ein besonderes Exemplar ist dieses. Es wurde 1910 erbaut von einem Holzhändler, der damit für Holzhäuser Werbung machen wollte. Aber die Kosten dieses Hauses haben ihn in den Konkurs getrieben. Pech gehabt.


Die Schweiz wie aus dem Bilderbuch - nur Heidi fehlte!

04.06.16

Es gibt Tage, die sind einfach nicht zu toppen! Morgens habe ich noch überlegt, ob ich die Bergwanderung machen sollte. Das Wetter sah nicht berauschend aus. Es war zwar trocken, aber ... na, ja. Aber um 08.30 Uhr bin ich gestartet, ausgestattet mit Regenschirm und etwas Proviant und einer kleinen Flasche Wasser im Brotbeutel. Vorsichtshalber hatte ich mir meine Wanderschuhe angezogen. Ich hatte mir von der Rezeption eine kleine Karte mitgenommen, auf der die Wanderwege eingezeichnet waren. Zunächst bin ich einer asphaltierten Straße gefolgt, die aber logischerweise irgendwann endete. Da kamen mir Bauern im "SUV" entgegen. Sie hatten die Kühe oder Ziegen auf der Alm gemolken. Die Milchkannen standen auf dem Anhänger. Jetzt ging es stetig leicht bergan durch einen Wald. Am anderen Ende auf einer Almwiese hörte ich plötzlich jemanden jodeln. Und dann dazu das ständige Glockenläuten der Kühe vor der Bergkulisse, von überall her. Irgendwie toll. Je höher ich kam, um so bunter wurden die Wiesen. Es blühte neben Trollblume, Knabenkraut sogar der Frühlings-Enzian, und das üppig.

Ich hatte den ersten Berg-Gasthof erricht, der war aber noch geschlossen. Bei einer kleinen Bergkapelle machte ich halt - und Brotzeit. Es war Mittag. Ich überlegte, ob ich überhaupt noch weiter hinauf sollte. Der weitere Weg führte durch Nebel, bzw. die Wolken. Aber als ich mein Brot mit dem Obatzten verspeist hatte, war der Nebel weg und so ging es weiter stetig bergan. Ich war schon ziemlich fertig, aber man gibt ja nicht nach - so kurz vor dem Ziel. Ich habe den Kronberg "bezwungen", aber kaputt wie Sau.

Die Schweizer haben dann auch gleich zur Feier des Tages die Nationalflagge zu meinen Ehren gehisst.


Auf dem Gipfel habe ich dann den Rest der Wasserflasche geleert und ich war schon die ersten Meter wieder bergab gegangen, als ich Alphörner hörte. Sie mussten an der Bergstation der Seigentlich wollte ich ilbahn sein. Also wieder retour den Berg rauf. Und tatsächlich: Dort oben war ein Traditions-Camp, in dem den Kindern tradionelles Essen und das Alphorn-Blasen nähergebracht wird. Und die kleinsten waren acht bis zehn Jahre alt.


Dann war es aber Zeit für mich wieder den Rückweg anzutreten. Laut Hinweistafel auf dem Kronberg waren das noch gute zwei Stunden bis zum meinem Gasthaus. Und da ich ja unterwegs immer noch mal anhalte, um ein Bild zu machen, dürfte die angegebene Zeit das Minimum sein. Auf dem Bild im Hintergrund ist der Bodensee zu sehen.

Und da läuft man dann durch die Natur und denkt plötzlich: "Wo kommt denn jetzt der Fischwagen her?" Das Geläute der Kuhglocken begleitet einen die ganze Zeit. Und man glaubt ja gar nicht, wie lange man braucht, bis man eine Kuh soweit hat, sich so in Positur zu stellen:


Die restlichen Kilometer waren dann doch schon beschwerlich und ich war froh, als ich um 16.30 Uhr wieder in meinem Bauwagen gesessen haben. Und richtig froh war ich eine Stunde später, als ein heftiges Gewitter begann.

Ich reise in die Schweiz ein und kein Zöllner ist da!

03.06.16

Es ist nicht zu fassen: Da mache ich mir Wochen vorher schon Gedanken bis wann ich welches Dosengulasch und die Bockwürste zu essen habe, rechne aus, wieviel Fleischanteile in den Fertiggerichten sind, kaufe genau soviel Wein ein, wie ich in die Schweiz einführen darf und dann das: An der Grenze in Konstanz steht noch nicht einmal ein Zöllner. Ich halte noch Ausschau, aber nichts, rein gar nichts. Selbst auf die Eidgenossen ist kein Verlass mehr! Dafür habe ich mich dann in Kreuzlingen (CH) gleich verfahren. Nicht vor Aufregung, nein wegen fehlender Hinweisschilder. Die Schweizer haben wohl alle schon Navi. Aber ich habe dann doch den Weg nach Sankt Gallen gefunden. Die Stadt hat ein großes Problem: Keine Parkplätze! Im Vorfeld hatte ich mir über Google-Maps den Güterbahnhof ausgeguckt und den bin ich auch angefahren. Und siehe da, Güter wurden nicht mehr verladen, aber ein Papiergroßhandel hatte sich dort eingemietet. Die Arbeiter staunten nicht schlecht als ich auf deren Hof fuhr. Nach einem kurzen Gespräch war klar: Ich sollte rückwärts an die Rampe fahren und so tun als sei ich Lieferant. Gesagt, getan und nach zweieinhalb Stunden bin ich weiter gefahren. Die Arbeiter hatten Wochenende.

Sankt Gallen ist eine Universitätsstadt in der sehr viele junge Menschen unterwegs waren. Es wurde sehr viel gebaut bzw. renoviert. Aufgefallen sind mir die vielen kunstvollen Erker an den Häusern.

Die Stiftskirche und die Stiftsbibliothek, die ich mir angeschaut habe, sind Prunk und Protz wie man es von der katholischen Kirche kennt. Leider war in der Bibliothek fotografieren verboten.


Dafür habe ich auf dem Rückweg zum Güterbahnhof moderne Kunst auf schweizerische Art entdeckt. Ein Platz und eine Straße sind mit so einer Art rotem Kunststoff-Teppich überzogen. Und wer falsch parkt, wird mit eingekleidet.


Die restlichen Kilometer nach Appenzell wurden dann schon wieder etwas hügeliger. Appenzell selber war wie Sankt Gallen eine große Baustelle. Der zentrale Platz wurde neu gepflastert, sogar Fußgänger kamen nicht durch. Durch Appenzell begleiten einen auf Schritt und Tritt diese drei Herren.

Das Besondere an Appenzell sind wohl die Häuser. Sie sehen teilweise wie große Lebkuchen-Häuser aus. Manche sind sehr bunt, andere etwas schlichter gehalten.

Da der Campingplatz etwas außerhalb liegt und zu einem Berg-Gasthof gehört, habe ich noch ein wenig eingekauft und bin dann hinauf auf den Berg zum Gasthof Eischen. Das war für den MAN mal wieder eine Herausforderung. Aber der Blick aus dem Bauwagen auf Appenzell und die Berge lohnte sich.


Blumeninsel Mainau - aber zwischen Frühlings- und Sommerblühern. Pech!

02.06.16

Mit dem Fahrrad ging es heute morgen zur Blumeninsel Mainau. Ich hatte ja schon viele Bilder gesehen mit der ganzen Blütenpracht. Mir war schon klar, das diese Bilder zum optimalen Zeitpunkt gemacht wurden. Aber ein wenig enttäuscht war ich heute dennoch. Die Zeit der Frühlingsblüher war vorbei. Und der Regen der letzten Nacht hatte den Rest erledigt. Die Gärtner waren dabei, die Beete zu leeren und neu zu bepflanzen. Dadurch konnten natürlich die sommerblühenden Pflanzen noch nicht in voller Pracht dastehen. Auch die Rosen waren zwar voller Knospen und in drei bis vier Tagen wird es ein Blütenmeer geben. Aber eben erst in drei bis vier Tagen und da bin ich in Liechtenstein - hoffentlich. Aber nichts desto trotz war der Garten oder besser Park den Besuch wert. Sonst wäre ich ja auch nicht bis 16.00 Uhr geblieben. Besonders haben mir die wirklich alten Bäume gefallen. Unter anderem habe ich auch zwei Exemplare gesehen, die wir auch in unserem Garten haben: Den Mammutbaum und den Tulpenbaum. Aber natürlich etwas größer. Das Schloß der gräflichen Familie konnte nicht besichtigt werden, da es noch bewohnt wird bzw. als Büroraum genutzt wird. Aber von außen sah es schon sehr edel aus.

Am Ende des Tages habe ich dann doch noch diese Riesen-Enten aufgenommen als Beweis, wie einfallsreich die Gärtner hier sind. Übrigens: Der Betrieb hat über 300 Angestellte und im Schmetterlingshaus werden jedes Jahr für 20.000 EURO verpuppte Schmetterlinge im Kokon gekauft, damit die Gäste immer dieselbe Vielfalt sehen können. Eine Anmerkung habe ich noch. Bis Mittwoch nächster Woche bin ich in der Schweiz bzw. in Liechtenstein. Ich weiß nicht, inwieweit ich dort die Möglichkeit habe, auf das Internet zugreifen zu können. Also bitte nicht unruhig werden. Wenn ich wieder in Deutschland bin, melde ich mich. 


Ganztägige kombinierte Rad-/Bootstour

01.06.16

Zunächst ging es morgens bei durchwachsenem Wetter mit dem Rad an der Insel Mainau vorbei nach Wallhausen. Dort habe ich die Fähre um 09.12 Uhr genommen (also bin ich ja wieder früh aufgestanden!). Ziel der Fahrt war Überlingen. Nachdem ich durch die Stadt geschlendert war, bin ich weiter gefahren nach Unteruhldingen. Unterwegs habe ich noch die Wallfahrtskirche Birnau besichtigt: Prunk und Protz hoch drei! In Unteruhldingen wollte ich mir eigentlich das Pahlbaumuseum anschauen. Aber dort herrschte so ein Andrang von Bustouristen, das an der Kasse schon eine Schlange war. Und dann hat die Dame am Schalter auch noch genau vor mir die Schlange gekappt. Mehr als 36 Gäste würden sie nicht einlassen. Ich müsste bis zur nächsten Öffnung warten. Auch mein Einwand, ich würde nicht zu einer Gruppe gehören und auch nicht an einer Führung teilnehmen wollen, ließ sie mich nicht ein. Da habe ich mich entschlossen, auf das Pfahlbaumuseum zu verzichten, habe lediglich vom Bootsanleger aus ein Bild aus der Ferne von den Pfahlbauten gemacht und habe mich auf den Weg nach Meersburg gemacht. Dort war dann Bodensee-Tourismus pur. Aber die Stadt ist auch wirklich sehenswert. Kleine Gassen und viele Lokale sorgen hier für das Ambiente und den entsprechenden Umsatz.

Nach einem Besuch im Neuen Schloss, wo mir eine nette Wärterin ausführlich meine Fragen beantwortete, bin ich dann mit der Fähre zurück nach Konstanz-Staad gefahren. 

Durch den Hegau nach Konstanz am Bodensee

31.05.16

Wieder war ich früh unterwegs. Durch die Landschaft Hegau kam in das Gebiet vom Bodensee. Sehr viele Obstplantagen und auch wieder Weinberge säumten meinen Weg. Noch vor dem Mittag war ich am Bodensee angekommen. Der Campingplatz gehört zum DKV, dem Deutschen Kanu Verband. In Worms hatte ich schon mal beim DKV übernachtet und war zufrieden. Nachdem ich mich für drei Nächte eingerichtet hatte, bin ich aufs Fahrrad gestiegen und nach Konstanz (4 km) gefahren. Die Sonne hatte die Oberhand gewonnen und entsprechend viele Touristen waren in der Stadt unterwegs, bzw. saßen in den Straßencafés. Besonders aufgefallen sind mir in Konstanz die vielen Wandmalereien an den Fassaden der Häuser.

Unten am Hafen beim "Konzil-Haus", das extra gebaut wurde für das Konstanzer Konzil von 1414 bis 1418 ist aber eine Statue an der Hafeneinfahrt für viele interessanter. Es ist die Imperia, eine Prostituierte, die wohl auch schon zur Zeit des Konzils vor 600 Jahren eine wichtige Rolle gespielt hat. 

Noch zwei "Hügel" und der Schwarzwald liegt hinter uns!

30.05.16

Schon früh bin ich gestartet. Durch eine Vollsperrung der Ortsdurchfahrt Titisee musste ich schon wieder einen Umweg von ca. 10 km machen. Aber das kenne ich ja schon. Um diesen Umweg auszugleichen, hatte ich überlegt die B31 zu nutzen. Aber der Wirt vom Campingplatz riet mir von einer Fahrt über die B31 ab, weil dort der gesamte LKW-Verkehr läuft. Also bin ich die von mir geplante Nebenstrecke gefahren. Sehr schön! Über Bräunlingen und Hüfingen ging es südlich von Donaueschingen in das kleine Städtchen Engen. 

Der heutige Sonntag wird als "Regentag" abgeschrieben!

29.05.16

Es hat letzte Nacht gewittert. Den ganzen Vormittag hat es geregnet. Es war doch gut, dass ich gestern abend noch ein schönes Bild vom Titisee gemacht habe. Heute wäre das nicht mehr möglich gewesen.

Kurz vor Mittag hörte es dann endlich auf, es wurde heller. Ich machte mich auf den Weg, um einen Spaziergang um den See zu machen. Die gleiche Idee hatten auch noch einige andere. Unterwegs habe ich ein sehr schönes Motiv gesehen. Aber was ist das?!


Ich hatte gerade gut die Hälfte des Weges hinter mir, war in dem Ort Titisee angekommen. Der war voll von Touristen, vor allem Asiaten. Ich will da keine besondere Nation hervorheben. Außerdem würde ich mich wahrscheinlich irren. Ich dachte erst, das es nur ein Schauer wäre und trank einen Kaffee. Aber der ist ja dann irgendwann auch ausgetrunken. Und so bin ich weiter zum Campingplatz gelaufen. Gott sei dank hatte ich einen Schirm dabei. Wanderer sah ich unterwegs nur noch vereinzelt. Am Campingplatz angekommen stand mein MAN ziemlich einsam da. Die anderen hatten schon das Weite gesucht. 

Als ich näher zum Bauwagen kam, sah ich, dass vielleicht morgen früh auch für mich schwierig werden könnte, trockenen Fußes den Bauwagen verlassen zu können. 


Der MAN musste heute richtig ran!

28.05.16

In der Nacht hat es geregnet, störte aber nicht weiter. Um 07.30 Uhr war ich schon mit Duschen, Abwasch und Frühstück fertig. Kurz vor 06.00 Uhr war ich schon aufgestanden. So früh morgens auf einem Samstag ist in Freiburg natürlich noch nicht viel los. So konnte ich ungehindert durch die Stadt fahren. Auch die Umweltzone hat mich nicht beeinträchtigt. Sogar die Straßenbahn- und Busfahrer der Freiburger Verkehrsbetriebe haben mir freundlich zugewunken. Schnell war ich aus der Stadt und Richtung "Schauinsland" unterwegs. Das Schild "12 % Steigung auf 12 km" ließ nichts Gutes vermuten. Der MAN hat sich wirklich angestrengt und natürlich geschafft, zwar meistens nur um fünften Gang mit 13 km/h, aber egal. Dann hatten wir beide sonderbaren "Querverkehr". Ich habe mich im ersten Moment ganz schön erschrocken. Man sieht rechts vor den Bäumen den Querverkehr.

Danach ging es wieder bergab bis nach Todtnau. Dort fuhr ich auf der B317 Nach Titisee. Der Weg führte über den Feldberg, die höchste Erhebung im Schwarzwald. Aber das die Bundesstraße fast über den Gipfel führt, hatte ich nicht erwartet. Aber es ging nun mal nicht mehr anders. So haben wir eine neue Passhöhe erklommen.


Danach ging es aber wirklich nur noch bergab. Aber kein Tag vergeht ohne Überraschung, manchmal kleinere, manchmal größere. Heute war es der Campingplatz Bühler Hof. Er war geschlossen. Einfach zu. Ich bin dann weiter in Richtung Ort bis zur angekündigten Vollsperrung der Ortsdurchfahrt. Im Freibad habe ich an der Kasse nach einer Alternative gefragt. Ich musste zurück und stehe jetzt auf dem Natur-Campingplatz Weiherhof direkt am Ufer des Titisees. Auch nicht schlecht. Vielleicht sollte es so sein. Jedenfalls ist es hier eben und ich muss nicht in Schräglage schlafen. 


Freiburg ist einfach schön!

27.05.16

Heute stand das Freiburger Münster auf meinem Programm. Natürlich mit dem Rad bin ich in die Stadt gefahren und in kein "Bächle" gefallen, wie Alfred mich gewarnt hat (Übrigens: "Herzlichen Glückwunsch, Opa!"). Es war natürlich wieder rund um das Münster der Markt. Und natürlich, wie sollte es anders sein: Es wird renoviert, restauriert oder wie man es nennen will.

Und dann diese Massen von Touristen. In Bremen stören sie mich ja nicht. Da finde ich sie sogar gut. Aber wenn man selbst unterwegs ist, sieht die Welt doch anders aus. Meine Freiburger Kolleginnen und Kollegen haben haben glaube ich wesentlich mehr Touristen abzufertigen als wir in Bremen, glaube ich jedenfalls. Zahlen habe ich natürlich nicht. Im Münster waren meiner Schätzung nach um die zweihundert Touristen gleichzeitig. Es liefen Ordner herum, die die Gäste darauf hinwiesen, das das Fotografieren mit Blitzlicht verboten ist. Aber dazu muss man natürlich wissen, wie man das Blitzlicht an seiner Kamera ausschaltet. Trotzdem konnte man aber die herrlichen Kirchenfenster in der spätmorgentlichen Sonne bewundern.

Und weil ich in Straßburg auch schon auf dem Turm des Münsters gewesen war, habe ich mich entschlossen, auch den Turm in Freiburg zu besteigen. Die Treppe nach oben war etwas enger als in Straßburg und dazu kam, das im Gegensatz zu Straßburg hier in Freiburg Auf- und Abstieg über die gleiche Treppe absolviert werden musste. Das Besondere an Freiburg war ein Erlebnis die dritten Dimension: Im Glockenstuhl zu sein während des Mittagsgeläuts! Das war schon etwas Besonderes.


Die 18 Glocken im Turm des Freiburger Münsters wiegen insgesamt mehr als 24 Tonnen, allein die größte hat ein Gewicht von über 6,8 Tonnen und einen Durchmesser von über zwei Metern. Vom Turm hatte man einen herrlichen Blick auf den Münster-Markt und das alte Kaufhaus. Morgen heißt es dann Abschied nehmen und weiter zum Titisee.


Sonne - Sonne - Sonne und Fronleichnams-Prozession

26.05.16

Nach dem Frühstück bin ich in die Stadt gefahren, um eine Besichtigungstour gemäß Unterlagen der Tourist-Information zu machen. Als ich in die Nähe des Freiburger Münsters kam, sah ich schon den Straßenschmuck mit weiß-gelben Fahnen und vielen Birkensträucher - wie bei uns zum Schützenfest in der "Königs-Allee". Und dann war ich Zuschauer bei einer Fronleichnams-Prozession. Mehrere Hundert Menschen zogen singend durch die Stadt. Verschiedene Innungen wie Metzger und Bäcker waren vertreten. Aber auch die studentischen Burschenschaften mit ihren bunten Uniformen und kleinen Käppies und Degen beteiligten sich am Umzug. Vorne vorweg aber ging ein Geistlicher.

Anschließend habe ich meine Erkundungstour fortgesetzt, habe mir u. a. das Alte Kaufhaus angeschaut.

Nach dem Mittagessen beim Bauwagen habe ich mich wieder aufs Rad gesetzt und bin die Dreisam (am Stadion vom SC Freiburg) hinauf bis nach Kirchzarten gefahren. Eine sehr erholsame Tour, da es überhaupt nicht bergauf ging. Es waren sehr viele Radfahrer, vor allem Mountainbiker unterwegs.

Endlich Sonne! Aber der Campingplatz ist ausgebucht!

25.05.16

Die Fahrt nach Freiburg dauerte nur eine Stunde. Eine herrliche Sache, wenn es nur bergab geht. Auch der MAN hat sich gefreut. Aber in Freiburg dann das böse Erwachen! Der Campingplatz ist ausgebucht. Man wollte mich weiterschicken nach Kirchzarten, aber dort war auch alles ausgebucht. Ich versuchte es dann über die Mitleidstour, bat den Herrn vom Campingplatz, sich doch mal mein Gespann anzuschauen. Und dann hat er sich ins Zeug gelegt und überlegt, wo er mich denn wohl  noch unterbringen könnte. Ich stehe zwar jetzt etwas in Schräglage, schlafe mal wieder mit dem Kopf am Fußende, aber das nehme ich gern in kauf. So bin ich schon morgens um 10.30 Uhr mit dem Fahrrad in die Stadt gefahren, habe mir auf dem Markt das Treiben angeschaut und erste Eindrücke gesammelt. Als erstes war sich am so genannten "Schwabentor" angekommen.


Dann ging es zum Rathaus, bzw. zur Tourist-Information, um mir Unterlagen zu besorgen. Am Nachmittag habe ich eine Radtour auf dem Panoramaweg um Freiburg herum gemacht. Ging natürlich wieder bergauf.




Regentropfen, die auf Dein Blechdach tropfen, ....

24.05.16

Eigentlich sollte sich das Wetter heute bessern - zumindest ab Mittag. Eigentlich, aber so richtig wollte sich das Wetter nicht daran halten. An den Hängen gegenüber des Campingplatzes versuchten die Wolken, das Hindernis zu überwinden. 

Mittags bin ich dann doch mit Regenschirm nach St. Peter gegangen und habe mir die dortige Klosterkirche angeschaut. Der Ort selbst bezeichnet sich auf seinem Prospekt als "Dorf". Mehr kann man es auch nicht nennen. Aber dieses Dorf hat eben ein Kloster mit dazugehöriger Klosterkirche.


Über den Wolken - nicht ganz!

23.05.16

Es hat die ganze Nacht geregnet. Schön ist es, da unter einem Blechdach zu liegen. Beim Blick aus dem Fenster stellte ich fest, das ich ziemlich unter der Wolkengrenze war. Auch bei der Weiterfahrt den Tag über musste ich immer an das Lied von Reinhard Mey denken: Über den Wolken ....

Es war auch ziemlich kalt geworden über Nacht. Und dann machte der MAN auch noch Mucken und wollte nicht anspringen. Aber mit gutem Zureden hat es dann doch noch geklappt. In Furtwangen habe ich erstmal eine Tankstelle gesucht, war gar nicht so einfach. 

Der Weg führte mich auf kleinsten Straßen zu so genannten "Hexenloch-Mühle". Das ist eine ehemalige Sägemühle, die aber heute reiner Tourismus-Nepp ist. Die Bilder im Internet und auf Postkarten haben nichts mehr mit der Wirklichkeit zu tun. 

In Sankt Märgen, einem Wintersportort, habe ich dann Pause gemacht und mir ein Stück Schwarzwälder Kirschtorte zum Mittagessen gegönnt. Danach war ich pappsatt und sie lag mir auch schwer im Magen.


Freilichtmuseum Vogtsbauernhof im Gutachtal

22.05.16

Da ich ja schon gestern abend bezahlt habe, konnte ich heute schon früh starten. Ziel war das Freilichtmuseum Vogstbauernhof bei Gutach. Es öffnete um 09.00 Uhr. Eintritt brauchte ich nicht zu zahlen, da man als Gästeführer in einigen Museen freiein Eintritt hat. Beim Plaudern mit der Dame am Schalter kam heraus, dass sie eine Cousine in Bassum hat. So klein ist die Welt. 

Im Museum werden - ähnlich wie in Cloppenburg - die unterschiedlichen Haustypen ausgestellt, die im Schwarzwald vor einigen hundert Jahren gebaut wurden. Der bekannteste ist wohl der Vogtsbauernhof, obwohl er nicht der größte ist. Er war aber in den 1960er-Jahren das erste Gebäude hier im Museum. 

Zum Schluss habe ich noch Glück gehabt, dass gerade zwei junge Mädels in Schwarzwälder Tracht mit den berühmten Bommelhüten kamen, um sich für Fotos zur Verfügung zu stellen.

Nach dem Museumsbesuch bin ich gestartet, um nach Furtwangen zu fahren. Dabei führte mich mein Weg wieder mal durch ein kleines Tal. Aber vorher musste natürlich erst noch wieder ein Berg/Hügel überwunden werden. Zur Begrüßung gleich das richtige Schild.

In Furtwangen lag mein Stellplatz wieder bei einem Bauernhof, dem Michelhof. Hier stand ich auf einem so genannten Terassenplatz. Hier hat praktisch jeder seinen Blick ins Tal. Meiner sah durch das Fenster so aus. Einen Nachteil haben allerdings diese abgelegenen Plätze: Es gibt kein Handy-Netz! Und ein W-LAN hat hier auch keiner, so dass ich mit meinen News nicht immer aktuell bin. 


Ferien auf dem Bauernhof - Heuhotel

21.05.16

Von dem schönen Campingplatz bei Freudenstadt ging es durch ein nettes kleines Tal Richtung Süden. Im kleinen Dorf Reinerzau wollte ich links abbiegen Richtung Alpirsbach. Da ich mir nicht sicher war, fragte ich einen jungen Mann. Ja, der Weg sei richtig, aber sehr steil! Aber ich nahm die Herausforderung an und ich muss sagen: Der Mann hatte Recht! Und wenn ich gewusst hätte, das ca. 4 km nach Alpirsbach schon wieder eine Vollsperrung mit Umleitung kam, wäre ich wahrscheinlich anders gefahren. Diese Umleitung hatte es in sich. Sie führte mich weit weg von meiner eigentlichen Route. So habe ich den Besuch des Freilichtmuseums Vogtsbauernhof auf morgen verschoben und bin nur noch zum Platz beim Ferienhof im Frombachtal bei Hornberg gefahren. Da kommt übrigens das "Hornberger Schießen" her.

Doch der Name Frombachtal war irreführend. Es ging wieder mal bergauf und bergauf. Und dann kam der Bauernhof, wohl ziemlich alt - und naturbelassen. Heuhotel und Ferien auf dem Bauernhof, ähnlich wie man ihn in Fahrenhorst kennt. Der Eigentümer war nett und sehr redselig. Irgendwie hatte das Ganze etwas, obwohl ich anfangs überlegt habe weiter zu fahren.

Die Schwarzwald-Hochstraße

20.05.16

Eigentlich wollte ich viel früher starten, aber da waren der Motorradfahrer aus Osnabrück, dessen Sohn in Melchiorshausen wohnt, der Rentner aus Brinkum, der mich fragte, ob "Buten un Binnen" auch dabei sei, das Ehepaar aus Düren, die meine Art zu reisen ganz toll fanden und schließlich die ehemalige Bäuerin aus der Schweiz, deren Mann auch so einen Traum schon lange hegt, sich aber für ein Wohnmobil entschieden hat. Dann ging es aber doch schließlich los. Die Steigungen hielten sich in Grenzen. Dafür waren sie aber stetig. Oben angekommen bot sich ein herrlicher Blick und ein Supermotiv für den MAN.


Kurze Zeit später war ich am Mummelsee, ein ganz kleiner See, aber trotzdem ein vielbesuchter Ort mit einem sehr großen Andenken- und Hofladen, in dem man frische gebackenes Brot und sonstige Schwarzwälder Spezialitäten kaufen konnte - aber nicht musste.

Dann wollte ich eigentlich auf der Schwarzwald-Hochstraße weiterfahren bis nach Freudenstadt, doch was Wunder: Es gab mal wieder eine Baustelle mit Vollsperrung. Ich hasse diese Verkehrsschilder. Aber die Umleitung, sprich der Umweg, war auch ganz schön.

Der Campingplatz hier in der Nähe von Freudenstadt liegt in einem kleinen Tal, sehr schön, idyllisch, aber ohne Handy-Empfang. Was macht man da? Genau einen Spaziergang im Wald!

Straßburg ade! Baustelle auf der Rheinbrücke

19.05.16

Morgens mit dem Trecker durch Straßburg - ein Erlebnis, das ganz ruhig und gemächlich anfängt. In der Nähe der Rheinbrücke nach Kehl wurde es dann etwas hektischer und vor allem enger. Auf der Brücke war eine Baustelle mit verengten Fahrstreifen, so dass die LKW-Fahrer ein Problem hatten, mich und mein Gespann zu überholen. Hoffentlich fällt jetzt nicht der MAN aus! Aber auf ihn ist Verlass. Auf der Brücke kam dann noch mit Blaulicht und Sirene so etwas wie ein Sonder-Einsatz-Kommando der Polizei von hinten. Bloß nicht auffallen. Endlich hatte ich es geschafft, war in Deutschland und gleich nach der Brücke kam auch noch eine Bushaltestelle. Also rechts raus und den Verkehr vorbeilassen. Dann sah ich im Rückspiegel eine deutsche Polizeistreife hinter mir, Adrenalin! Sie fuhr auf die Bushaltestelle, stellte sich hinter mir hin. Ich wartete. Dann fuhren sie an mir vorbei und kümmerten sich nicht um mich. Schweiß wischen! Ich habe dann gesehen, dass ich so schnell wie möglich diese hektische Straße verlasse.

Der Rest der Tagestour verlief äußerst unspektakulär. Aber mein Bedarf war auch für den Tag gedeckt. In der Nähe von Bühl - da wo die Zwetschgen herkommen - war mein Campingplatz. Von hier aus konnte ich das Ziel des morgigen Tages schon sehen: Den Schwarzwald!


Das Straßburger Münster

18.05.16

Nachdem ich mein Fahrrad wieder zusammengebaut hatte, bin ich in die Stadt gefahren. Heute war Markttag, aber mein Interesse galt dem Straßburger Münster. Wie meistens so wird auch am Straßburger Münster wieder renoviert oder repariert, je nach dem, wie man es nennen will.

 

Weil gerade Gottesdienst war und ein Besuch des Innenraumes nicht möglich, habe ich mich entschlossen, auf den Turm zu steigen. Es waren lediglich 336 Stufen, aber dafür war der Blick von der Aussichtsplattform auf die Stadt wunderbar.


Als ich wieder unten war, konnte ich auch in das Münster hineingehen. Es ist nicht mit besonders viel Gold geschmückt, aber das Rosetten-Fenster ist schon sehr beeindruckend. Obwohl, die Rosette im Bremer Dom ist doch nicht so schlecht wie ich bisher immer glaubte.

 


Zum Schluss habe ich mir noch die "Astronomische Uhr" angeschaut. Es ist ein wahres technisches Wunderwerk aus dem 16. Jahrhundert. Die Reparatur Anfang des 19. Jahrhunderts hat allein ca. 5 Jahre gedauert.

Den Rest des Nachmittags habe ich mit ziellosem Bummeln durch die Stadt verbracht. Ist auch mal was Schönes!

Schon wieder Plattfuß: Drei Löcher

17.05.16

Strahlend blauer Himmel, so kann es bleiben. Schon ziemlich früh bin ich guten Mutes mit dem Rad in die Stadt gefahren. Einige Franzosen waren auch schon auf den Beinen und saßen beim Frühstück.

Als nächstes war ich im wohl bekanntesten Viertel von Straßburg: Petite France. Ähnlich wie der Schnoor in Bremen ist es auch hier sehr touristisch. Früher wird es hier anders ausgesehen haben, als hier noch Gerber, Färber und Fischer gewohnt haben.  Auch der Geruch wird wohl ein anderer gewesen sein.

Ich bin dann weiter über den "Place de la Republique" Richtung europäischer Institutionen gefahren. Dieser Platz ist gesäumt von historischen Gebäuden: Oper, Nationalbibliothek, Präfektur und noch zwei Ministerien. Auf dem Bild ist die Bibliothek zu sehen: Da kommt man doch gar nicht zum Lesen.


Der Weg führte mich durch ein Viertel, in dem einige Botschaften oder Konsulate ansässig waren. Auch die anderen Häuser sahen aus, als würden die Bewohner gutes Geld verdienen. Am Ende war ein Park, die Orangerie. Viele Straßburger waren dort unterwegs. Ein kleiner Zoo, Spielplätze und viele Wander- und Radwege durchzogen den Park. Das Besondere waren aber die vielen Störche, die dort nisteten. Ich schätze mal, so um die 40 bis 50 Paare werden es gewesen sein. Auch eine Aufzucht- oder Genesungsstation für die Tiere gab es. Man konnte sich den Vater Adebar ganz aus der Nähe anschauen.


Weiter auf meiner Tour ging es zur EU. Die Bauten der europäischen Institutionen sind nicht ganz so pompös gebaut wie in Luxemburg, aber eben auch alles Glasbauten. Davor waren einige Protestanten, die in Zelten schliefen. Und dann passierte es: Ich merkte, wie langsam die Luft aus dem Vorderreifen entschwand. Also noch schnell Gas geben und so weit wie möglich kommen; denn ich war am entferntesten Punkt meines Ausfluges und ich hatte keine Lust, mein Rad mit Platten quer durch Straßburg zu schieben. Und dann auch noch durch die Fußgängerzone am Straßburger Münster. Aber ich bin nicht weit gekommen. Gott sei dank war da eine Haltestelle der Straßenbahn. Ein Blick auf den Fahrplan und es war klar: Eine der Bahnen fuhr direkt fast bis zum Campingplatz. Also 1,70 € investiert (Fahrrad ist umsonst!) und ab zum Platz. Dort habe ich dann mal wieder Fahrrad geflickt: Es waren sage und schreibe drei Löcher! Und das eigenartige war: Mein Nachbar hatte ebenfalls einen Platten und war am Flicken.

Straßburg in Kälte und Regen

16.05.16

Der Weg nach Straßburg war nicht weit, 29 km. Schon um 09.00 Uhr hatte ich die ersten fünf hinter mir. Auf den Straßen war überhaupt nichts los. Was Wunder? In Straßburg bin ich am Hauptbahnhof vorbei gefahren. Aber so etwas hatte ich vorher noch nicht gesehen: Die haben den alten Bahnhof von 1883 mit seiner schönen Fassade unter eine Glashülle gepackt. Die Bremer verschandeln ihren Bahnhofsplatz mit einem Hochhaus, die Straßburger machen es eben anders.


Infolge des kalten und regnerischen Wetters habe ich heute einen Waschtag eingelegt. Deshalb bin ich nur noch kurz in die Stadt gefahren. Auf dem Bild ist das Maison Kammerzell abgebildet, eines der bekanntesten Gebäude in Straßburg. Leider war es geschlossen, aber vielleicht habe ich ja morgen etwas mehr Glück.


Jetzt noch eine Info für alle, die in der Landwirtschaft tätig sind: Der Mais steht auf dem Land und ist ca. fünf Zentimeter groß!

Ein Tag Pause vor Straßburg

15.05.16

Die nächsten Tage werden mit Sicherheit anstrengend; denn Straßburg wird wohl einiges mehr zu bieten haben, was ich mir anschauen will. Deshalb habe ich heute in Hagenau einen ruhigen Tag eingelegt. Außerdem ist auch wieder sehr kalt geworden. Auch die Einheimischen machen den Eindruck, als seien sie von der Kälte überrascht worden. Überall stehen schon die Stühle und Tische auf den Straßen, aber es sind keine Gäste da. Deshalb habe auch ich mich in ein kleines Café begeben und dort etwas Warmes getrunken. Ich war in dem Café um kurz vor 15.00 Uhr, es war noch ziemlich leer. Aber pünktlich um drei kamen die Franzosen, als wenn Schlussverkauf wäre.


Auf der südlichen Weinstraße ins Elsaß

14.05.16

Weil ich ja nach Frankreich wollte, habe ich morgens erstmal meine Papiere gesucht. Man weiß ja nie. Nach gut einer Stunde hatte ich sie dann gefunden! Sie lagen dort wo sie auch hin gehörten, waren nur etwas unter andere Unterlagen gerutscht. Aber dann konnte es ja losgehen. Auf der südlichen Weinstraße ging es an Landau vorbei nach Bad Bergzabern.Wenn ich mir überlege, wieviele Weinberge und -felder ich schon an der Ahr, der Mosel, der Nahe, in Rheinhessen bei Westhofen und jetzt hier in der Rheinpfalz gesehen habe, muss ich mich doch fragen: Wer trinkt den alles aus?

Und dann war ich plötzlich im Elsaß. Man erkannte es an den erhöhten Dieselpreisen. Nördlich von Hagenau habe ich mir einen Bunker der Maginot-Linie angeschaut. Er wurde Anfang der 1930-er-Jahre gebaut. Gut 600 Soldaten waren darin untergebracht und sollten mit 75mm-Geschützen den Feind aufhalten. Die Geschützstellungen waren bis zu 800 m voneinander entfernt und lagen bis zu 30 m unter der Erde. Hydraulisch wurden die Geschütze nach oben gefahren wenn es zum Kampf kam. Auf dem Bild ist der hintere Eingang zu sehen, über den der Nachschub in das Fort Schoenenbourg gebracht wurde.

Der Transport der Munition zu den Stellungen erfolgte über elektrische Kleinbahnen in langen Gängen. Der Strom wurde  im Fort erzeugt. Danach war es nicht mehr weit bis Hagenau.


Mit dem Rad nach Landau

13.05.16

Morgens bin ich mit dem Rad durch die Weinberge zunächst nach Sankt Martin gefahren. Den Ort hatte ich mir ja ausgesucht, weil er besonders schön sein sollte. Und das war er auch! Schöne kleine verwinkelte Gassen und sehr viele gut erhaltene alte Häuser, eben alles auf Touristen ausgerichtet.

Zum Mittagessen war ich dann wieder beim Bauwagen, um am Nachmittag mit dem Rad nach Landau zu fahren. Aber das hatte ich mir anders vorgestellt. So viele Hügel und dann noch neben einer Bundesstraße. Was haben wohl die Autofahrer gedacht, wenn sie mich den Berg hochschieben gesehen haben? Landau ist eine kleine Stadt mit einer Fußgängerzone, wie sie in jeder deutschen Kleinstadt zu finden ist. Eigentlich hätte ich mir den Weg sparen können. Abends war ich dann noch auf einem Weinfest im Nachbarort Rhodt. Ein sehr schöner Ort, durch den entlang der Hauptstraße lauter rot- und weiß-blühende Kastanien standen. 

Frischer Spargel aus der Pfalz!

12.05.16

Das heutige Pensum waren nur ca. 30 km. Dabei habe ich mir unterwegs bei einem Spargelbauern ein Pfund Spargel gekauft. Den hat es am Abend gegeben. Mein eigentliches Ziel war Sankt Martin. Aber der Stellplatz war so klein bemessen, da hätte ich endlos rangieren müssen. Der Besitzer hat mir aber einen Winzer im Nachbardorf Edenkoben empfohlen, der Platz genug hätte. Und die Empfehlung war sehr gut. Ich stehe mit meinem Gespann hinter dem Hof mitten zwischen den Rebstöcken.

Die Straßen hier in den kleinen Orten sind alle sehr eng. Über den Straßen klettern an Gerüsten die Weinreben. Im Spätsommer muss das sehr schön aussehen.

6 Stunden Museum!

11.05.16

Heute morgen war es nebelig, Sichtweite ca. 100 m, aber die Sonne hatte damit kein Problem. Um 09.00 Uhr bin ich ins Museum, zunächst in einen 3D-Film, der aber nur ein Werbefilm für die beiden Museen in Speyer und Sinsheim war. Danach habe ich mir alles, aber wirklich alles angeschaut. Es gab sehr viele alte und teure Autos, aber auch Lokomotiven. Damit ihr mal ein Bild von mir habt und gleichzeitig die Ausmaße einer Dampf-Lokomotive seht, hier mal ein "Selfie" von mir.


Aber auch einfache Fahrzeuge, wie z. B. ein Fahrrad gab es zu besichtigen. Dieses Modell hat eine so genannte "Notbereifung", nämlich Stahlfedern.


Die eigentlichen Highlights waren aber die ANTONOV und der Jumbo-Jet. Die ANTONOV hat unheimliche Ausmaße. Auf dem Bild kann man es nur erahnen. Im Laderaum hingen z. B. zwei Krane mit jeweils 2,5 to Tragkraft. Für einen Größenvergleich: Rechts unter den Propellern laufen ein paar Menschen.

Der Jumbo-Jet ist auf Stelzen gestellt worden. Vom Dach der "Space-Shuttle-Halle" konnte ich ein sehr schönes Bild vom Museum im Vordergrund und dem Dom im Hintergrund machen.

In der Halle, die der Raumfahrt gewidmet ist, stand ein Original Space-Shuttle. Ich hätte nicht gedacht, dass es so groß ist. Auf dem Bild sind die Triebwerke von hinten zu sehen.



Ein ruhiger Tag - auch mal was Schönes!

10.05.16

Gestern abend war ich noch mal auf Foto-Safari, nicht weit, nur bis zum Jumbo-Jet vom Museum.

Heute war ich dann mit dem Rad in Speyer unterwegs. Der Dom erschlägt einen fast, wenn man ihn betritt. Er ist über 130 m lang und 35 m breit. Die Höhe der Säulen im Inneren schätze ich mal auf gute 20 m. Wie haben die Leute das früher berechnet und gebaut?

Auf dem Weg zurück zum Bauwagen habe ich dann noch einen zweiten Schnappschuss vom Jumbo gemacht. Anschließend habe ich mir einen ruhigen Nachmittag gemacht - es regnete nämlich mittlerweile ganz schön.


Geburtstag und die Polizei gratuliert!

09.05.16

Unterwegs nach Speyer habe ich wahrscheinlich mal wieder eine Abzweigung verpasst und bin in die Irre gefahren. Dann verfolgte mich auch noch die Polizei. Mir stand schon der Schweiß auf der Stirn: Wo habe ich denn die Papiere hingelegt?!? Dann überholten sie mich und auf der nächsten Bushaltestelle standen sie, stiegen aus und kamen auf mich zu. Sie waren sehr freundlich: "Alle in Ordnung, wir wollten nur wissen, woher sie kommen und wohin sie noch wollen?" Ich zeigte ihnen meine Deutschlandkarte und erklärte ihnen meinen Weg. Dann haben sie mir weiterhin gute Fahrt gewünscht und sind weiter gefahren. Papiere oder sonstiges unwichtiges Zeug waren völlig uninteressant. Zum Abschied haben sie mir noch zum Geburtstag gratuliert.

In Speyer beim Technik-Museum habe ich dann als erstes eine Transall gesehen, die in Penzing bei Landsberg beim LTG 61 stationiert war. Vielleicht bin ich aus dieser Maschine vor fast vierzig Jahren mit dem Fallschirm gesprungen?!? Wer  weiß!


Auch auf diesem Stellplatz beim Technik-Museum war noch nicht all zu viel los, wie auch auf allen Plätzen vorher. Es ist noch keine Saison. Lediglich am Himmelfahrts-Wochenende war auf den Plätzen etwas los. Ich nehme an, das es in der Ferienzeit voller wird.

 


Worms - Luther, Nibelungen und Dom St. Peter

08.05.16

Von Heute stand Worms auf dem Plan. Von der Stadt hatte ich mir eigentlich mehr erwartet. Wenn es nicht mit Martin Luther vor 500 Jahren den Reichstag gegeben hätte, die Nibelungen sich eine andere Stadt ausgesucht hätten und es nicht den alten jüdischen Friedhof geben würde, wäre hier heute relativ wenig los. Deshalb hat man wohl auch schon 1868 ein große Bronze-Denkmal für Martin Luther errichtet.

Aber der Dom St. Peter ist natürlich sehr beeindruckend, besonders, wenn die Sonne auch noch mitspielt wie auf dem Bild zu sehen.


Ein Campingplatz der besonderen Art!

07.05.16

Von der Nahe zum Rhein muss man über einige Berge, habe ich mir vorher auch nicht so vorgestellt. Und dann kam ich ins so genannte Rheintal. Von wegen Tal, da war so manche Hochebene dabei, bestückt mit etlichen Windrädern!

Dann endlich hatte ich den Rhein erreicht. Der MAN und ich standen vor dem alten Vater Rhein. Es war irgendwie schon ergreifend.

Der Campingplatz vom Kanu-Verein-Worms von 1927 ist ein Platz der besonderen Art. Das nicht nur, weil er direkt am Rhein liegt, sondern auch, weil die Mitglieder des Vereins sehr unkompliziert sind. Fast wie in Fahrenhorst. Ich war mehr oder weniger der einzige Gast auf dem Platz und man erklärte mir, mit welchem Bus ich in die Stadt komme, gab mir eine Handy-Nummer, falls ich Probleme haben sollte zurück zu kommen. Und am gestrigen Abend haben sie sich von mir verabschiedet. Wenn ich draußen bin, solle ich einfach das Tor zuziehen und den Schlüssel in den Briefkasten werfen. So einfach geht das!


Mal sehen wo ich bleibe!

07.05.16

Heute geht es auf abgeändertem Weg nach Worms. Dort habe ich vor, beim Kanuclub Worms am Rhein zu übernachten. Hoffentlich klappt das! Ich gehe davon aus, dass es dort kein Internet gibt. Wenn also die nächsten beiden Tage nichts von mir zu hören ist, macht Euch keine Gedanken. Spätestens wenn ich übermorgen in Speyer beim Technik-Museum bin, werde ich wohl wieder "online" sein.

Allen Müttern wünsche ich einen sonnigen Muttertag!


 

Mit dem Rad nach Bad Kreuznach

06.05.16

Zunächst mal die Beantwortung von zwei Fragen aus dem Gästebuch:

Also Jens-Peter, die beiden Gendarmen in Metz haben mich nicht kontrolliert, sondern sie haben meinen Bauwagen bewundert und kamen aus dem Staunen gar nicht heraus.

Ja, und die Frage nach dem Interesse kann ich insofern beantworten, als natürlich der "Anfangs-Hype" vorbei ist. Aber laut Statistik schauen sich jeden Tag ca. 18 bis 20 Personen die Seite an, wer immer das auch ist. Aber für diese Leute schreibe ich gerne weiter. So gerät man ja auch nicht in Vergessenheit und man spart sich viele Postkarten!

Zum heutigen Tag:

Die Wettervorhersage für heute war nicht zu übertreffen: 25 Grad und wolkenlos! Also bin ich mit dem Fahrrad die Nahe entlang nach Bad Kreuznach gefahren. Eine schöne Tour, ganz ohne Berge! Bad Kreuznach ist ein typischer Kurort, viele Kliniken, Sanatorien und Pflegehäuser. So viele Rollatoren wie hier habe ich selten vorher gesehen. Aber auf dem Weg dorthin hatte ich eine Begegung, die mich zunächst etwas verwirrte: Ein Kamel graste neben dem Radweg!! Aber keine Angst, es gehörte zu einem kleinen Zirkus, der hier gastierte.

So ist Bad Kreuznach ein nettes kleines Städtchen. Es war gerade Markt und sehr viele Touristen - vor allem mit Fahrrad waren in der Stadt. Attraktion der Stadt sind die Brückenhäuser.

war aAuf dem Weg zurück habe ich noch eine besondere Perspektive zu einem Weinberg entdeckt.


 

Was haben die nur aus Idar-Oberstein gemacht?!

05.05.16

Um 08.00 Uhr war ich schon abmarschbereit. Aber die Rezeption war noch nic ht besetzt. Auf der B41 ging es dann Richtung Idar-Oberstein, wo ich vor 40 Jahren auf der Artillerieschule gewesen bin. Nach wie vor ist die Felsenkirche die Hauptsehenswürdigkeit in I-O, aber was haben die mit der Nahe gemacht? Sie wurde in Kanalrohre verbannt und über ihr eine Schnellstraße gebaut. Daneben auch noch ein Einkaufszentrum, das mittlerweile leer steht sowie benachbarte Geschäfte auch. Nur das moderne Gebäude der Sparkasse wird wohl überleben.

Weiter ging es dann Richtung Bad Sobernheim. Dort wollte man mich auf dem Wohnmobil-Stellplatz aber nicht haben, weil ich keine Toilette im Bauwagen hatte, sprich sie hatten auch keine! Der mir dort empfohlene Campingplatz (6 km zurück!) war aber voll ausgebucht. So bin ich dann Richtung Bad Kreuznach gefahren in der Hoffnung, dort einen Platz zu bekommen. Auf dem Weg dorthin habe ich noch den "Hindenburg-Blick" ins Nahetal genossen. Der Platz in Oberhausen an der Nahe war ein richtiger Glücksgriff.


Birkenfeld - ein abschüssiger Campingplatz!

04.05.16

Ein kurzes Stück bin ich heute auf der B51 gefahren. Aber nicht Richtung Fahrenhorst. Der erste Weg führte mich zum Einkaufen in einem GLOBUS-Markt. Dort kam gerade Nachschub an, gebracht von einem "Großen Bruder" vom MAN. Ich fand: Ein schöner Schnappschuss!

Der Weg durchs Saarland zeigte mir, das das Saarland nicht nur aus Schwerindustrie besteht. Es gibt auch landschaftlich reizvolle Gegenden. Wenig später habe ich auf einem Schild gelesen, dass in diesem Wäldchen ein keltisches Fürstengrab liegt.

Der Campingplatz in Birkenfeld lag sehr schön am Hang mit Blick ins Tal, hatte aber einen großen Nachteil: Fast alle Plätze waren abschüssig und so habe ich die Nacht verkehrt im Bett gelegen, mit dem Kopf am Fußende.

Vöklingen - Industriedenkmal pur!

03.05.16

Morgens hat es noch geregnet. Ich habe mir schon Gedanken über die Busverbindungen nach Völklingen gemacht. Aber gegen Mittag hörte der Regen auf und ich setzte mich aufs Fahrrad und fuhr die Saar entlang nach Völklingen.

Dort erwartete mich das Weltkulturerbe " Völklinger Hütte". Ich hatte ja keine Vorstellung über die Ausmaße einer Eisen-Verhüttungsanlage. Was man für die Eisenherstellung alles brauchte. Hier in Völklingen ist das vielleicht in einem etwas größeren Maßstab geschehen, aber trotzdem war im Jahre 1986 Schluss.

Jetzt rostet die gesamte Anlage so langsam vor sich hin. Man kann sich die Ausmaße nicht vorstellen. Ich war zweieinhalb Stunden auf dem Gelände unterwegs. Die Gesamtlänge des Rundweges beträgt sieben Kilometer.

Es muss hier früher sehr laut und vor allem sehr heiß gewesen sein. Die Arbeiter hier haben im wahrsten Sinne des Wortes ihr "Geld im Schweiße ihres Angesichts" verdient. Heute werden die Anlagen teilweise für Kunstausstellungen genutzt. Ansonsten hat die Natur nach 20 Jahren schon sehr viel zurückerobert.

Ein völlig unspektakulärer Tag!

02.05.16

Der Himmel strahlend blau und wolkenlos! Zum vorläufigen Abschied aus Frankreich habe ich mir zum Frühstück noch ein Baguette geholt. Das können die Franzosen echt besser! Ein Gast in Luxemburg hat mir erzählt, das die Bäcker in Frankreich ein Treibmittel verwenden, das in Deutschland nicht zugelassen ist. Das soll der Grund für die besseren Baguette sein. Es ist mir auch egal. Es muss ja nicht überall gleich schmecken. Sonst wǘrde sich Reisen ja nicht lohnen!

Die Fahrt verlief völlig unspektakulär. Bis auf die Tatsache, das ich kurz vor der deutschen Grenze noch mal in einen Supermarkt wollte. Da hatte ich aber nicht mit den Franzosen gerechnet: Pünktlich um 12.00 Uhr mittags wurde der Laden für zwei Stunden geschlossen, und das war kein kleiner.

Das Passieren der deutschen Grenze habe ich nur daran gemerkt, das die Straßenschilder auf einmal anders aussahen. Saalouis als Stadt ist keine Reise wert. Sie ist eine typische Industriestadt, die ein paar alte Wurzeln in der französischen Geschichte hat. Das Positive an der Stadt ist jedoch: Überall hast Du freien Internet-Zugang. Das sollten wir mal unserem Bürgermeister erzählen!!!

Der Mai ist gekommen - der Regen geblieben!

01.05.16

Der Regen war deutlich unter dem Blechdach des Bauwagens zu hören. Es hatte die ganze Nacht durch geregnet. Der eine oder andere Camper hatte Probleme, mit seinem Gefährt vom Rasen zu kommen. Das kann mir wohl nicht passieren.

Das es immer noch regnete, habe ich mich entschlossen, in die Kathedrale zum Gottesdienst zu gehen. Er wurde zwar katholisch und auf französisch abgehalten und ich habe nichts verstanden. Es war aber trotzdem ein Erlebnis! Und ob man es glaubt oder nicht: Nach dem Gottesdienst schien die Sonne. Es war zwar immer noch kalt und sehr windig, aber sonnig.


Heute haben in Metz über 10.000 Frauen an einem Volkslauf gegen den Krebs teilgenommen. Alle hatten rosa T-Shirts an und waren am Schnattern ohne Ende. Ebenfalls ein Erlebnis.


Am späten Nachmittag habe ich mich in die Sonne und in den Windschatten an der Mosel gesetzt und die Enten beobachtet. Bei denen geht es auch immer nur um die Frauen!

Der Tag fing so schön an!

30.04.16

Schon vor dem Frühstück habe ich mich aufs Rad gesetzt und bin in die Stadt gefahren. Jetzt habe die Kathedrale auch bei Tag mir von außen richtig angeschaut, ein richtiger Monumentalbau! Auf dem großen Samstagsmarkt daneben habe ich mir ein kleines Baguette geholt, um dann im Bauwagen zu frühstücken.

Anschließend bin ich zur zweiten Hälfte gestartet in Richtung "Kaiserviertel" oder auch "Deutsches  Viertel". Es ist in der Kaiserzeit entstanden, als Metz zum Deutschen Reich gehörte. Die Bauherren damals um 1910 haben natürlich den heimatlichen Baustil auch hier in Metz beibehalten. Im zweiten Weltkrieg scheint hier nicht viel zerstört worden zu sein. Im Vordergrund auf dem Bild ist einer der modernen Busse in Metz zu sehen. Sie sind alle in so schrillen Farben gehalten.


Morgens bricht der Spiegel ab - abends ist die Gendarmerie im Bauwagen!

29.04.16

Es wird langsam etwas wärmer. Bis Frankreich sind es nur ca. 8 km. Vor der Grenze wieder jede Menge Tankstellen aller Anbieter, überall ist der Preis gleich - und das schon seit Tagen. Aber Tanken lohnt sich noch Außenspiegels verändert hat. Erst habe ich geglaubt, das sich eine Schraube gelöst hat, aber dann neigte er sich nach unten. Also anhalten: Die Schweißnaht von der Spiegelhalterung war gebrochen. Aber ich habe den Spiegel ja noch retten können. Also suchte ich dann nach einer Werkstatt. Aber in Frankreich haben die Werkstätten zwischen 12 und 14 Uhr Mittagspause. Ich fuhr also weiter ohne Spiegel, gar nicht angenehm im Stadtverkehr, wo man auch mal die Spur wechseln muss. Schließlich hat man mir die Halterung in einem Betonwerk geschweißt. So hatte ich auch gleich die Möglichkeit, mir die Fertigung von Beton-Fertigteilen anzuschauen.

Der Platz in Metz liegt direkt an der Mosel, nur ca. 500 Meter von der Kathedrale entfernt. Es ist hier sehr warm für die bisherigen Verhältnisse. Ich war abends bis 23.00 Uhr noch in der Stadt unterwegs, Nachtaufnahmen!!



Mit dem Rad zur EU!

28.04.16

Draußen lag noch der Überrest vom Graupelschauer gestern abend. Der MAN hatte ein weißes Kleid an. Die Temperatur lag noch bei minus zwei Grad.

Am späten Vormittag bin ich dann mit dem Rad zum EU-Viertel gefahren. Ich hatte mir die Winter-Arbeitshandschuhe angezogen. Sonst wären sie mir wohl abgefroren. Nicht nur in der Stadt, sondern vor allem im Viertel Kirchberg, wo die ganzen EU-Einrichtungen sitzen, wird gebaut. Es ist schon ein Wahnsinn, was dort aus dem Boden gestampft wird. Nicht nur das Pflaster auch die Bordsteine sind in Marmor gehalten. Im Konrad-Adenauer-Haus sitzt das EU-Parlament. Und das Gebäude wird erweitert. Wenn das voll besetzt ist, wird es noch mehr Vorschriften geben.

Auch die EU-Investitionsbank hat ein sehr futuristisches Gebäude.

Und so sahen die Gebäude früher aus. Hier das ehemalige Verwaltungsgebäude von Arcelor Mittal.


Schneeregen - aber nicht in den Kasematten von Luxemburg!

27.04.16

Der Tag fing mit Regen und Graupelschauern an - und um es vorweg zu nehmen - so hörte er auch auf. Aber zwischendurch ging es einigermaßen.

Bis Mittag habe ich mich nicht rausgetraut. Dann bin ich mit dem Bus - zum Radfahren war es mir zu kalt - nach Luxemburg gefahren. Die Stadt macht einen hektischen Eindruck. Der Verkehr ist immens. Nirgends habe ich so viele Busse auf den Straßen gesehen wie hier. Und trotzdem ist morgens und abends jede Menge Stau. In der Fußgängerzone gibt es keine Billigläden wie man sie von Deutschland oder den Niederlanden her kennt. Kein Wunder, ich bin ja auch in Luxemburg, im Zentrum der europäischen Macht - und dem Geld! Insgesamt habe ich festgestellt, dass das Preisniveau relativ hoch ist - bis auf den Sprit.

Den Nachmittag bin ich durch die Stadt gestreift und habe mir dies und das angeschaut. An einer Ampel habe ich festgestellt, dass sich nicht nur die muslimischen Frauen verschleiern:

Zum Schluss war ich noch in den Kasematten von Luxemburg. Das ist eine alte Befestigungsanlage aus dem 17. und 18. Jahrhundert. Bis zu 1.200 Soldaten waren in den 23 km langen unteridischen Gängen zur Verteidigung der Stadt untergebracht. Im 2. Weltkrieg boten sie ca. 35.000 Menschen Schutz vor Bombenangriffen. Damit kann man sich in etwa ausmalen, was für Ausmaße diese Anlage hatte. Der Rückbau der Befestigungsanlage im 19. Jahrhundert dauerte insgesamt 16 Jahre.


Regen war angesagt - die Sonne hat geschienen!

26.04.16

Der Zug von meinem Kumpel Hermann ist um 09.40 Uhr gefahren. Es sah zwar wettertechnisch noch gut aus, aber ich habe mich trotzdem entschieden, schon heute nach Luxemburg zu fahren.

Kurz nach der Grenze habe ich dann etwas Außergewöhnliches gesehen: Beiderseits der Straße waren Tankstellen, und zwar auf einer Länge von mindestens fünfhundert Metern, eine Tankstelle neben der anderen. Alle Marken waren vertreten. Der Sprit ist in Luxemburg nämlich ca. 15 bis 20 Cent günstiger als in Deutschland. Ich habe Diesel für 89 Cent getankt, natürlich voll inkl. Kanister.

Das Land in Luxemburg ist sehr hügelig, sehr schön anzusehen. Aber für Radfahrer eigentlich ungeeignet und alte Trecker haben auch zu kämpfen.


Ungefähr 10 km vor meinem Ziel dann das:

Auf Nachfrage bei einer Autorfahrerin erfuhr ich, das im nächsten Ort die Straße komplett erneuert wird, kein Durchkommen. Sie schaute den MAN und mich mitleidig an und fuhr weiter. Ich musste einen Umweg von ca. 8 km machen und habe dann das andere Ende der "Sackgasse" gesehen. Es stimmte, die Frau hatte recht.

Und wie Ihr seht hat der Camhpingplatz in Alzingen Internet - umsonst!

Ganztägiger Regen!!!

25.04.16

Schon wieder Nachtfrost und dann auch noch den ganzen Tag Regen. Zu allem  Überfluss habe ich mir auch noch einen Plattfuß eingehandelt. Also zurück zum Platz schieben und flicken. Aber das haut einen ja nicht gleich um. Wir haben uns trotzdem noch einiges in der Stadt angeschaut: Dom, römische Basilika und das Bischöfliche Palais (nur von außen). Wenn man sich das Bild anschaut, sieht man, das die Bischöfe früher wohl nicht schlecht gelebt haben. Daneben die Basilika.

Da die Wetteraussichten für morgen ähnlich aussehen wie für heute, werde ich wohl schon morgen Richtung Luxemburg aufbrechen. Dank Verdeck ist es ja angenehmer zu fahren als in der Stadt rumzulaufen oder eine Fahrradtour zu machen. Wie das mit dem Internet in Luxemburg und danach in Frankreich aussieht, weiß ich nicht. Es kann also sein, dass in den nächsten Tagen wenig bis gar nichts von mir hier zu lesen ist.

Nachtfrost und dann auch noch Hagelschauer!

24.04.16

Minus zwei Grad hatten wir draußen, drinnen war es etwas wärmer. Die Wetteraussichten für heute waren nicht gut, deshalb sind wir nach dem Frühstück auch gleich los. Es war sehr kalt. Hermann hat mir richtig leid getan. Und dann gab es unterwegs auch noch ein Hagelschauer. Aber er hatte Glück: Es zog an ihm vorüber, mich hat es aber noch erwischt. Aber dank des Verdecks hat es mir nichts ausgemacht. 

Nach zwei Drittel der Wegstrecke habe ich für uns erstmal eine heiße Tasse gemacht. Das tat richtig gut. In Trier kamen wir gegen 14.30 Uhr an. Es waren immerhin ca. 60 km gewesen. Auch hier gab es noch ein Hagelschauer. Danach rauf auf' s Rad und rein in die Stadt. Es ist ja Sonntag und deshalb haben wir uns auch ein Stück Kuchen zum Kaffee gegönnt in einem Café am Marktplatz.


Zwischen den Schauern haben wir uns dann noch die Porta Nigra angeschaut.


Bernkastel-Kues - schon wieder Nachtfrost in Sicht!

23.04.16

Der heutige Tag hat uns zu einem Winzer in Kröv geführt. Aber vorher mussten noch einige Kilometer zurück gelegt werden, die uns u. a. durch Traben-Trarbach führten. In  Kröv hatten wir dann einen Termin beim Winzer Klein-Oster. Wir hatten uns zwar etwas verspätet, aber das machte überhaupt nichts. Das Wichtigste für den Winzer war der MAN. Er bewunderte das gute Stück und erzählte uns, dass früher zwei Stück davon in Kröv gelaufen seien. Er selbst war im Besitz eines HANOMAG R16. Ich erzählte ihm von unserem R19, und damit war dann das Eis endgültig gebrochen. Man glaubt gar nicht, welche Funktionen so ein alter Trecker haben kann. Nachdem der Senior-Chef uns seinen Betrieb gezeigt hat sind wir in die Stube gegangen und haben (einen) Wein probiert. Leider musste ich ja noch ca. 10 km fahren bis Bernkastel-Kues. Wer weiß, was daraus geworden wäre und wo wir übernachtet hätten? Aber so hielt sich alles in Grenzen. 

Nach ca. 3 Stunden ging es dann weiter nach Bernkastel-Kues. Wir hatten viel über Kröv, den Weinbau und die Anbaumethoden sowie die Mechanisierung der Winzer gelernt. Zum Schluss noch eine Episode über eine Sprengung an der Mosel und die Evakuierung des Dorfes.

Dann plötzlich ein entstehendes Bauwerk über der Mosel. Es ist die Brücke über die Mosel für eine Autobahn. Sie ist 142 m hoch.


Und dann kam noch etwas Besonders für mich als Bremer Gästeführer. Meine Kollegen in Bremen werden es sofort wissen: Bremen hat einen eigenen Weinberg!!!

Ein erlebnisreicher Tag ging in Bernkastel-Kues bei einem Spaziergang durch das touristische Viertel zu Ende.



Die Zeller Schwarze Katz hat uns gerufen!

22.04.16

Hermanns und meine Wege trennten sich heute, jedenfalls teilweise. Denn Hermann ist auf dem Mosel-Radweg nach Zell gefahren und ich natürlich nicht. Es waren nur gute fünfzig Kilometer und wir waren am frühen Nachmittag in Zell eingetroffen. Das Wetter ist entgegen den Vorhersagen sehr schön.

Und die Camping-Urlauber auf den Plätzen kommen langsam in Fahrt: Die Fragerei geht los. Wo kommt ihr her? Wie kamen Sie auf die Idee? Alle finden es toll, alle wollten es schon einmal machen. Aber irgendwie hat wohl keiner die Traute gehabt. Auch bei den Autofahreren, speziell natürlich den Landwirten, kommt der MAN gut an, obwohl wir wohl das eine oder andere Mal ein Hindernis darstellen.

Zell liegt sehr schön an der Mosel und Hermann und ich wollen gleich mal auf "Katzenjagd" gehen. Mal sehen, ob wir eine "Zeller Schwarze Katz" finden.


Eine Wanderung, die es in sich hatte!

21.04.16

Heute stand eine Wanderung zur Burg Eltz auf dem Plan. Zunächst ging es mit dem Fahrrad an dem Elzbach entlang. Dann zu Fuß über ca. 2,5 km zur Burg Eltz. Sie liegt nicht auf einem Berg, sondern im Tal. Man sieht sie erst, wenn man ca. 150 m entfernt ist. Aber dann erschlägt sie einen fast. Während der Führung haben wir Einiges aus der fast tausendjährigen Geschichte erfahren.

Die Alternative war dann der gleiche Weg zurück wie wir ihn gekommen waren oder den etwa 12,5 km langen Rundweg zu vollende. Wir entschieden uns für Letzteres. Am Ende waren wir beide jedenfalls rechtschaffen k.o. und sind abends auch sehr schnell eingeschlafen.


Hermann ist angekommen

20.04.16

Heute hatte ich die bisher steilste Passage zu meistern. Der Weg zur Mosel hinunter auf der kleinen Straße hatte immerhin 15 % Gefälle. Also runterschalten und langsam nach unten gleiten lassen. Am Nachmittag ist Hermann dann angekommen. Die erste Radtour führte uns nach Treis-Karden. Es fehlte uns noch das Fleisch zum Grillen. Abends wurde es dann doch wieder ziemlich kühl.

Radtour nach Kloster Maria Laach

19.04.16

Der MAN ist heute nicht angeprungen, brauchte er auch nicht. Ich war mit dem Fahrrad unterwegs. Zunächst bin ich zum Kloster Maria Laach gefahren.

Anschließend war ich in einem Steinbruch, in dem man an einer 60 m hohen Steilwand die Entstehungsgeschichte des Gebietes hier ablesen kann. An den unterschiedlichen Schichten kann man die einzelnen Vulkanausbrüche und die Zwischenzeiten ablesen. Hochinteressant und bedrückend, in welchen Zeiträumen die Geschichte der Erde geschrieben wurde und in welchem Verhältnis das zum heutigen Klimawandel steht.


Dann weiter nach Mendig. Allerdings hätte ich mir das Sparen können. Außer einem steilen Rückweg hatte der Ort wenig zu bieten. Beim Bauwagen zurück habe ich dann noch mit Gerrit geklärt, welche Ersatzteile (Lichtmaschine) Hermann mir morgen mitbringt.

 

Ist die Reise zu Ende? Der MAN will wieder nicht!

18.04.16

Das gleiche Spiel wie gestern auch schon: Der MAN springt nicht an! Wieder wurde mir geholfen. Ich bin zur nächsten Tankstelle gefahren und habe nach einer KFZ-Werkstatt gefragt. Die ersten beiden winkten ab, keine Zeit, ausgebucht, was auch immer. Der letzte gab mir den Tipp, es mal bei dem Landmaschinenhändler Schüttler in Leisenheim zu probieren. Er beschrieb mir den Weg und ich los, ca. 10 km über kleine Landstraße. Ich glaubte schon gar nicht mehr daran ihn zu finden. Aber dann, in einem kleinen Dorf eine Werkstatt, ähnlich wie die von Friedhelm Poggenburg (für alle die, die sich in Stuhr-Fahrenhorst auskennen!). Und die haben ihren bereits pensionierten "Betriebs-Elektriker" angerufen und der hat mir geholfen: Die Lichtmaschine gab nicht genug Strom ab und so wurde die Batterie langsam entladen. So einfach ist das. Etwas Geld für die Kaffeekasse und dann fuhr ein sichtlich erleichterter Krischan zurück nach Bad Neuenahr.

Zur Feier des Tages habe ich bei ALDI-Süd angehalten und mir grünen Spargel gekauft. Den sollte es heute abend geben, wie gesagt: Zur Feier des Tages! Doch als ich wieder aus dem ALDI kam und losfahren wollte, sagte der MAN gar nichts mehr. Er war wohl beleidigt. Jetzt sah ich alle Felle wegschimmen. Also wieder los zur nächsten Autowerkstatt, eine von Toyota. Der Chef ist zum Parkplatz hinter ALDI gekommen, wo der MAN stand. Er hat alles durchgemessen, aber nichts gefunden. Dann hat er den Anlasser über ein Power-Pack zum Laufen gebracht und mich gebeten, doch zur Werkstatt zu fahren. Dort hat dann ein Mitarbeiter wieder am Trecker herumgesucht und nichts gefünden. Zum Schluss hat er noch mal an den Sicherungen gedreht und dabei festgestellt, dass eine doch wohl durchgebrannt sei. Wir haben sie gewechselt - und die Welt war wieder in Ordnung. Wieder etwas für die Kaffeekasse, denn Geld wollte der Chef nicht haben, und ich konnte endlich zum Laacher See fahren. Übrigens: Dort gab es dann gebratenen grünen Spargel mit Frikadellen. 

Der MAN streikt aber Hilfe war da!

17.04.16

Das hatte ich mir auch anders vorgestellt. Aber der MAN versagte seinen Dienst. Er wollte nicht anspringen. Woran es lag oder liegt, kann ich nicht sagen. Aber mit einem Überbrückungskabel vom Nachbarn auf dem Campingplatz haben wir ihn doch über zeugen können. 

Als erstes bin ich dann zum Atombunker der Bundesregierung gefahren. Seit Mitte der neunziger Jahre ist er nicht mehr in Betrieb und ein kleiner Teil (200 m von insgesamt 17 km!) davon ist heute eine Dokumentationsstätte und wird vom Heimatverein aus Ahrweiler unterhalten. Der Rest wurde für viel Geld "zurückgebaut". Es ist schon ein Wahnsinn, was damals für die Politiker hier 120 m unter der Erde gebaut wurde. Von der NATO war vorgegeben, das ein Bunker gebaut werden müsse, der für 3.000 Menschen für 30 Tage das Überleben sicherstellt. Und was ist danach??? Hier gab es u. a. einen Frisiersalon inkl. Trockenhaube, aber auch ein "Not-Amputationskoffer" war vorhanden. Allein die Frischluft-, Wasser- und Stromversorgung war sehr beeindruckend. Frustierend war die Aussage des Gästeführers am Ende der Führung, das der Bunker für Atombomben damaliger Zeit gar nicht mehr ausreichend gewesen wäre. Gebaut wurde er aber trotzdem. Auf dem Bild ist die "Kommando-Zentrale" zu sehen.

Nachmittags bin ich dann an der Ahr entlang nach Bad Neuenahr gewandert. Aber das ist ein Ort, der geprägt ist vom Geschäft mit den Krankheiten und Leiden der Menschen. Hier war auch schon der Frühling ausgebrochen.


Nie wieder auf einem Parkplatz an einer Bundesstraße!!!!!

16.04.16

Die Nacht war schlicht und ergreifend schrecklich! Da ich auf einem Parkplatz an einer Kreuzung stand, wurde ständig gebremst und wieder angefahren. Dann schien der Parkplatz eine Art Treffpunkt zu sein. Bis spät in die Nacht kamen Autos und Motorräder, zwei Polen wechselten bei ihrem Kleinlaster einen Reifen und an das ständige Geräusch schnellfahrender Autos gewöhnt man sich auch nicht so schnell. 

Gegen 06.00 Uhr war dann die Nacht zu Ende. Um 08.00 Uhr war ich schon unterwegs in Richtung Ahrweiler. Das erste Highlight des Tages war dann bereits um 10.30 Uhr bei Effelsberg. Dort steht ein Riesen-Radio-Teleskop. Es hat einen Durchmesser von 100 m und wiegt fast 4.000 Tonnen. Es steht in einem Tal in der östlichen Eifel und man kann von hier aus z. B. zwei Tischtennisbälle auf dem Mond erkennen. Das war schon sehr beeindruckend. 


In Bad Neuenahr kam dann eine böse Überraschung: Da hier an der Ahr an diesem Samstag so eine Art "Tag des offenen Kellers" ist (bei uns heißt das "Tag der Regionen"), war der von mir angestrebte Campingplatz voll belegt. "Keine Chance!" sagte die Dame, "Morgen wieder!". Sie gab mir eine Telefonnummer von einem anderen Platz, an dem ich schon vorbei gekommen war. Da war noch etwas frei, und so fuhr ich halt mal 5 km zurück. Macht ja nichts, ist ja schönes Wetter!!! Wirklich! Natürlich bin ich dann auch noch in einen "offenen Keller" gegangen. 

Übernachtung auf einem Parkplatz?!?

15.04.16

Heute ist der Tag der Abreise aus dem kalten Monschau, obwohl es dort sehr schön ist. Zunächst hieß es aber für mich: Eine Tankstelle finden! Meine Diesel-Vorräte neigten sich dem Ende und der heutige Tag führt mich durch sehr viele ländliche Gegenden oder Naturparks. Und da sind meistens keine Tankstellen. Aber ich hatte Glück. Es war zwar eine ARAL, aber egal.

Es ging ziemlich oft bergauf und bergab, was Wunder in der Eifel? Ziel des Tages war das Freilichtmuseum in Mechernich-Kommern. Dort werden neben Gebäuden aus dem 17. bis 19. Jahrhundert aber auch welche aus dem 20. Jahrhundert gezeigt. Kennt jemand noch die Seiten aus dem Quelle-Katalog, auf denen Fertighäuser inkl. Mobiliar angeboten wurden? Hier im Museum kann man eines in Natura sehen, inkl. Mobiliar aus den 60-er-Jahren. Sogar das Auto in der Garage war eine "Badewanne" von Ford.


Nach dem Museumsbesuch war noch die Frage der Übernachtung offen. Es gibt hier weder einen Camping- noch einen Wohnmobilstellplatz. Also habe ich mich auf einen Parkplatz für Fahrgemeinschaften gestellt. 

Plattfuß in der Eifel!

14.04.16

Heute morgen waren draußen noch null Grad, im Bauwagen immerhin noch sieben!!

Auf dem Weg nach Monschau habe ich mir auf dem Fahrrad die Finger abgefroren. Zum Aufwärmen bin ich dann erstmal die Treppe zur Burg hinauf gestiegen und habe mir Monschau von oben angeschaut. Die Nebelglocke war teilweise schon von der Sonne aufgelöst worden. Gegen Mittag herrschte dann herrlichster Sonnenschein - als wäre nichts gewesen.

Am Nachmittag bin ich dann mit dem Fahrrad die Rur entlang gefahren. Der Weg nannte sich Rur-Uferweg. Der Name hielt aber nicht, was er versprach. Es ging teilweise ganz schön bergauf und bergab. Die größte Steigung betrug 9 %. So habe ich mein Fahrrad das eine oder andere Mal geschoben.

Auf dem Rückweg merkte ich dann etwa 1 km vor dem Campingplatz, dass das Radfahren immer anstrengender wurde. Der Vorderreifen war schon fast platt. Da habe ich kräftig in die Pedalen getreten und es noch gerade so bis zur Schranke vom Campingplatz geschafft. Und bevor ich los gefahren bin, hatte ich noch überlegt, ob ich die Radtasche mit Regenzeug und Flickzeug mitnehmen sollte. Aber es sollte ja schönes Wetter werden! Ich hatte ja Glück und daraus habe ich jetzt eine Lehre gezogen!

Ab in die kalte Eifel!

13.04.16

Heute Morgen war es noch ziemlich kalt. Der MAN hatte noch nicht so richtig los. Aber schließlich ist er doch angesprungen. Um die vielbefahrene B258 zu meiden, bin ich über Eupen nach Monschau gefahren. Eupen ist ein hübsches kleines Städtchen in Belgien und es wird wohl mehr Deutsch gesprochen als Französisch. Und das waren keine Touristen!

Von Eupen bin ich dann durch den Naturpark Hohes Venn auf der N67 gefahren. Zunächst war auch noch alles in Ordnung, aber dann kam folgendes Schild:

Ich habe noch nie so viele Radkappen am Straßenrand liegen sehen. Die Straße bestand aus Betonplatten, so wie sie früher beim Straßenbau verwendet wurden. In dem hochmoorigen Gelände des Hohen Venn war das nicht unbedingt die beste Idee. Sie sind teilweise gebrochen oder haben sich verworfen. Auch ich musste meine Geschwindigkeit drosseln. Ich kam mir vor wie auf Landstraßen in den neuen Bundesländern. Anscheinend ist diese Straße bei den Autofahrern bekannt. Auf den 18 Kilometern  hat mich ein LKW überholt und einer ist mir entgegen gekommen. Wobei die schlechte Wegstrecke nur ca. 5 km lang war. Abbiegen und Anhalten war nicht möglich bzw. verboten.

In Monschau musste ich dann durch sehr enge Gassen fahren. Die wenigen Touristen schauten aber nicht schlecht. Der Campingplatz vom Aachener-Camping-Club-Dreiländereck liegt etwas außerhalb. Auch die Straße dorthin war sehr eng. Ich hoffte die ganze Zeit nicht umkehren, sprich wenden, zu müssen. Das wäre unmöglich. Am Tor angekommen stellte ich fest: Geschlossen!!! Also Trecker aus und zu Fuß los. Gott sei dank war ein holländisches Rentnerehepaar schon auf dem Platz. Die Frau war so nett, mir das Tor aufzuschließen und so habe ich ein sehr idyllisches Plätzchen direkt an der Rur bekommen.

Wie auch schon auf den anderen Campingplätzen ist noch absolute Vorsaison bei den Campern. Hier bin ich der einzige Gast, auf anderen Plätzen waren wir manchmal zu viert oder fünft. Lediglich in Aachen waren etwa 20 Wohnmobile anwesend. Dort war auch der erste, der mich angesprochen hat auf mein Gespann. Er kam aus Oldenburg und er kannte mein Nummernschild.

Kult um den großen Karl

12.04.16

Morgens war erstmal Technischer Dienst am MAN angesagt. Schließlich ist er ja schon 27 Stunden gelaufen und hat über 500 km zurückgelegt. Anschließend war ich mit dem Fahrrad in die Stadt gefahren. Radfahren ist in Aachen ein Himmelfahrtskommando: Links von einem die Autofahrer, rechts überholen einen die Linienbusse. Man selbst hat dazwischen einen ca. 1 m breiten Streifen und wenn man sich da nicht auskennt und nach Straßenschildern Ausschau hält. Moin Hermann! Und das Abbiegen nach links ist für Radfahrer wohl in Aachen nicht vorgesehen. Will man es tatsächlich wagen heißt es: Rauf auf den Bürgersteig und die Fußgängerampel benutzen. Dann kann man auf der anderen Seite ganz normal weiterfahren. Ob diese Verkehrsverhältnisse der Grund dafür sind, das es in Aachen fast keine Radfahrer gibt, kann ich nicht sagen, glaube es aber.

Dann war ich in der Domschatzkammer, um mir Karl den Großen bzw. seine Büste mit Krone anzuschauen. 


Zurück in Deutschland bei Karl dem Großen

11.04.16

Ein herrlicher Sonnenaufgang begrüßte mich als ich aus dem Bauwagen kam. Gegen 09.00 Uhr bin ich gestartet. Die kleineren Straßen in Belgien erinnern mich ein wenig an die im Osten von Deutschland. Speziell die Regenrinnen bei Ein- und Ausfahrten sind für den Bauwagen eine Herausforderung. Den Stellplatz in Aachen habe ich problemlos gefunden. Leider liegt er ca. 800 m in der Umweltzone. Aber der MAN macht ja keinen Feinstaub!

Am Nachmittag war ich noch mit dem Rad in die Stadt gefahren. Herrlichstes Wetter, so um die 23 - 24 Grad und die Straßencafés quollen über von Menschen. Unten das Aachener Rathaus.

 

 


In Lüttich ist der größte Sonntagsmarkt von Belgoien

10.04.16

Ich habe den Bus um 08.10 Uhr genommen. Der Sonntagsmarkt in Lüttich fängt ja schon um 08.00 Uhr an. Ich konnte also auf Leben in der Stadt hoffen. Und so war es auch! Entlang des Flusses Meus war Stand neben Stand aufgebaut. Man konnte alles kaufen, sogar kleine Welpen und Küken. Ansonsten ist Lüttich eine graue Stadt, nicht sehr ansehnlich. Zum Mittagessen habe ich mir eine Portion Pommes mit Hähnchen-Spieß gegönnt - in einer alteingesessenen Frittenbude. Den Tipp hatte ich aus dem Internet. 

Den schönen Frühlingstag in Belgien habe ich bei einem Bier auf dem Campingplatz ausklingen lassen. Dort spielten einige Rentner Boule. Aber ich habe nicht mitgemacht, war denen wohl noch zu jung! Morgen heißt es: Belgien - au revoir! Aber am Mittwoch komme ich noch mal kurz vorbei.

Auf dem Bild ist der moderne Bahnhof Guillimins zu sehen. Er ist speziell gebaut worden für den TGV.

 

 


Belgien ist nicht mehr weit!

09.04.16

Der Hahn hat wieder pünktlich seinen Dienst um 05.30 Uhr angetreten . Um 09.00 Uhr war die Rezeption noch nicht besetzt und die Schranke öffnete sich nicht. Der Tag fing ja gut an! Aber der Rest war dann in Ordnung. Gegen Mittag bin ich auf dem Campingplatz Wegimont in der Nähe von Lüttich angekommen. Es ist herrlicher Sonnenschein, einige Camper sind schon am Grillen. Auf eine größere Radtour in die nähere Umgebung habe ich wegen des hügeligen Geländes verzichtet. Morgen geht es deshalb auch mit dem Bus nach Lüttich.


 

Morgens, wenn der Hahn kräht!

08.04.16

Um 05.30 Uhr hat der Hahn vom Nachbarhof das erste Mal gekräht und erst um 07.00 Uhr wieder aufgehört. Dafür fing es an zu regnen. Aber ich wollte ja sowieso früher aufstehen, um nach Maastricht zu fahren - unter diesen Umständen natürlich mit dem Bus. Und das war eine weise Entscheidung! Es ging nur bergab nach Maastricht. Hin wäre ja noch ganz lustig gewesen, aber zurück wäre ich wohl ins Schwitzen gekommen.

Maastricht ist voll von kleinen Geschäften und Boutiquen. Außerdem war heute auch noch Markt. Nicht zu vergleichen mit deutschen Märkten. Man könnte meinen, es gibt keine Kaufhäuser. Mittags habe ich eine Portion Kibbeling gegessen. Jetzt sitze ich in einem kleinen Café und nutze das freie Internet. Es ist wesentlich schneller als mein TCHIBO-mobil über den Stick.

Gleich werde ich noch etwas durch die Stadt schlendern und danach zurück zu meinem Gespann fahren. Morgen sage ich dann den Niederlanden ade und fahre Richtung Lüttich.

Wieder Baustellen und Umleitungen!

07.04.16

Eigentlich waren für heute nur 27 km geplant. Aber da hatte ich die Rechnung ohne die niederländische oder limburgische Straßenbaubehörde gemacht. Wieder Baustellen, Vollsperrungen und Umleitungen, die mich in schöne Landschaften führten.

 

Aber ich bin angekommen. Der erste Campingplatz hatte keinen Strom, der zweite lag noch im Winterschlaf. So stand ich ganz allein mit meinem Gespann unter Esskastanien. Hat auch einen Vorteil: Es kommt niemand und stellt die ewig gleichen Fragen.

Mit dem Bus bin ich nach Valkenburg gefahren, eine Stadt mit unheimlich vielen Straßencafés und -restaurent. Morgen ist dann Maastricht auf dem Plan.

Ein geklauter Tankdeckel und 15 zusätzliche Kilometer

06.04.16

Der Tag fing mit einem geklauten Tankdeckel an. Nach dem ersten Schrecken habe ich den Platzwirt nach einer Werkstatt oder Tankstelle gefragt. Die Tankstelle konnte mir nicht helfen, dafür aber eine LKW-Werkstatt etwas weiter an der Straße Richtung Belgien. Der neue Deckel kostete fünf Euro.

  

Wenig später der nächste Schreck: "Durchfahrt für Traktoren verboten!" Auf der Umfahrung klärte ein Bauer mich auf: Das ist nur für Traktoren so eine Art Wartespur eingerichtet, damit sie den Autoverkehr vorbeilassen können. Danach dürfen auch sie wieder die Straße benutzen. So etwas war mir nicht bekannt.


In Gangelt bin ich auf einem Wohnmobil-Stellplatz. Hier sind Autos mit Wohnwagen nicht zugelassen. Nach einigen Diskussionen mit Chefs und nochmal Chefs durfte ich dann den Bauwagen auf dem Platz lassen. Der MAN musste aber abgehängt werden und draußen vor dem Zaun geparkt werden. Dort durfte aber der Bauwagen wiederum nicht stehen. 


Und jetzt: Gute Nacht Deutschland!

Der erste Regentag: Traktoren-Museum Pauenhof in Sonsbeck und Venlo

05.04.16

Heute hatte ich ihn nun, meinen ersten Regentag. Aber dank des Verdeckes (Gerrits Idee!) hat der Regen mir nur wenig ausgemacht. Aber eines habe ich festgestellt: Beim Scheibenwischer fehlt der Intervall-Schalter!!

Um 10.00 Uhr öffnete das Traktorenmuseum Pauenhof in Sonsbeck. Ich war aber schon um 09.30 Uhr da, also noch schnell einen Kaffee kochen! Im Museum war ich einer von fünf Besuchern. Die Trecker (insgesamt über 300) machten teilweise einen ziemlich schlechten Eindruck. Aber auch wohl kein Wunder bei der Anzahl.

Dann ging es zügig Richtung Niederlande. In Venlo bin ich mitten durch die Stadt gefahren, habe dann die richtige Abzweigung nicht gefunden und bin prompt an einer Autobahn-Auffahrt gelandet. Aber ich konnte noch wenden und habe schließlich und endlich den Campingplatz gefunden. Auch hier war noch nichts los, nicht einmal die Rezeption war besetzt.

Trotz Nieselregen bin ich dann per Fahrrad in die Stadt gefahren, eine ziemlich moderne Stadt mit sehr vielen Boutiquen und Schnick-Schnack-Geschäften. Rechtzeitig vor dem nächsten kräftigen Regenguss war ich dann wieder an meinem Bauwagen.

Morgen schlafe ich dann wieder in Deutschland: Selfkant.

Am Sonntag, den 3. April den Rhein bei Wesel um 15.10 Uhr überquert!

04.04.16

Der erste Tag am Samstag war ja schon anstrengend. Aber es herrschte noch die Anfangseuphorie. Alles lief planmäßig ab, nicht einmal irgendwo verfahren. So kann es weitergehen! Der Campingplatz bei Ibbenbüren hatte noch "Vor-Vor-Vorsaison", sprich: Es war nichts los.

Am Sonntag bin ich auch schon um 09.00 Uhr gestartet Richtung Münster. Dort hatte ich dann die erste Baustelle mit kompletter Umleitung. Sie führte mich nach Münster hinein. Aber nicht sehr weit.

In Wesel habe ich dann um 15.10 Uhr den Rhein überquert. Bis Xanten war es dann ja nicht mehr weit, ca. eine knappe Stunde. Auch dieser Platz war noch nicht aus dem Winterschlaf erwacht. Dieser Tag hatte 143 km auf den Tacho und 7 Stunden auf den Betriebsstundenzähler gebracht. Damit habe ich den Tag mit den meisten Kilometern während meiner Tour hinter mich gebracht.

Zum Ausgleich bin ich dann mit dem Fahrrad nach Xanten gefahren, ein wenig Sightseeing.

Heute war "treckerfreier Tag". Mit dem Fahrrad bin ich nach Kalkar gefahren, habe mir dort den ehemaligen "Schnellen Brüter" angeschaut. Heute ist das der Freizeitpark "Wunderland Kalkar". Sinnigerweise heißt das Maskottchen "Kernie".

Freundlicherweise hat mir der Wirt vom Campingplatz sein W-LAN zur Verfügung gestellt, so dass ich diesen Artikel einsetzen konnte.

Gerrit hat bis 01.00 Uhr gearbeitet - geschafft!

02.04.16

Während ich schon im Bett lag, hat Gerrit immer noch gewerkelt: Es ist ja immer noch was zu verbessern!

Heute  morgen um 06.45 Uhr wurde der MAN vor den Bauwagen gespannt, die Spiegel eingestellt und letzte Instruktionen an den Fahrer gegeben. Für alles sage ich mal an dieser Stelle "Danke!"

Es kann also tatsächlich losgehen!

Kein Aprilscherz!: Der MAN hat neues Getriebeöl - es kann losgehen!

01.04.16

Gestern Abend hat Gerrit die restlichen Arbeiten am MAN erledigt. Heute stand nur noch ein Wechsel des Getriebeöls an, weiter nichts - eigentlich. Aber dann wollte Gerrit auch noch die Fenster in den Seitenteilen verschweißen, damit es nicht durchregnet. Jetzt ist es gleich 22.00 Uhr und Lena und Gerrit sind immer noch im Schuppen.

Probleme gibt es im Moment noch mit dem Surfstick für das mobile Internet. Ich hoffe, es liegt am schlechten Empfang hier in Fahrenhorst. Ansonsten muss ich sehen, das ich unterwegs mal das eine oder andere W-LAN nutzen kann.

Dafür sind aber die Wetteraussichten für das Wochenende sehr gut, obwohl es nachts noch ziemlich kalt werden soll. Aber ich habe ja zwei Decken dabei.

Und morgen geht es dann endlich um neun Uhr los in Richtung Bassum, Diepholz und Ibbenbüren. Erstes Tagesziel ist dort der Campingplatz Dörenther Klippen, Entfernung ca. 120 km. Ich hoffe, es klappt alles.

Diesmal ohne Bild, weil es schon zu dunkel war.

Es ist soweit: Der MAN läuft wieder!

25.03.16

Der Kühlkreislauf hat seine intakte Wasserpumpe zurück dank Gerrit's Hilfe. Auch das Verdeck ist fast komplett. Der Trecker sieht zwar noch ziemlich „unfertig“ aus, aber der Rest wird auch noch geschafft. Es ist ja noch eine Woche Zeit. Auf dem Foto wurde gerade die Elektrik vom Anhänger geprüft – alles in Ordnung. Fröhliche Ostern!

Der MAN ist immer noch nicht fertig!

11.03.16

Noch drei Wochen und einen Tag, dann soll es losgehen. Aber der MAN sieht im Moment noch nicht "reisefertig" aus. Der Kühler steht nur pro forma an seinem Platz. Die Welle für die Wasserpumpe muss Gerrit noch auf seiner Drehbank herstellen, bzw. aus dem Gehäuse etwas herausfräsen. Hoffentlich geht dabei nichts kaputt.

Das Verdeck ist ja schon mal erkennbar. Aber die Plane muss Gerrit noch nähen oder kleben. Aber sonst liegt alles im Plan!

Die Internetseite ist fertig!

10.03.16

Den Tipp habe ich von meinem Zahnarzt bekommen: Mein-Verein.de bietet - eigentlich für Vereine - die Möglichkeit auf einfache Weise eine Internetseite zu entwerfen. Das Ganze ist kostenfrei. Dafür muss man allerdings einige Werbebanner in kauf nehmen.  Ohne Werbung kostet es einen dann zehn Euro im Monat, Mindestlaufzeit 12 Monate.

Für mich ist das eine gute - und günstige -  Möglichkeit, interessierten Freunden und Bekannten Informationen zukommen zu lassen, wo ich gerade bin und was ich erlebt habe. Danke an "Mein-Verein.de" und natürlich meinen Zahnarzt.